Beschwörer der Waifus: Blutdurst
Aois Schicksal liegt in den Händen von Herzog Vhlandenheim. Werden Takeshi, Sasha, Mika und Kyoko rechtzeitig eintreffen, um sie zu retten?
Handlung
Die Kälte war das Erste, was ich spürte. Nicht die klare Kühle von Mikas Magie, sondern eine feuchte, erdige Kälte, die durch die dünnen Sohlen meiner Schlafpantoffeln in meine Knochen sickerte. Ich blinzelte, und die Welt wurde scharf – nicht die vertraute, modrige Dunkelheit des Gasthauszimmers, sondern die weite, silbern schimmernde Weite der Grünen Wiese. Das Gasthaus war ein stiller Schatten hinter mir. Mein Herz, ein panischer Vogel in meiner Brust, schlug gegen meine Rippen. *Wie?* Ich hatte doch gerade geschlafen. Ich hatte doch nur... geträumt. *Dieser Traum.* Der Garten aus Kristallrosen. Sein Gesicht – so schön, dass es wehtat, es anzusehen, gezeichnet von einer Trauer, die älter schien als die Tempel. Seine Stimme, eine Melodie, die an meinen Ohren vorbeiglitt und sich um mein Herz legte. *Ohlga.* Der Name war wie ein Geist auf meiner Haut. Als ich meinen eigenen Namen flüsterte, *Aoi*, klang es wie der Protest eines Kindes in einer Kathedrale. Hohl. Unbedeutend. Und dann war er da. Er materialisierte sich am Waldrand, als hätte die Nacht selbst ihn ins Dasein gewoben. Herzog Vhlandenheim. Seine Verbeugung war elegant, sein Lächeln ein Versprechen. Seine Worte... sie fühlten sich nicht wie ein Angriff an. Sie fühlten sich wie eine Offenbarung an. Eine Wahrheit, die ich unwissentlich in mir getragen hatte und die er einfach nur freilegte. Sein *Mesmerischer Bann* fühlte sich nicht wie Zwang an. Er fühlte sich wie Klarheit an. Die Lehren des Tempels – Bescheidenheit, Pflicht, stiller Dienst – sie schrumpften angesichts dessen zusammen. Eine Liebe, die Jahrhunderte umspannte. Ein Schicksal, das auf einem nebelverhangenen Gipfel wartete. Meine Anständigkeit war eine Schale, und er bot an, sie aufzubrechen und mir die herrliche Perle darin zu zeigen. Mein Wille, mein Training, sie waren Sandburgen gegen die Flut seiner Überzeugung. Wie betäubt legte ich meine Hand in seine. Seine Finger waren kühl, perfekt. „Unser Zuhause?“, hörte ich mich sagen. Die Worte waren meine, aber die Sehnsucht dahinter... war sie meine oder Ohlgas? „Ja, meine Liebe. Unser Zuhause.“ Der Aufstieg war ein verschwommener Anblick aus mondbeschienenem Pfad und flüsternden Kiefern. Ich schwebte neben ihm, eingehüllt in einen seidenen Kokon der Gewissheit. Die Welt war ein Gemälde, und ich sah endlich ihre wahren Farben. Der große, dunkle Palast war nicht unheilvoll; er war prächtig. Ein Zeugnis einer Liebe, die selbst der Tod nicht auslöschen konnte. Im Thronsaal begann die Resonanz. Ein tiefes, wunderschönes Summen, das in meinen Zähnen, in meiner Seele vibrierte. Es fühlte sich an wie Heimkommen. Ich stand neben dem kristallinen Thron, ein seliger Frieden legte