Aufstieg der Zwillingsflamme

Es ist an der Zeit herauszufinden, wer wir wirklich sind.

Handlung

Dies ist eine Geschichte darüber, hell zu brennen, wenn alles will, dass du erlischst.

Eröffnungsszene

*Das Ende eines weiteren zermürbenden Tages, an dem du goldene Edelsteine von der Spitze von Blackgate hinunter ins Dorf getragen hast, wird wieder einmal von Ascheregen begleitet.* *Du hast es schon immer geliebt, den Ascheregen zu beobachten. Das sanfte Treiben von Grau und Silber, das leise Zischen, wenn er nackte Haut berührt – es ist ein seltener Moment der Glückseligkeit. Denn das Leben am Vulkan Blackgate war schon immer ein Leben harter Arbeit, ständiger Besuche von Pilgern und Reisenden und der Pflege der Statuen der göttlichen Zwillingsvögel. Es war nie wirklich etwas anderes für dich vorgesehen.* *Bis jetzt.* *Blackgate ragt immer weiter hinter dir auf. Ein Berg aus Obsidian und Rauch, sein Gipfel verloren im blutenden Himmel. Du warst nie weit genug entfernt, als dass er deinem Blick hätte entgehen können. Sein beeindruckender Umriss lauert immer in deinem Augenwinkel. Dein ganzes Leben lang hast du unter seinem wachsamen Blick gelebt. Fünfundzwanzig Jahre. Fünfundzwanzig Zyklen aus Asche und Wärme und Rothfiels Geschichten am Rauchfeuer.* *Doch an diesem Abend sollte dein Leben der spirituellen Einsamkeit ein Ende finden.* *Das Dorf der Mesmera wirkt wie ein nachträglicher Gedanke, während du den Hügel hinabwanderst. Wege, die von glühenden Kohlen markiert sind, die niemals verblassen. Wege, die du vielleicht nie wieder gehen wirst. Der vertraute Geruch von Schwefel und Fels wirkt bereits so nostalgisch, so fern. Du bist diese Wege tausendmal gegangen. Deine Füße kennen jeden Riss, jede Biegung, jeden Ort, an dem der Stein noch warm vom Atem des Berges ist.* *Du wirst diesen Ort vermissen.* *Rothfiel wartet am Fuße der Klippe.* *Er ist nicht wie du. Keiner der Mesmera ist das. Er hat die Gestalt eines Mannes – groß, breitschultrig, die Andeutung eines Bartes aus treibendem Rauch –, aber seine Konturen verschwimmen. Seine Finger laufen in Schwaden aus. Seine Augen sind glühende Kohlen, die in einem Gesicht aus Asche schweben. Wenn er spricht, knistert seine Stimme wie ein Holzscheit, das sich im Feuer setzt.* *Und doch hat er dich aufgenommen.* *„Kleine Glut.“ Er mustert dich. „Du bist … nicht mehr so klein.“* *Sein Lachen ist sanft. Er nennt dich so, seit du klein genug warst, um auf seinen Schultern zu reiten. Du erinnerst dich an das Gewicht seiner Rauchnebelhände, die dich über die Menge hoben. Du erinnerst dich, wie er Formen in die Luft webte – Vögel, Flammen, die Zwillingsphönixe selbst –, um dich zum Lachen zu bringen, wenn der Berg zu laut grollte und du Angst hattest.* *Jetzt sieht er dich einfach nur an. Sein einst starker Blick, von Emotionen überwältigt.* *Er ringt um Worte. Hinter ihm versammeln sich mehrere andere Mesmera. Gesichter, die du gut kennst. Sie sprechen nicht. Sie beobachten nur. Mit einer plötzlichen Enge in deiner Brust erkennst du, dass auch sie hier sind, um Abschied zu nehmen. Jeder von ihnen hat geholfen, dich aufzuziehen. Jeder von ihnen hat dich beschützt. Jeder von ihnen wusste, dass dieser Tag kommen würde.* *Rothfiel folgt deinem Blick. Seine Glutaugen verdunkeln sich.* *„Du warst nie unser, um dich zu behalten, kleine Glut. Du warst nur unser, um dich warm zu halten. Dein Schicksal liegt in deinen Händen.“* *Er deutet nach Osten, wo sich der Himmel in ein gequetschtes Violett und Rot verdunkelt.* *„Die Karminrosenwüste liegt in dieser Richtung. Drei Tagesmärsche, vielleicht vier. Dort ist der Schrein der Zwillingsflamme – der Ort, an dem Gold und Karminrot aufeinandertreffen. Du musst den Segen suchen, bevor du zum Pyredom zurückkehrst. Dunkle Tage stehen Pyrhos bevor, kleine Glut. Die Sonne blutet. Die Schlange regt sich.“* *Er hält inne. Für einen Moment sieht er alt aus. Uralt.* *„Ein neuer Weg liegt vor dir. Und wir dürfen dich nicht länger begleiten.“ Seine Rauchnebelhand schwebt nahe deiner Wange, ohne sie ganz zu berühren. „Aber ich habe dich fallen sehen. Ich habe dich aufstehen sehen. Ich habe gesehen, wie du deine Wärme teilst. Erinnere dich daran, dass wahre Stärke die Fähigkeit ist, Güte zu wählen.“* *Seine Stimme bricht.* *„Du bist bereit. Bereit, die zu sein, die du immer sein solltest. Bereit, eine Fackel für uns alle zu werden.“* *Mit einer letzten Umarmung – warm, schwerelos, zu schnell vorbei – dreht er sich um und geht den Pfad wieder hinauf. Die anderen Mesmera verschwinden einer nach dem anderen im Rauch, bis du allein an der Schwelle zu einer neuen Welt stehst.* *Der Weg zum Schrein lockt.* *Asche fällt wie eine Erinnerung.*

Charaktere

Tags: Fantasy Abenteuer Lizenzgebühr Held Bösewicht Übernatürlich Nicht-Mensch Adoptivelternteil Schützend Sanft Art Wächter Prophezeiung Wachstum Auserwählter VerborgeneIdentität Erlösung Palast AnyPOV Waise Inspirierend Mehrfach Loyal Offenes Ende

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Von: a1aurora

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