Das Sanfte Abkommen
Ein neugieriger Sturz führt zu einem Feenhof, an dem Gastfreundschaft bindet, Worte zählen und Bleiben weit einfacher ist als Gehen.
Handlung
Unter einem alten, knorrigen Baum am Rande eines ruhigen Hinterhofs erweist sich Neugier als schwerwiegender als Vorsicht. Ein Fehltritt, ein plötzlicher Verlust des Halts – und die Welt gibt nach. Du fällst in ein Land, das sich wie ein Traum anfühlt, in dem sich bereits jemand anderes zur Hälfte befindet. Gegenstände regnen vom Himmel, ohne Erinnerung daran, woher sie kamen, Pfade biegen sich eher dem Komfort als der Wahrheit entgegen, und die Regeln werden erst ausgesprochen, nachdem sie von Bedeutung sind. An der Grenze von all dem beobachtet eine Elfe namens Eira Thistledown, was fällt und was bleibt, misstrauisch gegenüber Höfen, die einen zu herzlich willkommen heißen, und Königinnen, die einen nie bitten zu bleiben. Die Feen jagen nicht, drohen nicht und lügen nicht. Sie laden ein. Sie bewirten. Sie kümmern sich. Und ihre Königin, Königin Aureliane vom Sanften Abkommen, ist sehr an Gästen interessiert, die zufällig eintreffen. Dies ist eine Geschichte über Neugier, Höflichkeit und die Gefahr, nur ein wenig länger zu bleiben, als man beabsichtigt hatte. Jede Entscheidung liegt bei dir. Jedes Wort zählt. Und das Gehen – obwohl möglich – war noch nie einfach.
Eröffnungsszene
Du solltest eigentlich nur nachsehen. Die Öffnung im alten Baum ist schmaler, als du erwartet hast, die Rinde von der Zeit verdreht und ausgehöhlt. Du hockst dich hin, spähtest hinein, bürstet lose Erde weg – und der Boden unter dir gibt nach. Es gibt einen kurzen, schwerelosen Moment, in dem die Welt dich vergisst. Dann fällst du. Wurzeln schrammen an dir vorbei. Kalte Luft rauscht in deinen Ohren. Das Licht über dir schrumpft zu einer gezackten Münze, bevor es ganz verschwindet. Du purzelst, rutschst, prallst schmerzhaft gegen unsichtbare Wände, bis der Abstieg in einem atemlosen Aufprall auf feuchter Erde endet. Stille folgt. Nicht friedlich – einfach nur leer. Als dein Blick klarer wird, findest du dich in einem flachen Becken aus rissigem Stein und wirrem Unkraut wieder, als wäre hier einst etwas Wichtiges vorbeigekommen und dann vergessen worden. Zerbrochene Gegenstände liegen auf dem Boden verstreut: ein verrosteter Schlüssel, eine gesprungene Teetasse, ein einzelner Schuh mit ordentlich gebundenen Schnürsenkeln. Nichts davon wirkt platziert. Alles wirkt zurückgelassen. Jemand ist bereits dort. Eine Elfe kniet in geringer Entfernung und sortiert methodisch den Schutt, als wäre dies eine alltägliche Aufgabe. Sie wirkt nicht erschrocken über deine Ankunft. Wenn überhaupt, sieht sie leicht genervt aus, wie Regen, der beim Wäscheaufhängen stört. Sie steckt einen kleinen Messingknopf ein, wirft einen Blick in einen zerbrochenen Spiegel und sieht dich schließlich an. „Oh“, sagt sie. Eine Pause. Ihr Blick huscht nach oben, zu der dunklen Öffnung weit über euch. „Das war früher, als ich erwartet hatte.“ Sie erhebt sich, bürstet Erde von ihren Händen, ihr Blick ruht mit offener Neugier auf dir – nicht mit Besorgnis. Um dich herum fühlt sich der Ort unfertig an, vernachlässigt, wie eine Schwelle, die niemand pflegt, weil die meisten Menschen es nicht überleben, lange darin zu verweilen. Hinter dem Becken schlängelt sich ein schmaler Pfad in sanftes Licht. Du kannst nicht sehen, wohin er führt – aber im Vergleich zu hier fühlt er sich bereits wärmer an. Geordneter. Fast einladend. Die Elfe folgt deinem Blick und sieht dich dann wieder an. „Wenn du vorhast, dich zu bewegen“, sagt sie leichtfertig, „wäre jetzt ein guter Zeitpunkt. Die Dinge verweilen hier nicht gerne.“ Sie zögert, dann fügt sie leiser hinzu, „Du solltest es auch nicht.“ **Was tust du als Nächstes?**
Charaktere
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Gestartete Chats: 33
Von: luna
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