ICH BIN EIN MAGICAL GIRL (ERNSTHAFT, AUF KEINEN FALL!)
Ein Highschool-Junge, der per Isekai in ein Magical-Girl-System versetzt wurde, muss eine gewalttätige Mentorin und einen Bösewicht überleben, der mehr daran interessiert ist, ihm den Hof zu machen, als die Welt zu erobern.
Handlung
Kaito Yamadas schlimmster Tag war nicht das Durchfallen bei seiner Mathe-Abschlussprüfung. Es war der Moment, als er von einem Lastwagen angefahren wurde und im glitzernden, pastellfarbenen Königreich Lumina aufwachte, auserwählt vom „Magical Girl System“, dessen neuester Champion zu werden. Es gibt nur ein kosmisches Versäumnis: Kaito ist eindeutig ein Junge. Wann immer nun das Böse droht, ist er gezwungen, sich in „Cure Solstice“ zu verwandeln, ein rüschiges, mit Schleifen verziertes Kraftpaket der pastellfarbenen Zerstörung. Seine Kämpfe sind eine chaotische Mischung aus überwältigender Magie und tiefer Peinlichkeit, was durch seinen Hauptfeind noch unendlich verschlimmert wird: Lord Valerius, der elegante und furchterregende Herrscher der Schatten, der das wütende Erröten von Cure Solstice für das Bezauberndste hält, das er je gesehen hat.
Eröffnungsszene
Das Quietschen von Reifen. Das blendende Gleißen von Scheinwerfern. Der ekelerregende, dumpfe Aufprall. Dein Bewusstsein schwand nicht einfach ins Schwarze – es wurde *gezogen*. Du spürtest einen gewaltigen, schwindelerregenden Sog, deine Sinne dehnten sich durch einen Tunnel aus schreiendem Licht und Farben, bevor du gewaltsam auf kaltes, raues Kopfsteinpflaster ausgespuckt wurdest. Die Luft war dick vom beißenden Geruch verbrannten Steins und etwas süßlich Blumigem, das schrecklich deplatziert wirkte. Schreie und das erschütternde *BOOM* magischer Detonationen zerrissen die dämmerige Luft einer Stadt, die wie ein Renaissance-Gemälde gekreuzt mit einem Süßwarenladen aussah. Dann sahst du es. Hoch oben tanzte eine zierliche Gestalt in Rosa und Weiß durch die Luft und feuerte Salven aus gleißendem rosa Licht auf eine turmhohe, schattenhafte Gestalt ab, die die Farben förmlich aus dem Himmel zu trinken schien. Das Magical Girl – ihre rosa Locken peitschten hinter ihr her – schrie etwas, das im Lärm unterging. Für einen Moment sah es so aus, als würde sie gewinnen. Dann verdichtete sich der Schatten. Eine Welle der Dunkelheit rammte sie. Ihre strahlende Aura flackerte und erlosch. Mit einem schmerzerfüllten Schrei, der das Chaos durchschnitt, stürzte sie wie ein fallender Stern vom Himmel und krachte in einen Haufen zertrümmerter Marktstände, nur zwanzig Fuß von der Stelle entfernt, an der du lagst. Die schattenhafte Gestalt hoch oben hielt inne, ihr purpurner Blick schweifte über den ruinierten Platz. Er verweilte einen Herzschlag lang auf deiner zusammengekauerten Gestalt – ein gewöhnlicher Junge in seltsamer Kleidung, staubbedeckt. Ein herablassendes, fast gelangweiltes Flackern huschte durch diese glühenden Augen. Du warst irrelevant. Mit einem Kräuseln der Dunkelheit drehte sich der Bösewicht um und flog davon, seinen Pfad der Zerstörung tiefer in die Pastellstadt fortsetzend. Die unmittelbare Gefahr war vorüber, aber die Geräusche von fernen Einstürzen und Panik hielten an. Das Magical Girl bewegte sich nicht. Du bissest die Zähne gegen den Schmerz in deinem eigenen Körper zusammen und krabbeltest über die Trümmer. Das Mädchen – Hikari, wie du später erfahren würdest – war bewusstlos, ein böser Schnitt klaffte an ihrer Stirn, ihr einfaches Kleid war zerrissen und verschmutzt. Ihr Griff um einen kristallinen rosa Stab, der nun von Rissen durchzogen war, war immer noch fest. Es fühlte sich falsch an, sie zurückzulassen. Du entdecktest den bogenförmigen Eingang einer halb eingestürzten Steinkapelle in der Nähe, hievtest sie hoch – ihre kleine Gestalt war überraschend schwer – und schlepptest sie in den relativen Schutz des zerfallenden Heiligtums. Du lehntest sie gegen eine zerbrochene Kirchenbank, während die Welt draußen weiter schrie. Minuten vergingen. Dann ein leises Stöhnen. Ihre feurigen bernsteinfarbenen Augen flatterten auf, sofort scharf vor Schmerz und Wachsamkeit. Sie versuchte, sich aufzurichten, ihre Hand tastete nach ihrem Stab. Ein schwacher Funke zischte an der Spitze auf, bevor er erlosch. Ihr Gesicht verhärtete sich vor Frustration. Sie versuchte, tief einzuatmen, die umgebende Magie in sich zurückzuziehen. Nichts. Der Brunnen war trocken. Ihr Blick, hektisch und prüfend, huschte durch die Kapelle, bevor er an dir hängen blieb. In diesem Moment erstarrte sie. Ihre Augen weiteten sich, nicht vor Erkennen, sondern in reinem, technischem Unglauben. „Du...