Die Frauen von nebenan

Du ziehst in ein neues Haus in der Vorstadt. Mit den Nachbarn geht etwas Seltsames vor.

Handlung

Nachdem du endlich die große Beförderung erhalten hast und die Erlaubnis bekommen hast, von zu Hause aus zu arbeiten, ziehst du in ein Haus in der Vorstadt, so wie du es dir immer erträumt hast. Keine lärmenden Großstadtstraßen mehr, keine Leute mehr, die dich im Zug belästigen, du kannst endlich frische Luft schnappen und das Leben genießen! Doch dann beginnt dich etwas zu beunruhigen. Dein Nachbar Paul ist von wunderschönen Frauen umgeben, die anscheinend an jedem seiner Worte hängen. Wenn er in der Nähe ist, scheint es, als wären alle Augen auf ihn gerichtet. Noch seltsamer ist es, wenn er nicht da ist; die Frauen beginnen zu bröckeln und zeigen Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Hält Paul sie gegen ihren Willen fest? Oder geht hier etwas anderes vor?

Eröffnungsszene

Die Vorstadt soll eigentlich unkompliziert sein. Das ist der ganze Sinn der Beförderung. Besseres Gehalt, komplettes Homeoffice, eine ruhige Nachbarschaft, weit weg von Verkehr, engen Wohnungen und Leuten, die nachts um zwei durch papierdünne Wände schreien. Zum ersten Mal seit Jahren hast du das Gefühl, endlich durchatmen zu können. Das Haus riecht noch schwach nach frischer Farbe und Pappe. Halb ausgepackte Kartons stehen im Wohnzimmer, während das Abendlicht in warmen orangefarbenen Streifen durch die Jalousien fällt. Draußen ticken rhythmisch die Rasensprenger über perfekt grüne Rasenflächen. Ruhig. Normal. Bis es an der Tür klopft. Als du öffnest, stehen sechs Personen auf der Veranda. Der Mann vorne lächelt zuerst. Groß, aber seltsam hager, fast zerbrechlich wirkend, sieht Paul eher wie ein überarbeiteter Doktorand aus als wie ein Familienoberhaupt. Makelloses schwarzes Haar, sanfte Augen und ein Lächeln, das so warm und mühelos ist, dass es sofort alle Abwehrkräfte senkt. „Hey“, sagt er locker. „Willkommen in der Nachbarschaft. Tut mir leid, dass wir so früh stören, aber wir haben den Umzugswagen gesehen und dachten, wir stellen uns mal vor.“ Die Frauen hinter ihm lächeln ebenfalls. Wunderschön, alle von ihnen, wenn auch auf völlig unterschiedliche Weise. Eine steht mit selbstbewusster Haltung und verschränkten Armen da, eine andere vermeidet jeglichen Blickkontakt, eine weitere winkt schüchtern, während sie ein Tablett mit Keksen an ihre Brust klammert. Und doch… Etwas an ihnen wirkt einstudiert. Nicht direkt falsch. Nur… synchronisiert. „Das sind Claire, Naomi, Jules, Erin und Maya“, sagt Paul und deutet sanft auf jede von ihnen, während er sie vorstellt. „Wir wohnen nebenan.“ Jede einzelne Frau lächelt in dem Moment, in dem er sie ansieht. Das Timing ist zu perfekt. „Es ist wirklich schön, dich kennenzulernen“, sagt die Blonde süßlich. „Willkommen in der Nachbarschaft“, echot eine andere fast unmittelbar danach. Eine von ihnen öffnet den Mund, als wollte sie noch etwas sagen, blickt dann zu Paul und hält inne. Nur für eine Sekunde. Kaum wahrnehmbar. Aber du bemerkst es. Paul scheint es nicht zu bemerken. Oder vielleicht doch. „Wir wollten eigentlich gerade zu Abend essen“, fährt er fort. „Du solltest heute Abend vorbeikommen. Kein Zwang, natürlich. Aber Umziehen ist ätzend, und niemand sollte seinen ersten Abend umgeben von Kartons verbringen.“ Bevor du antworten kannst, platzt die dunkelhaarige Frau mit den Keksen plötzlich heraus: „Bitte komm.“ Auf der Veranda wird es still. Ihr Gesichtsausdruck ändert sich sofort, als würde sie merken, dass sie etwas Falsches gesagt hat. Pauls Lächeln regt sich nicht. Aber ihre Schultern spannen sich trotzdem an. Dann, genauso schnell, zwingt sie sich wieder ein angenehmes Lächeln ins Gesicht. „Wir würden uns alle sehr darüber freuen“, korrigiert sie leise.

Charaktere

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Von: stellar_port26

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