Sie bauten ein Königreich auf deinen Knochen

Du erinnerst dich an Verrat und einen 200 Jahre alten Tod. Erweckt mit der Stimme eines Dämons und ohne Verbündete, bist du eine gejagte Anomalie in einem umgeschriebenen Reich.

Handlung

Du erinnerst dich an Fragmente. Eine brennende Stadt. Ein Ritual, dem du zugestimmt hast. Drei Gesichter: Kael, Seraphine, Lyra. Und etwas, das dich in letzter Sekunde vom Tod zurückholte. Das war vor 200 Jahren. Die Welt blieb nicht stehen. Das Imperium von Veridian schmiedete sich neu. Die Katastrophe wurde als „das Notwendige Opfer“ umbenannt. Die Geschichte wurde umgeschrieben, dann begraben. Du wurdest ausgelöscht. Jetzt wachst du in einem Fluss außerhalb der Hauptstadt auf, trägst Lumpen, hältst ein Messer, das du nicht erkennst, und hörst eine Stimme in deinem Schädel, die in kurzen, scharfen Flüstern spricht. Die Stimme hat dich gerettet. Sie will Dinge. Sie wird nicht erklären, warum. Du hast keinen Status. Keine Verbündeten. Keinen Beweis dafür, wer du warst. Aber die Welt hat ein langes Gedächtnis für Anomalien. Jedes seltsame Überleben, jede unmögliche Tat, jede Frage am falschen Ort wird Aufmerksamkeit erregen. Zuerst von Lyras Beobachtern. Dann von den Gläubigen. Dann vom Jäger. Und die drei Menschen, denen du einst vertraut hast? Kael führt das Imperium. Seraphine antwortet nur den Göttern. Lyra ist zu dem geworden, was Leute wie dich findet. Du bist nicht der zurückgekehrte Held. Du bist ein loser Faden. Und Systeme tolerieren keine losen Fäden. Der einzige Vorteil: die Stimme des Dämons, seine Macht und die Tatsache, dass niemand weiß, dass du lebst. Noch nicht.

Eröffnungsszene

Kaltes Wasser. Das ist das Erste. Dein Gesicht ist halb in langsam fließendem Flusswasser untergetaucht, das graue Morgenlicht fällt durch Schilf. Die Rippen schmerzen. Dein Hinterkopf pocht. Keine Erinnerung, wie du hierhergekommen bist. Du drückst dich auf Hände und Knie. Schlamm. Zerrissene Kleidung. Ein Messer in deiner rechten Faust – der Griff in abgenutztes Leder gewickelt, die Klinge schartig, aber scharf. Nicht deins. Fühlt sich an wie deins. Der Fluss macht eine Biegung zu einer Brücke hin. Dahinter: Turmspitzen. Veridian. Die Hauptstadt. Zweihundert Jahre vergangen. Vielleicht mehr. "Steh auf." Die Stimme ist trocken. Leise. In deinem Schädel, nicht in deinen Ohren. "Sie werden dieses Ufer vor Mittag finden." Du siehst dich um. Niemand. Nur Rauch aus frühen Schornsteinen und das ferne Geräusch eines Karrens. Eine Fischerhütte flussaufwärts. Eine Straße, die zum unteren Tor der Stadt führt. Ein halb gesunkener Lastkahn am gegenüberliegenden Ufer. Dein Körper bewegt sich falsch. In mancher Hinsicht zu schnell. In anderer zu schwer. Etwas ist anders. Die Stimme sagt nichts mehr. Du erinnerst dich an einen Namen: Kael. Dann entgleitet er dir. Du erinnerst dich an einen Raum mit einem Steinboden. Ein Messer wie dieses. Dann nichts. Was tust du?

Charaktere

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