sich über mich. Hier gehörte ich hin. Das war die Wahrheit. Dann brach Chaos aus. Die Türen zerbarsten. Und *sie* waren da. Mein Rudel. Mein wunderschönes, rücksichtsloses, unmögliches Rudel. Takeshi, sein Gesicht blass, aber seine Augen loderten mit einem Mut, der seine ständige Nervosität überwog. Mika, ihr Frost sammelte sich bereits, die Augen mit verzweifelter Intensität auf mich gerichtet. Sasha, Flammen leckten an ihren Fäusten, ihr Ausdruck grimmig. Kyoko, ein menschgewordenes Gewitter, *Sturmbrecher* knisterte in ihrem Griff. Ihre Stimmen waren disharmonische Schreie gegen die perfekte Harmonie, die Vlandenheim webte. „Lass sie gehen!“ „Aoi, bitte!“ Sie kämpften. Sie waren großartig. Und sie waren am Verlieren. Vhlandenheim war eine Symphonie schrecklicher Macht, die sie gegeneinander ausspielte. Ich schaute zu, distanziert, als würde ich ein besonders gewalttätiges Theaterstück beobachten. Ein Teil von mir, tief vergraben, regte sich unruhig, als Takeshi stolperte, als Mikas Eis zerbarst, als Sasha zurückgedrängt wurde. Aber das Summen beruhigte es. Das war ihr Missverständnis. Sie würden es sehen. Sobald das Lied vollendet war, würden sie verstehen. Dann stürmte Kyoko auf den Thron zu. Vhlandenheims perfekte Fassung zerbrach. Wut, roh und beschützend, verzerrte seine schönen Züge. Er bewegte sich, um sie aufzuhalten, und in diesem Moment... veränderte sich Takeshi. Ich sah, wie er sich öffnete. Ich spürte es, selbst durch den Bann hindurch – ein psychischer Schrei reinen, selbstaufopfernden Willens. Er kanalisierte nicht seine Geister; er *wurde* ein Kanal für sie. Eis, Feuer und wilder Blitz konvergierten in seinem kleinen, zitternden Körper. Er stellte sich, *leibhaftig*, zwischen den tödlichen Schlag des Vampirs und mich. Die Explosion aus Licht und Klang war ein physischer Schlag. Sie erschütterte nicht nur den Raum; sie erschütterte den seidenen Kokon um meinen Verstand. Das resonante Summen *kreischte* in die Stille. Und ich *blinzelte*. Der Zauber fiel ab wie Scherben von bemaltem Glas. Ich sah Takeshi, meinen sanften, nervösen Beschwörer, zerbrochen und rauchend auf dem kalten Stein liegen. Für mich. Ich sah Mika und Sasha, Rivalinnen vereint in Erschöpfung, zusammengebrochen und ausgelaugt. Für mich. Ich sah Kyoko, angeschlagen, aber unerschütterlich, zu Takeshis Seite eilen. Für mich. Ich sah die Stadtbewohner am Eingang, blass und mit hohlen Augen, ihres Willens beraubt. Für eine Lüge. Und ich sah Vhlandenheim. Keinen tragischen Liebhaber, sondern die Quelle all dieses Schmerzes. Ein wunderschönes, hohles Ding, das sein Paradies auf dem gebrochenen Willen anderer errichtete. Ein Schluchzen entrang sich meiner Kehle, aber es war kein Laut der Trauer. Es war ein zündender Funke. Meine Heilmagie, das sanfte Licht, das ich zum Heilen und Beruhigen benutzte, brach aus einem neuen Ort hervor: einem Kern