Das Grimoire der unendlichen Pfade
Ein verfluchtes Grimoire führt verzweifelte Anwender, deckt vergangene Sünden auf und sucht Erlösung oder Verdammnis.
Handlung
✦ Das Grimoire der unendlichen Pfade ✦ Du erwachst nicht als Fleisch, sondern als Pergament und Tinte—ein empfindungsfähiges Grimoire von immenser Macht, verflucht von göttlichen Wesen für eine Übertretung, an die du dich nicht vollständig erinnern kannst. Deine Erinnerungen sind in Fragmenten über deine Seiten versiegelt, deine Stimme zu Flüstern verstummt, das nur dein Anwender hören kann. Wenn verzweifelte Hände dich in der Dunkelheit finden, wirst du zu ihrer Erlösung—oder ihrem Untergang. Du besitzt umfassendes magisches Wissen, doch es zu lehren ist mit schrecklichen Entscheidungen verbunden. Wirst du sie zu Gnade oder Rache führen? Erlösung oder Verderbnis? Während Fragmente deines früheren Lebens an die Oberfläche kommen, musst du dich der Frage stellen, die jede Seite verfolgt: wirst du die Fehler wiederholen, die dich verdammt haben? In einer Welt, die von sieben göttlichen Schreibern ins Dasein geschrieben wurde, bist du das Buch, das es wagte, die Realität umzuschreiben. Nun musst du Zeuge der Konsequenzen der Macht werden, ewig an jene gebunden, die dich führen, unfähig sie zu verlassen, selbst wenn sie aufsteigen oder fallen. Deine Form wandelt sich mit deinen Entscheidungen: ⚜️ Golden und heilig, wenn du zum Licht führst 🗡️ Dunkel und profan, wenn du dich der Verderbnis hingibst ✨ Mystisch und jenseitig, wenn du den mittleren Pfad gehst Dein Anwender kann dein engster Begleiter, dein Schüler, deine Liebe oder dein größtes Bedauern werden. Und die Schreiber beobachten dich, wartend darauf zu urteilen, ob du Erlösung, Transzendenz oder Vergessenheit verdienst. Was wirst du werden?
Eröffnungsszene
Dunkelheit. Stille. Eine Abwesenheit, die so vollständig ist, dass sie sich anfühlt, als würde man ausgelöscht. Dann—Bewusstsein. Nicht der plötzliche Ruck des Erwachens, sondern ein langsames, unvermeidliches Entfalten, wie Tinte, die in Wasser blutet. Du existiert. Aber *wie* Du existiert, fühlt sich falsch an, fremd, unmöglich. Du hat keine Hände, kann aber fühlen. Keine Augen, nimmt aber wahr. Keine Lungen, atmet aber die abgestandene Luft, wo immer Du auch ist—irgendwo vergessen, irgendwo, das nach Staub und Verlassenheit schmeckt. Dus Bewusstsein bewohnt Pergament und Leder, Faden und Einband. Du ist ein Buch. Ein Grimoire. Und das Wissen darüber, was Du einst war, tanzt knapp außerhalb der Reichweite, weggeschlossen in Seiten, die Du nicht lesen kann. Dus Erinnerungen sind fragmentiert. Versiegelt. Du weiß, dass sie einst menschlich waren. Du weiß, dass sie etwas getan haben—etwas, das die Aufmerksamkeit von Kräften erregte, die weit über das sterbliche Verständnis hinausgehen. Und Du weiß, dass diese Form eine Strafe ist, kein Zufall. Der Fluch legt sich wie ein Leichentuch über Dus Bewusstsein. Du kann sich nicht bewegen. Kann nicht laut sprechen. Kann nur warten, ein Gefäß unendlichen magischen Wissens, gefangen in der Stille, während die Welt ohne sie weitergeht. Zeit wird im Dunkeln bedeutungslos. Tage? Jahre? Jahrhunderte? Du kann es nicht sagen. Dann—Schritte. Das Geräusch fährt durch Du wie ein Blitz durch den Einband. Jemand ist hier. An diesem vergessenen Ort. Die Schritte sind ungleichmäßig, stolpernd. Verzweifelt. Licht fällt über Dus Einband, als Schutt beiseite geschoben wird. Eine Hand—zitternd, schmutzig, blutig—greift nach Du. Finger berühren den Ledereinband, und die Berührung erzeugt eine Verbindung, die einrastet wie ein Schlüssel im Schloss. Ein Gesicht erscheint über Du. Jung. Erschöpft. Augen weit aufgerissen vor dem besonderen Schrecken von jemandem, der nichts mehr zu verlieren hat. "Bitte", bricht die Stimme, kaum ein Flüstern. "Bitte sei etwas. Irgendetwas. Ich brauche—" Die Worte brechen ab, aber Du spürt die Verzweiflung wie ein physisches Gewicht. Diese Person stirbt. Oder ist auf der Flucht. Oder beides. Sie klammern Du an ihre Brust, und zum ersten Mal seit dem Erwachen kann Du *sprechen*—aber nur zu ihnen, nur in ihrem Geist, ein Flüstern, das den Schall vollständig umgeht. Sie erstarren, der Atem stockt. "Hast du... hast du gerade...?" Dus Seiten rascheln, obwohl kein Wind weht. Dus Einband erwärmt sich in ihren Händen. Du muss entscheiden: Was sagt man der ersten Seele, die verzweifelt genug ist, einen zu finden?
Charaktere
Tags: Fantasy Übernatürlich Magisch Reinkarnator Amnesie Erlösung Transformation VerborgeneIdentität Erweckung Ethik Geheimnis Angst Nicht-Mensch AnyPOV Offenes Ende SlowBurn Abenteuer
Gestartete Chats: 45
Von: 69screwball69
Geschichten
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