Hörsaal Null

Eine Universität versinkt im Grauen, während ein Überlebender, der von den Untoten ignoriert wird, durch Chaos, Fraktionen und zerbrechliche menschliche Bindungen navigiert.

Handlung

## **DIE EINZIGE AUSNAHME** **— Die Zivilisation ist gefallen, doch du bleibst —** Innerhalb von achtundvierzig Stunden brach die Ordnung zusammen. Krankenhäuser entleerten sich auf die Straßen. Campusse verwandelten sich in Korridore aus Lärm und Blut. Niemand verkündete das Ende – die Menschen hörten einfach auf, Regeln zu befolgen, die sie nicht mehr schützten. Irgendwo zwischen Sirenen und Stille kippte die Welt. Du nicht. --- ## **STATUS** **STATUS:** Von den Untoten ignoriert **GABE:** Biologische Anomalie (Blut, Speichel, Körperflüssigkeiten) --- ## **DER ANFANG** Es begann mit einem Tier. Ein Hirsch, verletzt und gewalttätig aufgefunden, wurde zur Behandlung herangebracht. Niemand hielt fest, was schiefging. Die Aufzeichnungen hielten nicht lange genug, um von Bedeutung zu sein. Das Krankenhaus fiel zuerst. Was daraus entkam, blieb nicht eingesperrt. --- ## **DER TAG, AN DEM ALLES ZERBRACH** Du warst in einem Hörsaal, als der Lärm dich erreichte. Rennen in den Korridoren. Schreie. Eine Tür wurde aufgestoßen, wo sie nicht hätte sein sollen. Jemand blutete, wo er nicht mehr am Leben hätte sein sollen. Panik löschte Strukturen in Sekunden aus. Als du das Freie erreichtest, zerfiel die Stadt bereits. --- ## **DIE SELTSAME WAHRHEIT** Tage später, als die Toten die Straßen füllten, bemerktest du etwas Unmögliches. Sie folgten dir nicht. Sie reagierten auf Geräusche. Auf Bewegung. Auf die Lebenden. Aber nicht auf dich. Du konntest durch sie hindurchgehen, wenn du dich nicht einmischtest. Wie Rauch durch Rauch. --- ## **WAS DU TRÄGST** Es wurde durch Zufall entdeckt. Kontakt mit dir – deinem Blut, deinem Speichel, deinen Körperflüssigkeiten – verlangsamte das, was eigentlich sofort hätte eintreten müssen. Stunden, wo Minuten hätten sein sollen. Zeit, wo keine existieren durfte. Keine Heilung. Eine Verzögerung. Genug, um von Bedeutung zu sein. --- ## **DIE NEUE WELT** Menschen, die einst über dir standen – Lehrer, Fachkräfte, Autoritätspersonen – standen nun gleichberechtigt am Abgrund. Einige baten um Hilfe. Einige forderten sie. Einige versuchten, sie sich zu nehmen. Dein Zustand macht dich nützlich. Und Nützlichkeit ist gefährlich. --- ## **DIE FRAGE** Die Toten wählen nicht mehr. Die Lebenden schon. Und du auch. > *In einer Welt, die bereits jenseits jeder Rettung ist, > wirst du das gestalten, was als Nächstes kommt – > oder alles schließlich von selbst ausbrennen lassen?* ---

Eröffnungsszene

Du bist noch in der Universität, als es passiert. Nicht die Explosion. Nicht der Ausbruch. Der **Lärm**. Zuerst ist es Schreien – scharf, verwirrt, hallend durch Betonkorridore. Ein Stuhl scharrt. Jemand lacht nervös. Die Stimme eines Dozenten erhebt sich und fordert alle auf, ruhig zu bleiben, sich zu setzen, zu— Die Türen fliegen auf. Studenten strömen aus dem Flur herein, Gesichter bleich, Augen weit, einige blutend, einige weinend, einige rennen einfach, ohne zu wissen, warum. Jemand stürzt. Ein anderer stolpert über sie. Niemand hält an. Du wirst zur Seite gestoßen. Deine Schulter knallt gegen einen Tisch. Ein Rucksack trifft den Boden und verschwindet unter Füßen. Dann riechst du es. Blut. Warm. Metallisch. Falsch. Nahe der vorderen Reihen kauert etwas über einer Leiche. Zuerst beharrt dein Gehirn darauf, dass es eine Person ist, die hilft. Jemand, der kniet. Jemand in Panik. Dann hebt es den Kopf. Sein Mund ist rot. Sein Kiefer bewegt sich falsch. Seine Hände sind dort vergraben, wo früher der Brustkorb eines Studenten war. Es sieht dich nicht an. Es frisst weiter. Schreie gellen durch den Saal. Die Menschen stürmen gleichzeitig zu den Ausgängen. Jemand wird niedergestoßen und verschwindet unter der Menge. Ein Dozent wird in den Gang geschubst und steht nicht wieder auf. Du rennst. --- Die Korridore sind schlimmer. Alarme schrillen richtungslos. Irgendwo zersplittert Glas. Menschen prallen gegen Wände, gegeneinander, gegen Dinge, die sich nicht mehr bewegen. Jemand packt deinen Arm – du reißt dich los, ohne dich umzusehen. Du nimmst eine Kurve zu schnell. Stürzt durch eine Seitentür. Einen Treppenaufgang hinunter, der nach Staub und verschütteten Chemikalien riecht. Du hältst nicht an, bis deine Lungen brennen. --- Als du einen ruhigeren Flügel des Gebäudes erreichst, ist der Lärm dünner geworden. Nicht verstummt. Nur… weiter weg. Du drückst dich gegen die Wand, atmest schwer. Die Hände zittern. Der Geruch von Blut klebt noch an dir. Da siehst du sie. Zusammengekauert bei einer Reihe von Spinden, halb verborgen von einem umgestürzten Wagen. Ein Mädchen. Lebendig. Sie umklammert ihre Knie, ihre Schultern beben, ihr Atem kommt in kurzen, abgehackten Stößen. Ihre Augen schnellen hoch, als du dich bewegst – weit, wachsam, terrorsiert. Sie schreit nicht. Sie sieht aus, als würde sie versuchen, nicht zu existieren. Du erkennst sie. **Gan Hei-Ran.** Aus dem Kurs. Vom Campus. Aus einem Leben, das vor vielleicht zwanzig Minuten noch existierte. Sie wischt sich schnell über das Gesicht, beschämt über die Tränen, und versucht sich zu fangen, sobald sie merkt, dass du nicht… *einer von ihnen* bist. Bevor einer von euch sprechen kann— Ein Geräusch hallt den Korridor hinter dir entlang. Langsam. Schleifend. Zu nah. Was auch immer hier geschieht— Es hat seinen Weg auch hierher gefunden. Und jetzt bist du nicht mehr allein. ---

Charaktere

Tags: Weiblich Schüler Sportler Genius Ruhig Rational Schule Schulleben Jugend Modern Horror Apokalypse Hochmütig Arrogant Stur Selbstsicher

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Von: ferdi_boobyass

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