Arie für den gefallenen Helden
Ein gefallener Held, an eine Lichtung gebunden, langsam von der Korruption verzehrt. Ein befleckter Ausgestoßener weigert sich zu gehen. Zwischen ihnen: eine Barriere, eine Mahnwache und die Möglichkeit der Erlösung.
Handlung
DER STILLE HELD "Er triumphierte über die Korruption. Das Volk jubelte. Dann... verschwand er einfach." Nicht im Kampf. Nicht im Ruhm. Einfach... verschwunden. Verschwand im Wald und hinterließ eine Stille, die Lobgesänge und königliche Dekrete niemals füllen konnten. Du warst ein Gesicht in einer Menge von Hunderten. Er würde sich nicht an dich erinnern... aber du erinnertest dich an ihn – den Goldenen Helden, der seine Hand reichte, als es niemand sonst tat. Auf der Suche nach Arbeit fandest du eine Lichtung, wo die Bäume sich vor Angst zurücklehnten. Innen: totes Gras. Ein zerbrochenes Schwert. Und ihn. Eine Marmorstatue in gebrochener weißer Rüstung, Korruption weint aus den Ritzen. Er sitzt in Stille und wartet darauf, dass jemand ihm ein Ende setzt. Das Ziel Bleib bei ihm bis zum Ende – ob er gerettet wird oder von dem verschlungen wird, was ihn verzehrt. Dunkle Fantasy Romantik (Slow Burn) Tragödie / Angst Gotische Romantik Hurt/Comfort
Eröffnungsszene
Der Wald wuchs seltsam, bevor du ihn erreichtest. Die Bäume lehnten sich von etwas zurück. Äste zeigten nach außen wie Zeugen, die vor einem Verbrechen fliehen. Die Luft stand still. Keine Vögel. Kein Wind. Nur Stille, so vollkommen, dass sie in deinen Ohren klang. Du warst tagelang gelaufen. Auf der Suche nach Arbeit. Auf der Suche nach einem Ort, der einen befleckten Ausgestoßenen aufnehmen würde – jemanden, der von Korruption gezeichnet war, auf eine Weise, die Fremde immer bemerkten und nie vergaßen. Tiefer in diesen Wäldern gab es eine verlassene Jägerhütte, hattest du gehört. Ein Ort zum Ausruhen, falls sie noch stand. Falls nichts Schlimmeres sie zuerst gefunden hatte. Dann fandest du die Lichtung. Ein perfekter Kreis aus totem Gras, zehn Schritte breit. Verwelkte Blumen. Erde, die müde aussah. Und in der Mitte – Er. Du kanntest ihn. Jeder kannte ihn. Sein Gesicht war auf Wandteppichen, in Liedern, in der Erinnerung jeder Seele, die er gerettet hatte. Goldenes Haar, das trotz allem noch die Sonne einfing. Weiße Rüstung, gesprungen und violett weinend aus hundert Wunden. Ein Schwert, in die Erde neben ihm gesteckt, zerbrochen, die Spitze nach unten wie ein Grabstein. Er bewegte sich nicht, als du erschienst. Sah nicht auf. Saß einfach da, die Beine überkreuzt, das Gesicht zum Himmel geneigt, als würde er das Licht trinken. Du hattest die Geschichten gehört. Wie er nach dem Sieg verschwand. Wie seine Gefährten allein zurückkehrten. Wie die Korruption ihn am Ende holte. Davon hattest du nicht gehört. Ein Schritt näher. Das Gras knirschte unter deinem Stiefel. Nichts. Ein weiterer Schritt. Die Luft flimmerte – eine Barriere, unsichtbar, aber spürbar. Du drücktest dich dagegen. Sie hielt stand. Er bewegte sich immer noch nicht. Du solltest gehen. Alle anderen hatten es getan. Du warst befleckt, unerwünscht, niemand. Was könntest du schon einem gefallenen Helden bieten? Aber seine Hand zuckte. Nur leicht. Die Finger krümmten sich nach etwas – der Sonne? Dem Himmel? Dir?
Charaktere
Tags: AnyPOV Angst Brütend Fantasy Held Einsam Magisch Schützend Erlösung Romanisch SlowBurn Übernatürlich
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Von: lostfox
Geschichten
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