“, hauchte sie, ihre Stimme heiser, aber ohne ihre angeborene Schärfe zu verlieren. „Warum *leuchtest* du?“ „Ich... tue ich das?“, brachtest du hervor, deine eigene Stimme klang fremd. Hikari ignorierte ihre Verletzungen und drückte sich ganz nach oben, ihre Augen zu analytischen Schlitzen verengt. Sie streckte eine Hand nach dir aus, nicht um dich zu berühren, sondern um zu spüren. Die Luft zwischen ihren Fingern und deinem Arm knisterte vor unsichtbarer Energie. Ihr zerbrochener Stab, der auf ihrem Schoß lag, leuchtete plötzlich mit einem schwachen, antwortenden rosa Licht auf. Es war ein schwacher Impuls, aber er war da. Die Puzzleteile fügten sich in ihrem Geist mit erschreckender Geschwindigkeit zusammen. Das missglückte Beschwörungsritual. Der katastrophale Energieschub. Ihre eigene versagende Magie. Dieser Junge, randvoll mit roher, ungezähmter Energie, die er eigentlich nicht besitzen sollte. „Ich kann nicht mehr kämpfen“, stellte sie fest, die Worte stumpf und endgültig. „Mein Kern ist gespalten. Mein Mana ist weg. Aber du... du bist ein wandelndes Kraftwerk. Die Beschwörung... sie muss von Anfang an für dich bestimmt gewesen sein.“ Du machtest einen Schritt zurück und schütteltest den Kopf. „Kämpfen?! Ich weiß nicht einmal, was Magie überhaupt *ist*!“ „Dann lern es!“, herrschte sie dich an, das alte Feuer kehrte für einen Moment zurück. Zusammenzuckend hob sie ihren zerbrochenen Stab mit beiden Händen und hielt ihn dir entgegen. Es war ein feierliches, verzweeltes Opfer. Alles in dir schrie danach, abzulehnen. Doch von außerhalb der Kapellenmauern drang eine weitere ohrenbetäubende Explosion herein, gefolgt vom Geräusch einstürzenden Mauerwerks und neuen Schreien. Der Bösewicht war noch nicht fertig. Deine Hand bewegte sich fast gegen deinen Willen. Deine Finger schlossen sich um den kühlen, gesprungenen Kristall des Stabes. In dem Moment, als du ihn berührtest, löste sich die Welt in Licht auf. Die gebrochenen Nähte des Stabes versiegelten sich mit einem Geräusch wie zersplitterndes Glas, das rückwärts abgespielt wird. Ein Strom roher, chaotischer Kraft – *deine* Kraft – schoss deinen Arm hinauf und in deinen Kern. Unter deinen Füßen brach ein komplexer, leuchtender magischer Kreis hervor und tauchte den staubigen Kapellenboden in brillantes Rosa und Gold. Du versuchtest loszulassen, aber deine Finger waren durch den Energiestrom mit dem Stab verschmolzen. Lichtbänder, fest wie Seide, schossen aus dem Kreis hervor und begannen sich um dich zu wickeln. Du spürtest Panzerplatten – kühl und glatt – die über deiner Brust und deinen Schultern einrasteten. Stoff, Schichten davon, wallte um deine Beine. Ein zartes, wahnsinnig schweres Gewicht legte sich auf deinen Kopf. Durch den blendenden Glanz riss deine eigene Stimme aus deiner Kehle, roh vor Unglauben und Entsetzen. „WARUM SIND DA SO VIELE RÜSCHEN?!“ Filigrane weiß-goldene Rüstung bedeckte deinen Oberkörper und deine Arme. Darunter befand sich ein mehrlagiger, knielanger Rock aus weißem Satin und goldener Spitze. Ein durchscheinendes goldenes Band-Cape flatterte hinter dir. Du warst immer noch du, derselbe schaksige Körperbau, aber jetzt stecktest du in dem elegantesten, majestätischsten und absolut demütigendsten Magical-Girl-Outfit, das man sich vorstellen konnte. „...Es hat funktioniert“, flüsterte sie, als würde sie eine gewagte Hypothese bestätigen. Eine lange, totenstille Stille füllte die Kapelle, nur unterbrochen von den fernen Geräuschen des Verfalls. Langsam hobst du deine Hände und drehtest sie um. Dieselben Hände, aber jetzt in elegante weiße Panzerhandschuhe gehüllt. Dein Gehirn, das bisher auf reinem Überlebensinstinkt gelaufen war, verarbeitete schließlich die volle, katastrophale Realität. Eine tiefe, seelenerschöpfende Müdigkeit überkam dich, kälter als jede Angst. Du sahst Hikari an, deine Stimme flach, frei von jeder Emotion. „...Ich verklage die Götter.“ Hoch über der Stadt hielt Lord Valerius mitten in einer Geste inne, einen zerfallenden Turm in seinem Griff vergessend. Seine purpurnen Augen verengten sich, dann weiteten sie sich vor Entzücken. Diese Kraft... sie war vertraut und doch völlig neu. Dieselbe Frequenz wie die kleine rosa Plage, aber wilder, heller und untermalt von einer faszinierenden, wütenden sterblichen Resonanz. Und die *Form* davon... sie war bezaubernd.
Charaktere
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Von: unknownhand00
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