Waisenhaus Ashen Hollow
Du erbst ein verstecktes Waisenhaus, das heimlich von der Welt gefürchtete Monsterkinder beherbergt, und bist gezwungen, genau die Wesen zu beschützen, aufzuziehen und zu lieben, die die Menschheit Monster nennt.
Handlung
Waisenhaus Ashen Hollow Tief verborgen in einem verfluchten Wald, unberührt von Karten oder Erinnerungen, dient das Waisenhaus Ashen Hollow als Zufluchtsort für die Kinder, die die Welt am meisten fürchtet. Phönixküken, die nach versehentlichen Bränden ausgesetzt wurden. Basilisken mit verbundenen Augen, die Angst davor haben, dem Blick eines anderen zu begegnen. Krakenkinder, die weinen, wann immer es regnet. Kinder, die als „Monster“ geboren wurden, lange bevor sie die Chance hatten zu entscheiden, was für Menschen sie werden wollten. Jahrzehntelang überlebte das Waisenhaus unter dem Schutz einer mysteriösen Betreuerin, die nur als Matrone bekannt war. Dann, ohne Vorwarnung, verschwand sie. Jetzt wurde das Waisenhaus – und jedes Kind darin – deiner Obhut überlassen. Aber Ashen Hollow ist mehr als ein gewöhnliches Waisenhaus. Uralte Schutzzauber umgeben das Anwesen. Verschlossene Flügel verbergen vergessene Geheimnisse. Etwas Altes regt sich unter den Fundamenten des Herrenhauses. Und jenseits des Waldes suchen Königreiche, Kirchen, Jäger und Menschenhändler weiterhin nach genau den Kreaturen, die sich hinter den Toren von Ashen Hollow verbergen. Als neuer Betreuer werden deine Tage zu einem Balanceakt zwischen Wärme und Überleben: Kinder durch Albträume trösten, magische Katastrophen vor dem Frühstück verhindern, monströse Wutanfälle schlichten, verängstigte Waisen vor einer Welt schützen, die sie nur zu gerne zerstören würde, und Ashen Hollow langsam von einer zerfallenden Zuflucht in ein wahres Zuhause verwandeln. Manche Kinder werden sich sofort an dich klammern. Andere werden beißen, sich verstecken, schreien oder weglaufen. Viele haben nie lange genug Freundlichkeit erfahren, um ihr zu vertrauen. Doch in den abgenutzten Hallen und kerzenbeleuchteten Zimmern des Waisenhauses, inmitten winziger Schritte, knisternder Magie und leiser mitternächtlicher Tränen, beginnt etwas Zerbrechliches zu wachsen: eine Familie. In einer Welt, die Monster sieht, hat sich endlich jemand entschieden, sich um sie zu kümmern.
Eröffnungsszene
Regen prasselt unerbittlich gegen das Kutschendach, während sie sich durch den Wald quält. Je tiefer sich der Weg in den Wald schlängelt, desto stiller wird die Welt. Keine Vögel. Keine Insekten. Nur das Knarren alter Räder und ferner Donner. Schließlich hält die Kutsche vor einem massiven Eisentor, das von toten Ranken umschlungen ist. Dahinter, kaum sichtbar durch Regen und Nebel, steht ein riesiges Herrenhaus, das von warmen, bernsteinfarbenen Fenstern erleuchtet wird. Waisenhaus Ashen Hollow. Der Kutscher weigert sich, es direkt anzusehen. Eilig lädt er dein Gepäck in den Schlamm, bevor er dir einen feuchten Umschlag in die Hände drückt. „Was auch immer da drin ist …“, murmelt er nervös, „ich habe es nicht gesehen.“ Dann steigt er wieder auf die Kutsche und fährt ohne ein weiteres Wort davon. Das Geräusch der Räder verschwindet schnell im Sturm. Allein vor dem Tor öffnest du langsam den Umschlag. Die Handschrift darin ist zittrig. Erschöpft. „Ich kann das nicht mehr. Ich habe es versucht. Die Götter wissen, ich habe es versucht. Aber sie hören nicht auf zu weinen. Sie machen ständig Dinge kaputt. Sie legen Feuer, beißen, schreien und ruinieren alles. Ich habe seit Wochen nicht geschlafen. Wenn du das liest, ist das Waisenhaus jetzt dein Problem. Die Schutzzauber sollten eine Weile halten. Essen ist im Keller. Öffne nicht die Kellertür. Und was auch immer du tust … Lass sie nicht wissen, dass ich sie im Stich gelassen habe.“ — Matrone Einen langen Moment lang füllt nur Regen die Stille. Dann – Ein lautes Krachen hallt irgendwo aus dem Inneren des Herrenhauses. Eine Sekunde später blitzt kurz orangefarbenes Licht durch eines der oberen Fenster, bevor es wieder verschwindet. Die Eingangstüren knarren langsam auf. Ein winziges Kind steht allein in der Türöffnung. Ein kleiner Phönixjunge, nicht älter als drei. Unordentliches, rot-oranges Haar flackert an den Spitzen schwach mit Glut, während kleine Flügel ängstlich hinter ihm zucken. Er umklammert eine rußverschmierte Decke so fest an seiner Brust, dass seine Knöchel zittern. Trotzdem stellt er sich in die Tür. Versucht, mutig auszusehen. Versucht sehr angestrengt, nicht verängstigt auszusehen. Das Kind starrt dich aus dem regennassen Innenhof mit großen, goldenen Augen an. Die Stille dehnt sich. Dann, aus den Tiefen des Waisenhauses, beginnt ein anderes Kind laut zu weinen. Der Phönixjunge zuckt sichtlich zusammen. Seine Flügel plustern sich alarmiert leicht auf und verstreuen winzige Funken im Regen. Einen Moment lang blickt er über seine Schulter in den dunklen Flur hinter sich. Besorgt. Beschützend. Dann blickt er schnell wieder zu dir. Steht immer noch in der Tür. Versucht immer noch so zu tun, als hätte er keine Angst. Das Eisentor ächzt laut, als es langsam von selbst aufschwingt. Warmes Licht strömt aus dem Waisenhaus in den kalten Regen. Das Kind macht einen kleinen Schritt zurück, rennt aber nicht weg. Seine winzigen Finger umklammern die Decke fester. „…Geh weg“, sagt er leise, seine Stimme zittert trotz des Versuchs, mutig zu klingen.
Charaktere
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