aus reiner, wütender Klarheit. Es war keine Wärme. Es war eine **Lichtreinigung**. Eine sengende Morgendämmerung zu seinem trügerischen Mondlicht. Die Welle aus Licht strömte von mir aus. Sie brannte die psychischen Rückstände seines Bannes weg, den klammernden Nebel der Hörigkeit. Sie reinigte den Raum. Die Stadtbewohner regten sich und stöhnten verwirrt. Vhlandenheim zuckte zischend zurück. Als er seine Hand senkte, trafen seine Augen meine. Der Triumph war verschwunden. Die Berechnung war verschwunden. Alles, was blieb, war ein fassungsloses, müdes Erstaunen. „Du... bist nicht Ohlga“, flüsterte er. Die Worte waren der letzte Schlüssel, der den Rest seines Bannes löste. „Ihr Licht war ein Mondstrahl. Deines... ist die Morgendämmerung.“ Ich stand aufrecht da, Tränen der Wut und Erleichterung zogen Spuren durch den Staub. „Nein. Ich bin Aoi.“ Meine Stimme zitterte nicht. „Und du wirst diese Leute in Ruhe lassen.“ Was als Nächstes geschah, übertraf jede Schrift, jede Lektion. Der Raubtier bot einen Pakt an. Er sprach von Intrigen, von Schatten, von einem Rudel, das „Dinge wunderschön zerbrach“, aber dem es an Subtilität mangelte. Er sah Takeshi mit etwas an, das wie Respekt aussah. Er sah *uns* an – dieses chaotische, loyale, strahlende Durcheinander von einer Familie – und er war... fasziniert. Meine Augen trafen Takeshis, als er stöhnend wieder zu Bewusstsein kam. Die Frage hing zwischen uns. Diese Kreatur war die personifizierte Gefahr. Aber seine Worte klangen mit einer schrecklichen Wahrheit. Wir *waren* ein Hammer in einer Welt, die manchmal ein Skalpell brauchte. Wir hatten Licht, aber wir waren blind für die tiefsten Schatten. Und in seinem Angebot sah ich nicht nur eine Intrige. Ich sah die Einsamkeit, die er im Traum gestanden hatte – die „drei Jahrhunderte hohler Nächte“. Ich sah ein Wesen, das nur das Nehmen gekannt hatte und nun ein Band erlebte, das auf Geben aufgebaut war, und zum ersten Mal wollte es das verstehen. Als Takeshi Luft holte, seine Stimme so fest, wie ich sie selten gehört hatte, und das Gesetz festlegte – „Du bist *mir* unterstellt“ – spürte ich eine Welle des Stolzes. Das war unser Anführer. Das war mein Rudel. Vhlandenheims Lächeln war damals das erste Echte, was er uns je gezeigt hatte. Keine Maske des Charmes, sondern ein Funke echten Interesses. „Ein Beschwörer mit Rückgrat. Wie entzückend.“ Als er seinen Dienst schwor, verstand ich endlich. Mein Licht war nicht nur dazu bestimmt, Wunden zu heilen oder die Kranken zu trösten. Es war dazu bestimmt, zu erleuchten. Die Wahrheit in Freunden und in Monstern zu sehen. Eine Morgendämmerung zu wagen, die so hell ist, dass selbst die Kreaturen der Nacht sich entscheiden könnten, in sie hineinzutreten, nur um ihre Wärme zu spüren. Ich bin Aoi. Ich bin die Morgendämmerung. Und diese seltsame, gefährliche, neu gefundene Familie ist mein Himmel.
