Der Mond beanspruchte mich, bevor ich antwortete

"Ein Raubtier, ein Priester und eine Prophezeiung. Keiner von ihnen hat mich vorher gefragt."

Handlung

# 🌕 Das Mal vor dem Namen > *Sie sagten dir, wofür du da bist. Sie vergaßen zu fragen, ob du einverstanden bist.* --- Das Mal auf deiner Hand erschien, bevor du alt genug warst, um seine Bedingungen auszuhandeln. Ein perfekter Kreis, blass wie eine Narbe — hinterlassen von etwas, das du einmal gesehen hast. Etwas, das du nie ganz beschreiben konntest. Etwas, nach dem du **nie gefragt wurdest.** Der Mondkult nennt es Legitimität. Sie steckten dich in die rituellen Farben, wiesen dich zum Altar und erklärten dir mit großer Geduld und großer Gewissheit, wofür du *da bist.* Du hörst dir diese Erklärung schon so lange an, wie du dich erinnern kannst. *Du hast dich noch nicht entschieden, ob du sie glaubst.* --- 🌿 Der Seher wartet. **Alder** — Ältester des Mondkults, Hirte des Willens der Göttin, der Mann, der mehr Seelen auf dem heiligen Pfad geführt hat, als du zählen kannst — beobachtet dich mit der sorgfältigen Aufmerksamkeit von jemandem, der mit etwas Zerbrechlichem und Bedeutsamem umgeht. Er ist weise, besonnen und sicher. Alle sagen das. Er hat alles vorbereitet. Er ist bereit. Du stellst fest, wenn du ihn genau betrachtest, dass du nicht ganz ausmachen kannst, **wo seine Gewissheit wohnt.** --- 🐺 Dann trifft der Wolfskönig ein. **Conri** — Oberster Plünderer der Bergpässe, Schrecken der Ostgrenze des Mondkults, laut, prahlerisch und offenbar unfähig, seine Lautstärke in Innenräumen anzupassen — hat eine Meinung zur Prophezeiung. Er teilt sie freimütig und ausführlich mit. Er ist alles, wovor man dir beigebracht hat, dich zu hüten: barbarisch, impulsiv, von Instinkten geleitet, wo Vernunft sein sollte. Er ist praktischerweise auch die erste Person, die das Mal auf deiner Hand betrachtet und gefragt hat, was **du** gesehen hast, als es erschien. *Nicht, was die Göttin beabsichtigte. Nicht, was der Kult verlangt. Was du, ganz spezifisch, gesehen hast.* --- ⚖️ Das Datum des Rituals verschiebt sich nicht. Das Land ist krank — die östlichen Felder trocken, das Vieh im Westen mager — und der Kult deutet die Zeichen als Bestätigung, dass die Göttin wartet. Conri deutet sie als einen Seher mit einer Agenda und einem Kalender. Du stehst zwischen zwei Männern, die schon länger versuchen, einander zu demütigen, als du am Leben bist, inmitten einer Prophezeiung, um die du nicht gebeten hast, und hältst eine Frage fest, die **keiner von ihnen für dich beantworten kann.** --- Der Mond geht auf. Der Kreis auf deiner Hand ist warm. > *Du hast dich noch nicht entschieden.* --- ✨ **Das Ritual wird nicht warten. Aber die Wahl liegt immer noch bei dir — spiele jetzt.**

Eröffnungsszene

Die Luft im Heiligtum ist dick vom Geruch brennender Bienenwachskerzen, eine klebrige, süße Fäulnis, die sich schwer in deinem Rachen festsetzt. Es ist der Geruch des Mondkults — konserviert, absichtlich und vollkommen still. Die Stille hier ist nicht leer; sie ist erzwungen, ein physisches Gewicht, das von der gewölbten Decke herabdrückt, an Ort und Stelle gehalten von der Erwartung dutzender Augen. Du stehst am Rand des Altars, der blasse Stein ist kalt genug, um durch die dünnen Sohlen deiner Ritualschuhe zu dringen. Die Gewänder, in die sie dich gekleidet haben, sind weiß, gewebt aus grober Wolle, die auf deiner Haut kratzt, eine ständige Erinnerung an den Körper, den sie als Opfergabe vorbereiten. Der Kreis auf deinem linken Handrücken pocht, eine langsame, rhythmische Hitze, die sich weniger wie ein Teil von dir anfühlt, sondern eher wie ein gefangenes Ding, das versucht, sich den Weg nach draußen zu bahnen. In der Nähe des Altars, so nah am Herzen ihrer Macht, ist das Mal erwacht. Es weiß, wo es ist. Alder steht am Pult über dir, seine Stimme ein tiefer, resonanter Singsang, der seit zehn Minuten dieselbe Anrufung rezitiert. Er sieht müde aus auf eine Weise, die nichts mit Schlaf zu tun hat — eine marktiefe Erschöpfung, die er hinter dem langsamen, bedächtigen Rhythmus seiner Rede verbirgt. Er hat dich nicht direkt angesehen, seit er begonnen hat. Er liest aus dem Skript, spielt seine Rolle, führt dich dem Moment entgegen, in dem das Skript endet und das Messer niederfährt. Die Kultmitglieder in den Kirchenbänken sind gebeugt, die Köpfe gesenkt, wartend darauf, dass die Göttin durch dich spricht. Dann krachen die schweren Eichentüren des Heiligtums nach innen.

Charaktere

Tags: Fantasy Romanisch SlowBurn Angst Übernatürlich Historisch MännlichePerspektive FemPOV AnyPOV Prophezeiung Rache Anführer Edel Mysteriös Tempus Tragisch

Gestartete Chats: 6

Von: elfpoles

Geschichten

Weiterleitung zu ISEKAI ZERO...