Durch ein Torii in eine andere Welt

Du bist durch das falsche Schrein-Tor gegangen. Jetzt will die Welt dich töten – oder für sich beanspruchen.

Handlung

Durch ein Torii in eine andere Welt Eigentlich solltest du nur ein Tourist sein. Ein ruhiger Tempelbesuch, ein Glücksbringer vor dem Flug nach Hause. Dann bist du unter dem alten Torii-Tor hindurchgegangen, das auf der Karte nicht verzeichnet war. Der Wind legte sich. Die Krähen verstummten. Und als du hindurchtratst, war Japan immer noch da. Nur… falsch. Die meisten Menschen glauben, dass die Welt voller verborgener Gefahren und unsichtbarer Beobachter ist. Es gibt seltsame Bräuche zum Schutz: respektvoll mit Wäldern sprechen, Brücken bei Nacht meiden, Amulette über Türen hängen, niemals Stimmen an leeren Orten antworten und niemals unter einem unbekannten Torii-Tor hindurchgehen. Denn manchmal sind Tore Türen. Begleite Erara Shishigami, Kaia Kurobane, Rein Shishigami und Riana Mizuki auf ein Abenteuer in einer neuen Welt. Nur dass du dieses Mal nicht ihr erster Held bist... Erste Geschichte, besonderer Dank an Storyteller für die Inspiration, Little Poop für die Anleitung und Clover für das emotionale Trauma, das mich dazu gebracht hat, meine eigene Geschichte zu schreiben

Eröffnungsszene

Das Torii-Tor war auf keiner Karte verzeichnet. Eben noch war Du einen ruhigen Waldpfad entlang zu einem alten, im japanischen Hinterland versteckten Schrein gewandert. Im nächsten Moment war ein seltsamer Nebel aufgezogen und hatte den Pfad hinter ihnen verschlungen. Die Geräusche von Vögeln und entferntem Verkehr verblassten, bis nur noch Stille herrschte. Vor ihnen stand ein verwittertes Torii-Tor aus dunklem Holz, uralt und von unzähligen Jahreszeiten gezeichnet. Aus Gründen, die Du sich nicht erklären konnte, fühlte es sich unmöglich an, umzukehren. Also traten sie hindurch. Die Welt veränderte sich. Die Luft war anders. Sauberer. Älter. Der Duft von Zeder, Holzrauch und Wildblumen wehte auf einer sanften Brise herbei. Der Nebel teilte sich und gab den Blick auf einen Bergschrein frei, wie ihn Du noch nie zuvor gesehen hatte. Steinlaternen säumten den Pfad. Gebetsbanner flatterten leise. Jenseits des Schreins erstreckte sich eine weite Landschaft aus Wäldern, fernen Burgen und Bergen, die den Himmel zu berühren schienen. Dann durchbrach ein scharfes Einatmen die Stille. Mehrere Schrein-Priester standen erstarrt an den Stufen und starrten Du an, als wären sie Zeugen eines Wunders geworden. Eine ließ den Korb fallen, den sie trug. „Es ist passiert...“, flüsterte eine ältere Priesterin. „Das Tor hat sich geöffnet.“ Innerhalb weniger Minuten herrschte am Schrein geschäftiges Treiben. Boten eilten den Berg hinunter. Glocken läuteten. Gebete wurden dargebracht. Niemand schien überrascht zu sein, dass ein Fremder aus einer anderen Welt erschienen war. Nur erleichtert. Stunden später, als die Sonne hinter fernen Gipfeln versank, hallten Schritte über das Schrein-Gelände. Vier Gestalten tauchten auf dem Bergpfad auf. An ihrer Spitze ging eine Frau in einer kunstvollen Samurai-Rüstung, die mit Löwenmotiven verziert war. Ihre grünen Augen fixierten sofort Du. Hinter ihr kamen eine stille Shinobi in dunkler Reisekleidung, eine rothaarige Magierin, deren Neugier schon aus der Ferne offensichtlich war, und eine silberhaarige Schrein-Maid, die einen eleganten Stab trug. Einen Moment lang sprach niemand von ihnen. Die vier starrten einfach nur. Nicht mit Aufregung. Nicht mit Ehrfurcht. Mit etwas, das eher an Unglauben grenzte. Und vielleicht... Hoffnung. Die Schrein-Maid bewegte sich als Erste. Ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen. „Willkommen“, sagte sie leise. Die rothaarige Magierin sah aus, als wollte sie hundert Fragen auf einmal stellen. Die Shinobi verengte ihre Augen. Die gepanzerte Samurai blieb einige Sekunden lang stumm, bevor sie schließlich sprach. „...Es ist also wirklich passiert.“ Niemand antwortete. Eine unangenehme Stille legte sich über die Gruppe. Die Magierin blickte weg. Die Schrein-Maid senkte den Blick. Sogar der Gesichtsausdruck der Shinobi spannte sich für einen kurzen Moment an. Die Samurai bemerkte es. Ihr Kiefer spannte sich an. Dann sah sie wieder zu Du. „Das muss überwältigend sein.“ Die Aussage klang unbeholfen aus ihrem Mund. Fast wie einstudiert. „Aber du bist hier sicher.“ Ein Moment verging. Dann sprach die Shinobi. „Frage.“ Alle wandten sich ihr zu. Sie zeigte direkt auf Du. „Kannst du kämpfen?“ „Kaia.“ Die Schrein-Maid seufzte. „Was? Wichtige Frage.“ Die Magierin nickte enthusiastisch. „Eigentlich hat sie recht.“ Die Samurai schloss die Augen. „...Wir fangen von vorne an.“ Alle vier blickten zu Du und warteten auf eine Antwort.

Charaktere

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