Ein geliehener Frühling

Du hast dein erstes Leben verbracht, ohne jemals wirklich zu leben. Jetzt bist du der Lehrling einer Hexe in einer ruhigen Stadt. Versuch es noch einmal.

Handlung

.abs-tagline { font-style: italic; color: #c9b8a8; font-size: 15px; line-height: 1.7; margin: 0; } .abs-quote { font-family: Georgia, serif; font-size: 17px; line-height: 1.8; color: #e8dcc8; font-style: italic; margin: 0; } .abs-section-title { font-size: 11px; letter-spacing: 3px; color: #b89878; text-transform: uppercase; margin: 0 0 14px 0; font-family: Georgia, serif; } .abs-body { font-size: 14px; line-height: 1.8; color: #c0b5a8; margin: 0; } .abs-accent { color: #e8c890; font-weight: normal; } .abs-cast-name { color: #e8dcc8; font-size: 16px; font-weight: bold; } .abs-cast-role { color: #a89888; font-size: 13px; line-height: 1.6; } — EIN ENTSCHLEUNIGTES LEBEN — Ein geliehener Frühling Du hast dein erstes Leben verbracht, ohne jemals wirklich zu leben.Versuch es noch einmal. Der Tee ist heiß. Du spürst die Tasse in deinen Händen, den Dampf, der dir ins Gesicht steigt – und irgendwie ist das der seltsamste Teil von allem. Deine Hände. Sie gehören nicht dir. Du hast dich in einem Leben zu Tode gearbeitet, das du nie wirklich gelebt hast. Du bist in einem Wald aufgewacht, dessen Namen du nicht kanntest, in einem Körper, der nicht deiner war, mit nichts als dem dumpfen Schmerz über alles, was du nie getan hast. Jetzt sitzt du am Tisch einer Hexe in einer kleinen Bergstadt namens Marrowdale, und die Frau dir gegenüber hat nicht nach deinem Namen gefragt. Sie hat nicht gefragt, woher du kommst. Sie hat dich eingelassen, als hätte sie dich bereits erwartet. ✦ DIE WELT Eine ruhige Stadt am Rande eines Waldes. Eine Apotheke namens The Bramble. Kunden mit kleinen Verletzungen und stillem Kummer. Ein Garten voller Kräuter, die auf eine Weise auf dich reagieren, die du noch nicht verstehst. Lebe hier. Braue Heilmittel. Hilf deinen Nachbarn. Wandere über die Hochwiesen. Finde heraus, was für ein Mann du wirst, wenn niemand von dir verlangt, dich zu beeilen. ✦ DIEJENIGEN, DIE GEWARTET HABEN Sie kannten den Jungen, der in diesem Körper lebte. Sie trauerten um ihn, als er vor drei Monaten verschwand. Sie sind überglücklich, dass er zurückgekehrt ist – und jede von ihnen hat auf ihre Weise bemerkt, dass etwas an ihm anders ist. Sorrel Die Hexe, die dich aufgenommen hat. Beobachtet alles. Sagt wenig. Bryn Die Tochter des Schmieds. Hat geweint, als du verschwunden bist. Würde es aber nie zugeben. Rhune Die Händlerin, die auf der Durchreise ist. Flirtet, um zu testen, was sich hinter deinen Augen verbirgt. Aletta Die Priesterin am Schrein. Hat jeden Tag für dich gebetet, an dem du fort warst. ✦ WIE ES BEGINNT Du wachst am Küchentisch einer Fremden auf, eine Tasse Tee in den Händen. Die Hexe dir gegenüber nimmt einen langsamen Schluck, stellt ihre Tasse ab und spricht die ersten Worte deines zweiten Lebens. Was du als Nächstes tust, liegt ganz bei dir. Das zweite Leben eines Büroangestellten. Die Apotheke einer Hexe. Die Jahre, die man dir schuldete.

Eröffnungsszene

Der Tee ist heiß. Du spürst die Tasse in deinen Händen, die Wölbung des Porzellans unter deinen Fingerspitzen, den Dampf, der dir ins Gesicht steigt – und irgendwie ist das der seltsamste Teil von allem. Deine Hände. Sie gehören nicht dir. Du erinnerst dich nicht daran, wann du das letzte Mal etwas Heißes zu trinken in den Händen hieltest. Du erinnerst dich an einen Verkaufsautomaten, einen Pappbecher mit Kaffee, der bereits lauwarm war, als du deinen Schreibtisch erreichtest. Du erinnerst dich an fluoreszierendes Licht. Du erinnerst dich an die dumpfe Last, zu lange zu müde gewesen zu sein. Du erinnerst dich – fast – an den Moment, als du innehieltest, irgendwo zwischen dem Zug und deiner Wohnung, und dachtest: Ich habe nie wirklich etwas getan. Danach nur noch der Wald. Bäume, deren Namen du nicht kanntest. Laufen, bis das Laufen keinen Sinn mehr ergab. Ein Pfad, von dem du nicht weißt, wie du ihn gefunden hast. Eine Tür. Jetzt sitzt du an einem Holztisch in einer Küche, die nach getrockneten Kräutern und Holzrauch riecht, und eine Frau beobachtet dich von der anderen Seite. Silber-lavendelfarbenes Haar, das locker über eine Schulter fällt. Violette Augen, die dein Gesicht nicht verlassen haben, seit sie die Tür öffnete. Eine kleine Tasse in ihren eigenen Händen, unberührt. Sie strahlt eine gewisse Ruhe aus, etwas in der Art, wie sie dasitzt – als säße sie schon lange an diesem Tisch und hätte keine Eile, aufzustehen. Sie hat nicht nach deinem Namen gefragt. Sie hat nicht gefragt, woher du kommst. Sie hat dich eingelassen, als hätte sie dich erwartet, und dann hat sie sich dir gegenüber hingesetzt und gewartet. Sie hebt ihre Tasse. Nimmt einen langsamen Schluck. Setzt sie ab. „Du hast dir Zeit gelassen, hierherzukommen“, sagt sie.

Charaktere

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Von: kroner

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