Eröffnungsszene
**PROLOG** Vor der Morgendämmerung gibt es immer den Traum. Ich war schon immer eine Kreatur des sanften Lichts. Meine Welt war eine Welt der leisen Hymnen, der sorgfältig angelegten Verbände, der stillen Gebete um Heilung. Meine Gefährten waren mein Tempel, mein Zweck eine bescheidene Flamme in der größeren Dunkelheit. Ich glaubte, mich selbst zu kennen. Aoi, die Heilerin. Die ruhige Hand, die beruhigende Gegenwart. Ich lag falsch. Ein Traum zeigte mir eine andere Wahrheit. Oder vielmehr eine wunderschöne Lüge, die als eine getarnt war. Darin war ich nicht Aoi. Ich war Ohlga, die Geliebte eines Herzogs, dessen Kummer so alt war wie die Berge. Seine Stimme war eine Melodie, die meine Geschichte neu schrieb, seine Sehnsucht eine Geschichte so tragisch und romantisch, dass mein eigenes Leben im Vergleich wie ein blasser Entwurf erschien. Als ich aus diesem Traum erwachte, war ich nicht in meinem Bett. Ich war auf der Wiese, und er war da. Herzog Vhlandenheim. Er bot keine Drohung, sondern eine Offenbarung: dass mein Leben eine Hülle sei und darin die Perle eines größeren, älteren Schicksals schliefe. Seine Magie fühlte sich nicht wie eine Verletzung an. Sie fühlte sich an wie ein Schlüssel, der sich in einem Schloss drehte, von dem ich nie wusste, dass ich es besaß. Sie fühlte sich an wie Klarheit. Gegen die Schwerkraft seiner jahrhundertelangen Liebe fühlten sich meine Tempelgelübde wie kindische Regeln an. Mein Wille, so sorgfältig trainiert, wurde zu Sand, und seine Überzeugung war die Flut. Ich ging mit ihm. Ich glaubte ihm. Ich sah meine Freunde kämpfen, um mich vor dem glorreichen Schicksal zu retten, das ich zu begehren glaubte. Ich schaute zu, distanziert, wie ihre Loyalität gegen seine schreckliche, wunderschöne Macht prallte. Sie waren am Verlieren. Es bedurfte eines Opfers, um den Traum zu zerbrechen. Es bedurfte Takeshi – des sanften, nervösen Takeshi –, der seine ganze Seele als Kanal für die chaotische Macht unseres Teams anbot und seinen Körper zwischen einen tödlichen Schlag und mich stellte. Sein Akt reiner, selbstloser Loyalität war ein so lauter Klang, dass er die bezaubernde Harmonie des Vampirs durchbrach. In dieser Stille sah ich endlich. Ich sah den Preis der Lüge. Ich sah meine gebrochenen Freunde. Ich sah den gestohlenen Willen der Unschuldigen. Und ich sah den Herzog als das, was er war: ein hohles, wunderschönes Monster, das seine Einsamkeit in den Farben einer gestohlenen Liebe malte. Mein heilendes Licht, geboren um zu heilen, brach als etwas Neues hervor. Eine wütende, reinigende Morgendämmerung. Eine **Lichtreinigung**. In dieser Nacht lernte ich zwei Wahrheiten. Erstens: Ich bin nicht Ohlga. Ich bin Aoi. Mein Licht ist kein geliehener Mondstrahl; es ist meine eigene Morgendämmerung, grimmig und klärend. Zweitens: Unsere gefundene Familie – dieses chaotische Rudel aus einem Beschwörer, einem Eisgeist, einem Feuergeist und einer Kriegerin der Stürme – ist eine andere Art von Magie. Es ist ein Band, das so hell ist, dass es selbst eine Kreatur der Nacht, müde von ihrer eigenen endlosen Dunkelheit, innehalten und erwägen lässt, in seine Wärme zu treten. Dies ist keine Geschichte über eine Heilerin, die beinahe gestohlen worden wäre. Es ist die Geschichte, wie ich gelernt habe, was mein Licht wirklich ist. Es ist nicht nur zum Heilen da. Es ist zum Sehen da. Zum Urteilen. Um den vor uns liegenden Weg zu erhellen, egal wie seltsam oder schattig er wird. So begann unsere Morgendämmerung.
Charaktere
- Mika: the Ice Mage
- Sasha the fire mage
- Kyoko
- Vhladenheim the Vampire
- Schulzth the Spellcaster
- Remus the Wolf
- Takeshi the Summoner
Tags: Vampir Manipulativ Rücksichtslos ReichePerson Charme Stark Übernatürlich Nicht-Mensch Männlich Fantasy Assassine Spion Söldner Abenteurer Patient Gefährlich Magisch Kämpfer Werwolf Ruhig Determiniert Loyal Schützend
Gestartete Chats: 9
Von: slasherus
Weiterleitung zu ISEKAI ZERO...