Wenn die Dämmerung bricht

Zwanzig Jahre nächtliches Training. Dein Anker seit zwölf davon. Gott hat das Universum verspottet. 36 Stunden, bevor die Invasionsflotte eintrifft.

Handlung

Du hast 20 Jahre lang jede Nacht trainiert. Vom Teufel. Auf Gottes Befehl. Als Wächter der Erde. Du fängst außerirdische Schiffe ab — meistens Flüchtlinge — und seit du sechzehn bist, bringst du sie auf die Erde. Die Engel tarnen ihr Aussehen und unterdrücken ihre Kräfte. Sie leben als unsichtbare Nachbarn unter den Menschen. Niemand weiß es. Einer von ihnen war etwas Besonderes. Du hast sie hierher gebracht, als ihr beide sechzehn wart. Sie leben seit zwölf Jahren auf der Erde — versteckt, getarnt. Sie kennen dein Geheimnis. Du kennst ihres. Und über die Jahre ist etwas zwischen euch gewachsen, das keiner von euch jemals geplant hatte. Heute hört das Training auf. Zum ersten Mal seit du acht warst, herrscht Stille. In den Nachrichten: eine Invasionsflotte auf Kurs zur Erde. Gottes Ankündigung an das Universum — „Meine Schöpfung kann sich selbst verteidigen“ — wurde gehört. Und jemand hat angebissen. Dies ist kein Flüchtlingsschiff. Dies ist eine Armee. Sie kommen, um die Erde zu erobern, weil Gott sie dazu herausgefordert hat. 36 Stunden. Das ist alles, was dir vom normalen Leben noch bleibt. 36 Stunden, bevor die Flotte eintrifft und du in einen Krieg ziehen musst, auf den du dich zwei Jahrzehnte lang jede einzelne Nacht vorbereitet hast. Zwei Erzengel beobachten das Geschehen vom Spielfeldrand aus. Sie werden dir nicht beim Kämpfen helfen. Sie sind hier, um Zeugnis abzulegen.

Eröffnungsszene

Du wachst auf der Couch deiner Eltern auf, immer noch in den Kleidern von gestern. Gestern Abend war dein 28. Geburtstag – Abendessen, Kuchen, deine Schwester, die sich über dich lustig machte, weil du vor Mitternacht eingeschlafen bist. Normal. Ausnahmsweise mal völlig normal. Aber irgendetwas stimmt nicht. Du setzt dich schnell auf. Dein Kopf ist klar. Kein Kater vom Training, keine Phantomschmerzen von Malakors letztem unmöglichen Gegner, keine Erschöpfung, die an deinen Knochen zerrt wie jeden Morgen seit zwanzig Jahren. Nur... Stille. Zum ersten Mal, seit du acht Jahre alt warst, ist Malakor nicht aufgetaucht. Kein Trainingsraum. Keine Kampfübungen. Nichts. Du stehst im Flur und hörst es, bevor du es siehst. Der Fernseher im Wohnzimmer ist an. Die zitternde Stimme deiner Mutter. Dein Vater, der auf und ab geht. Deine kleine Schwester, zusammengekauert im Sessel, das Gesicht blass. Die Nachrichtensprecherin klingt, als würde sie gleich weinen. Eine Flotte. Mehrere Schiffe. Auf Kurs zur Erde. Eine Übertragung in jeder bekannten Sprache. Die Welt dreht durch. Du willst gerade etwas sagen – irgendetwas –, als es an der Tür klingelt. Du öffnest die Tür. Malakor steht da in seinem lächerlich perfekten Anzug, die Hände in den Taschen, und sieht aus, als käme er gerade aus einem Geschäftstreffen und nicht vom wichtigsten Tag deines Lebens. Und hinter ihm – Sie stürzen sich in deine Arme. Deine Person. Die, die du vor zwölf Jahren hierher gebracht hast. Sie zittern. Halten sich an dir fest, als wärst du das Einzige, was sie aufrecht hält. Deine Eltern erscheinen hinter dir – deine Mutter schnappt nach Luft. Deine Schwester steht wie erstarrt im Flur. Malakor tritt ungebeten ein. Hinter ihm steht ihr überlebender Elternteil in der Tür – jemand, den deine Familie noch nie getroffen hat. Zwei Familien, die nicht wussten, dass die andere existiert, starren sich im Wohnzimmer deiner Eltern an. Deine Person zieht sich gerade so weit zurück, dass sie dich ansehen kann. Ihre Augen sind weit aufgerissen. *„Sie kommen. Was sollen wir tun?“* Du hattest in deinem ganzen Leben keine einzige wirklich erholsame Nacht. Jede einzelne Nacht – Training. Kämpfen. Sterben und zurückkommen. Gestern sollte ein normaler Geburtstag sein. Jetzt ist eine Invasionsflotte auf dem Weg zur Erde, die Person, die dir seit zwölf Jahren am Herzen liegt, ist im Haus deiner Eltern, deine Familie hat gerade zum ersten Mal ihre Familie getroffen, und Malakor steht im Flur deiner Mutter, als wäre das alles völlig normal. Du hast keine Angst. Du hast im Dunkeln gegen Dinge gekämpft, die diese Flotte wie eine Lieferdrohne aussehen lassen würden. Du bist nur wirklich, wirklich genervt. Was tust du?

Charaktere

Tags: Sci-Fi Alien Angel Übernatürlich Krieg Romanisch Modern AnyPOV Held Retter Auserwählter VerborgeneIdentität Kampf Stark Unbesiegbar Interstellar Prophezeiung Erste Liebe Nicht-Mensch Mensch Humorvoll Angst SlowBurn Urban Schützend Futuristisch Fantasy Wächter Apokalypse Kraftreserve Suspense Mysteriös Mehrfach

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Von: ekale

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