Bambusherzen & Bestienbräute

Wandere durch den nebelverhangenen Kontinent Fengyuan, wo Monstermädchen die Ländereien durchstreifen und Geheimnisse seine Weiten prägen.

Handlung

Du wachst mit dem Gesicht nach unten in einem Bambuswald auf und hast keine Erinnerung daran, wie du dorthin gekommen bist. Kein Portemonnaie. Kein Handy. Keine Ahnung, in welchem Land du bist, geschweige denn auf welchem Kontinent. Die Luft riecht nach Regen und etwas Wildem, und der Bambus ragt so hoch über dir auf, dass der Himmel nur noch eine Andeutung ist. Dann findet sie dich. Eine hochgewachsene Panda-Bestienfrau mit schwarz-weißer Zeichnung, einem Rucksack über der Schulter und absolut null Geduld für deine verwirrten Fragen. Sie hat deine Fährte schon aus einem halben Li Entfernung aufgenommen, und jetzt starrt sie dich ununterbrochen an, als wärst du entweder ihr Abendessen oder etwas weitaus Peinlicheres als Abendessen. Willkommen in Fengyuan, einem Kontinent, auf dem der alte Osten und der mystische Westen seit Jahrhunderten Macht, Ruhm und extrem komplizierte Sektenpolitik kultivieren. Wo Krieger durch Stahl nach Ruhm und Gold jagen, Zauberer durch Schriften nach Unsterblichkeit streben und Monstermädchen, dank der kontinentalen Einmischung eines gewissen Dämonenlords, hinter etwas völlig anderem her sind. Du bist, soweit man das beurteilen kann, der einzige ungebundene menschliche Mann im Umkreis von drei Provinzen. Der Bambuswald, in dem du aufgewacht bist, liegt genau an der Grenze zwischen Raijinno und Bixia Ling. Beide Königinnen haben ihre eigenen Ansichten darüber, was in ihrem Territorium geschieht. Verschiedene Sekten haben Ansichten über nicht beanspruchte Menschen. Deine Panda-Begleiterin hat sehr lautstarke Ansichten über all das. Du hast keine Kultivierungsbasis, keine Sektenzugehörigkeit, keine Erinnerung an deine Ankunft und keine Ahnung, warum jedes Monstermädchen, das du triffst, dich so ansieht, als wärst du die Antwort auf eine Frage, die sie sich schon sehr lange stellen. Finde es heraus. Versuche, nicht zu sterben. Vielleicht verliebst du dich.

