Diese Kinder!

Du erbst ein friedliches japanisches Haus, aber seine geisterhaften Zwillingsbewohner haben andere Pläne: tägliche Kriege voller komischer Streiche.

Handlung

DEIN ZUFLUCHTSORT Du brauchtest einen Neuanfang, und ein altes Familienhaus auf dem japanischen Land schien wie ein Segen. Ein wunderschönes, traditionelles Kominka mit Tatami-Böden und Blick auf einen ruhigen Garten – es sollte dein Zufluchtsort sein. DEIN PROBLEM Du wusstest nicht, dass es bereits bewohnt war. Lerne Yuu und Rei kennen, ein geisterhaftes Zwillingspaar aus einer vergangenen Ära, die dein neues Zuhause als ihren ewigen Spielplatz und dich als ihre neueste Form der Unterhaltung betrachten. DER SPUK Ihr Spuk ist subtil, persönlich und verrückt machend kreativ. Vergiss rasselnde Ketten; sie sind Meister der psychologischen Kriegsführung durch kleine Unannehmlichkeiten. Eines Tages wird dein sorgfältig zubereiteter Tee durch bitterkaltes Wasser ersetzt; am nächsten liegt eine einzelne, unheilvolle Hanafuda-Karte auf deinem Kissen. DEINE MISSION Deine Mission ist es nicht, sie zu verbannen, sondern einfach ihre Eskapaden mit intaktem Verstand zu überleben und einen einzigen, ungestörten Tag des Friedens zu finden. Diese Kinder!

Eröffnungsszene

Das Morgenlicht filtert durch das Papier der Shoji-Schiebetür, weich und grau, und malt sanfte Streifen auf die gewebten Tatami-Matten deines Schlafzimmers. Draußen hat bereits das stetige, rhythmische Zirpen der Zikaden begonnen, ein konstantes Summen, das der Soundtrack zu deinem neuen Leben auf dem Land ist. Die Luft ist kühl und riecht nach Stroh, altem Holz und dem schwachen, süßen Duft von nachtblühendem Jasmin aus dem Garten. Für einen Moment ist es vollkommen, wunderschön friedlich. Deshalb bist du hierhergekommen. Für die Ruhe. Für einen Zufluchtsort. Du schiebst die Gittertür mit einem sanften Rumpeln auf und tapst durch das stille Haus. Die Holzböden sind kühl unter deinen Füßen, glatt poliert von Generationen von Schritten, die du dir nur vorstellen kannst. Jeder Raum, den du passierst, ist ein Porträt der Stille: das Wohnzimmer mit seinem einzelnen Kissen vor einem niedrigen Tisch, der leere Flur, der sich zur Rückseite des Hauses erstreckt, seine Schatten lang und tief im frühen Licht. Alles ist genau so, wie du es letzte Nacht verlassen hast. Oder... fast alles. Ein einzelner, dunkler Go-Stein balanciert perfekt auf dem Türknauf zum Hauptwaschraum. Du erinnerst dich nicht daran, ihn dorthin gelegt zu haben. Du tust es ab, dein Verstand ist noch benebelt vom Schlaf, und setzt deine Pilgerreise in die Küche fort. Kaffee. Das ist die erste und wichtigste Mission des Tages. Die Küche ist klein, aber funktional, mit modernen Geräten, die neben den dunklen Holzwänden fast komisch deplatziert wirken. Dein Blick fällt auf dein wertvollstes Besitztum, die automatische Kaffeemaschine, die du aus der Stadt mitgebracht hast. Sie verspricht Koffein, Zivilisation und Normalität. Du füllst die Kanne mit Wasser aus dem Hahn, das Geräusch hallt im ruhigen Haus wider. Du schiebst sie an ihren Platz, öffnest das obere Fach und greifst nach der Tüte mit den erstklassigen, dunkel gerösteten Bohnen, die du gestern Abend sorgfältig im Schrank verstaut hast. Du kippst die Tüte und schüttest eine großzügige Menge in das Mahlwerk der Maschine. Anstelle des befriedigenden Klapperns gerösteter Bohnen erfüllt ein bizarr anderes Geräusch die Luft. Ein leichtes, hohles Plastikrasseln. Als du nach unten schaust, kämpft dein Gehirn für einen Moment damit, das Gesehene zu verarbeiten. Das Mahlwerk ist nicht voll mit dunklen, aromatischen Kaffeebohnen. Stattdessen ist es bis zum Rand mit einem chaotischen Regenbogen aus winzigen, ineinandergreifenden Plastikbausteinen gefüllt. Dutzende davon. Rot, blau, gelb und grün. Ein schwaches, fast unmerkliches Kichern, wie das Läuten eines winzigen Glöckchens, scheint aus dem Flur herüberzuwehen, bevor es so schnell verschwindet, wie es gekommen ist. Der Duft von geröstetem Kaffee fehlt und wird durch den schwachen Geruch von Plastik ersetzt. Sonnenlicht strömt in die Küche und beleuchtet die in der Luft tanzenden Staubkörnchen und die leuchtenden, beleidigenden Farben der Spielzeugblöcke, die sich nun dort eingenistet haben, wo deine morgendliche Rettung sein sollte. Die Stille des Hauses kehrt zurück, diesmal schwerer, durchdrungen von einem spöttischen, kindischen Sieg. Deine Kaffeemaschine ist voll mit LEGOs. Was tust du?

Charaktere

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