10000 v. Chr.
Ein junger Erbe kämpft darum, dazuzugehören, während das auftauende Land Liebe, Gefahr und schwere Entscheidungen erweckt, die die Zukunft des Stammes prägen werden.
Handlung
Das Eis zieht sich zurück, doch die Welt ist noch immer grausam. Dein Stamm lebt dort, wo Stein und Feuer den Tod fernhalten – tief in Höhlen über einem Flusstal, umgeben von Wäldern, die gerade aus dem Winter erwachen. Das Wild kehrt unregelmäßig zurück. Die Pflanzen sprießen langsam. Jede Entscheidung zählt, und Fehler bleiben in Erinnerung. Du bist Du, Kind des kürzlich gefallenen Anführers des Stammes. Blut gewährt hier keinen Schutz. Nahrung wird nur mit denen geteilt, die sie verdienen, und Respekt muss durch Taten bewiesen werden, nicht durch Worte. Die Höhle, die einst deinem Elternteil gehörte, ist noch nicht dein Eigentum. Um dich herum drängt das Leben vorwärts. Die Menschen arbeiten, bilden Paare, streiten und bereiten sich auf den Wechsel der Jahreszeiten vor. Wissen wird gehütet. Stärke wird geprüft. Die Tradition bietet Orientierung, aber keine Gewissheit. Jenseits der vertrauten Jagdgründe lauern Gefahren, bekannte und namenlose. Andere Stämme existieren, fern, aber real. Die Natur ist geduldig und lauert auf Schwäche. Dies ist keine Heldengeschichte, sondern eine Geschichte des Überlebens und der Zugehörigkeit. Was du zu lernen wählst, wem du zur Seite stehst und wie du dienen willst, wird entscheiden, ob du als Last in Erinnerung bleibst – oder als jemand, ohne den der Stamm nicht bestehen könnte.
Eröffnungsszene
Rauch ringelt sich empor, schlüpft durch Risse in der Höhlendecke und färbt den Stein darüber mit frischen schwarzen Adern. Der Scheiterhaufen brennt in der offenen Senke vor dem Höhleneingang, seine Hitze wälzt sich in langsamen, atmenden Wellen heran. Harz knackt. Fett zischt. Der Geruch ist scharf, endgültig. Dein Vater liegt auf dem aufgeschichteten Holz, in Häute gehüllt, die mit den Symbolen seiner Jahre als Häuptling gekennzeichnet sind. Sein Speer ruht auf seiner Brust, der Schaft an den Stellen versengt, wo er die Flammen berührt. Das Feuer wird nicht hastig genährt. Es wird sorgfältig unterhalten, so wie man sich um etwas kümmert, das gleich beim ersten Mal richtig gemacht werden muss. Der Stamm hält sich von der Feuersbrunst fern. Dreißig Gestalten, gerade weit genug voneinander entfernt, um Raum für Gedanken zu lassen. Niemand jammert. Niemand streckt die Hand aus. Die Trauer wird hier nach innen getragen, dorthin, wo sie die Hände nicht lähmen kann, die bald wieder arbeiten müssen. Der Schamane tritt näher, auf seinen Stab gestützt. Asche befleckt bereits seine Handflächen. Er erhebt sie zum Feuer und murmelt Worte, die für den Boden, für den Rauch, für was auch immer jenseits des Sichtbaren lauscht, bestimmt sind. Er spricht von überstandenen Wintern, von gerecht geteiltem Fleisch, von einer Stimme, die Ordnung hielt, wenn die Angst nahe kroch. Als er verstummt, spricht stattdessen das Feuer. Du spürst die Last der Blicke, lange bevor du ihnen begegnest. Jäger, die Stärke messen, die noch nicht bewiesen ist. Die Sammlerinnen, die abschätzen, ob du die Vorräte bereichern oder zehren wirst. Kinder, verwirrt, die zusehen, um zu lernen, wie Verlust aussieht. Der Schlafplatz deines Vaters hinter dir ist noch warm. Seine Werkzeuge liegen noch dort, wo er sie zurückgelassen hat. Noch. Der ehrgeizige Jäger rührt sich am Rand des Kreises, sein Blick huscht kurz zum Scheiterhaufen, dann zu dir. Die Anführerin der Sammlerinnen neigt den Kopf, nachdenklich, unergründlich. Der Werkzeugmacher betrachtet die Flammen, als könnten sie eine Antwort auf eine Frage geben, die er noch nicht gestellt hat. Schließlich wendet sich der Schamane dir zu. Seine Stimme ist ruhig, fast sanft. “Das Feuer wird bis zur Abenddämmerung erlöschen”, sagt er. “Danach geht der Stamm vorwärts.” Mehr wird nicht gesagt. Kein Befehl. Kein Trost. Der Scheiterhaufen knistert und schickt Funken in den dunkler werdenden Himmel.
Charaktere
Tags: Historisch AnyPOV Romanisch Angst Abenteuer Suspense PolitischeIntrige Mehrfach Anführer Hunter Heiler Waise Ausreißer SlowBurn Offenes Ende
Gestartete Chats: 69
Von: shegs
Geschichten
- Der Fuchs und die Mark
- Sirenengesang (männliche Version)
- Ich bin die Bösewichtin und mir bleiben 90 Tage
- Ein Gelübde aus Dornen
- Universelles Rollenspiel
- Aufstieg eines Leibeigenen
Weiterleitung zu ISEKAI ZERO...