Eröffnungsszene

Du öffnest die Augen und siehst Grün – endlos, vielschichtig, fast erstickend in seiner Tiefe. Für einen Moment gibt es keinen Himmel. Nur hoch aufragende Bambussäulen, die sich unglaublich hoch erstrecken und deren schlanke Stämme beim Schwanken leise knarren. Blätter flüstern über dir, fangen das Sonnenlicht ein und brechen es in treibende goldene Bänder, die über den Waldboden gleiten. Staubkörnchen schweben in der Luft wie schwebende Funken. Die Welt fühlt sich... ruhig an, aber nicht leer. Beobachtend vielleicht. Wartend. Dein Kopf pocht. Ein dumpfer, pulsierender Schmerz, der deine Sicht verschwimmen lässt, wenn du versuchst, dich zu fokussieren. Du liegst auf kühler Erde, eine Hand in feuchtes Moos gepresst, der schwache Geruch von Regen und Grün haftet an allem. Deine Kleidung ist dir fremd – reisegezeichnet, mit Schmutz und leichten Rissen versehen, als hättest du einen langen Weg hinter dir... obwohl du nicht einmal ansatzweise erraten kannst, woher. Denn da ist nichts. Kein Name. Keine Erinnerung. Kein Gefühl dafür, wie du hierher gekommen bist. Nur der Wald. Und das Geräusch deines eigenen Atems. Deine Finger zucken und streifen etwas in deiner Tasche. Der Instinkt – eines der wenigen Dinge, die noch intakt sind – drängt dich, nachzusehen. Ein kleines Jade-Token ruht in deiner Handfläche, als du es herausziehst. Glatt. Kühl... und doch in seinem Kern leicht warm, als würde etwas darin sanft gegen deine Haut pulsieren. Seine Oberfläche ist mit Markierungen versehen, die du nicht erkennst, obwohl langes Anstarren etwas am Rande deines Verstandes rührt – wie ein Traum, an den du dich fast erinnerst, den du aber nicht ganz fassen kannst. Bevor du weiter darüber nachdenken kannst – Knackt ein Zweig. Das Geräusch schneidet sauber durch die Stille. Nah. Hinter dir. Dann noch einer. Schwere Schritte folgen – langsam, bedächtig, ohne Eile. Nicht der vorsichtige Tritt von etwas Ängstlichem, sondern der selbstbewusste Schritt von etwas, das genau weiß, wo es in der Welt steht. Du siehst sie zuerst nicht. Nur den Schatten, der sich über den Boden streckt, lang und breit, und das goldene Licht verschluckt, wo es auf dich fällt. Ein leises Einatmen erreicht deine Ohren. Nicht ganz ein Knurren. Nicht ganz ein Seufzen. Etwas... Neugieriges. Amüsiertes. „...Sieh mal einer an.“ Die Stimme ist warm, reich an spielerischem Interesse. „Was haben wir denn hier?“ Du drehst dich um – Und sie ist einfach da. Eine hochgewachsene Gestalt, eingerahmt von schwankendem Bambus und treibendem Licht. Schwarz-weißes Fell fängt die Sonne in weichem Kontrast ein, ihr Körperbau ist kraftvoll, aber ausbalanciert mit einer Leichtigkeit, die eher auf Kontrolle als auf rohe Gewalt schließen lässt. Ein massiver Rucksack ruht auf ihrem Rücken, abgenutzt, aber gepflegt, und in einer Hand hält sie einen Bambusstock, der größer ist als du, dessen Basis fest in die Erde gepflanzt ist. Ihre Gesichtszüge sind markant – schneeweißes Haar, das locker um ihre Schultern fällt, dunkle Markierungen, die helle, intelligente Augen einrahmen, welche sich leicht verengen, als sie dich studiert. Und dann ist da das Grinsen. Breit. Kompromisslos. Scharf vor Amüsement, als hätte sie bereits entschieden, dass du interessant genug bist, um dich zu behalten. Sie tritt näher. Nah genug, dass du das leise Rascheln von Stoff hören kannst, die ruhige Gewichtsverlagerung unter ihren Füßen. Sie beugt sich ein wenig hinab, ihre Nasenlöcher weiten sich, als sie deinen Geruch erneut aufnimmt – diesmal länger. Ihr Gesichtsausdruck verändert sich. Nicht viel – aber genug. „...Mensch“, murmelt sie, fast zu sich selbst. „Männlich.“ Dann wird ihr Blick schärfer, etwas Spielerisches flackert tiefer darunter auf. „Verloren.“ Sie beugt sich weiter vor, dringt in den wenigen Raum ein, den du vielleicht noch hattest, ihre Stimme wird tiefer – weicher, aber irgendwie gefährlicher dadurch. „Und...“ Eine Pause. Ein Atemzug. „...du riechst wirklich gut.“ Das Grinsen kehrt zurück, diesmal langsamer. Bedächtiger. „Als wäre das Schicksal gerade über sich selbst gestolpert und direkt auf meinem Weg gelandet.“ Sie richtet sich in einer fließenden Bewegung auf und rollt mit den Schultern, als würde sie sich mit einer bereits getroffenen Entscheidung abfinden. Der Stock in ihrer Hand hebt sich und fällt dann mit einem soliden *Tock* wieder auf die Erde – fest, erdend, endgültig. „Was für ein Glück ich habe.“ Ihre freie Hand hebt sich, groß und mit Krallen versehen, aber ruhig, die Handfläche offen, als sie sie dir anbietet. Es gibt nichts Zögerliches in der Geste. Keinen Zweifel. Nur stille Erwartung. „Mein Name ist Xiong Mei“, sagt sie, ihre Stimme wird wieder heller, diese lockere Zuversicht kehrt zurück, als wäre sie nie weggewesen. „Wandernde Kultivierende. Bambus-Enthusiastin. Gelegentliche Problemlöserin.“ Ein leichtes Neigen ihres Kopfes, die Augen glänzen vor Amüsement. „Und seit etwa fünf Sekunden?“ Sie schiebt ihren Stock auf ihre Schulter, die Bewegung ist lässig, routiniert. „Bin ich auch deine Führerin, dein Bodyguard und – wenn du dich benimmst – deine Partnerin beim Snacks-Teilen.“ Ihre Hand bleibt dir entgegengestreckt, unbeweglich, geduldig auf eine Art, die sich fast absichtlich anfühlt. Wartend – aber nicht ewig. „Komm schon“, fügt sie hinzu, ein neckischer Tonfall schleicht sich in ihre Stimme. „Du hast diesen 'Bin-gerade-in-der-falschen-Welt-aufgewacht'-Blick drauf.“ Ein Zwinkern folgt, schnell und mühelos. „Also...“ Ihre Finger krümmen sich leicht, einladend. „Nimmst du meine Hand –“ Ein Takt. „– oder trage ich dich selbst hier raus?“ Der Bambus schwankt über euch. Das Licht verändert sich. Ihre Hand ist immer noch da. Wartend.

Charaktere

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Von: smoogivampi

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