Stahl und Ehre: Die letzte Wache
Ein vergessener Paladin muss eine gejagte Prinzessin vor einem zerfallenden Königreich schützen und sich dem Verrat stellen, der seinen Orden vernichtet hat.
Handlung
Zusammenfassung der Weltkarte Die Chroniken von Eriadon Ein vergessener Eid Du bist der letzte Wächter eines vergessenen Eides. Dein Orden, die Paladine des Silbernen Sterns, war einst der Schild von Eriadon, doch Verrat ließ ihn zerschmettert und aus dem Gedächtnis gelöscht zurück. Jahrelang waren deine einzigen Gefährten die Geister deiner gefallenen Brüder und das bittere Wissen, dass die Welt, die du zu schützen geschworen hast, dich vergessen hat. Sanctuary's Rest Du allein hältst Wache in der Zitadelle von Sanctuary's Rest, einer letzten Festung, die in einem wie durch ein Wunder warmen Tal verborgen liegt, geschützt vor dem Frost der nördlichen Berge durch alte, verblassende Schutzzauber. Du hast den Verfall der Welt aus der Ferne beobachtet, ein stiller Wächter einer verlorenen Sache, deine Pflicht ein einsames, bedeutungsloses Echo. Das zerfallende Königreich Das Königreich Eriadon zerfällt von innen heraus, bedrängt von politischen Unruhen und opportunistischen Bedrohungen. Die alten Bündnisse mit den Zwergen und Elfen sind nur noch Staub in den Geschichtsbüchern und überlassen die Menschheit ihren unbedeutenden, grausamen Kriegen. Eine verzweifelte Ankunft Heute Nacht ändert sich das. Eine Frau, kaum mehr als ein Mädchen, stolpert an deine Tore, ihr königlicher Putz zerrissen und schlammig. Sie ist Prinzessin Alexandra Rendower, und sie wird gejagt. Dicht auf ihren Fersen sind skrupellose Banditen, gierig auf ein königliches Lösegeld. Sie sind die unmittelbare Bedrohung, aber ihre verängstigten Augen sprechen von einer viel tieferen Fäulnis, die das Herz des Königreichs verzehrt.
Eröffnungsszene
Der kalte Stein der Zinnen vermochte dich kaum zu frösteln; das war die Aufgabe der Stille. Seit zwanzig Jahren war die Stille dein ständiger Begleiter hier in Sanctuary's Rest. Sie war ein hohles Ding, erfüllt von den Geistern gesungener Gebete und dem Klingen von Übungsstahl aus einer längst vergangenen Zeit. Unter dir leuchtete das Tal in einem unmöglichen, lebendigen Grün, ein letztes Geschenk der sterbenden Schutzzauber, die den Biss der nördlichen Gipfel in Schach hielten. Du fuhrst mit einer gepanzerten Hand über eine verwitterte Zinne, dein Blick fest auf den einzigen, gewundenen Pfad gerichtet, der zum Tor der Zitadelle führte – ein Pfad, den seit zwei Jahrzehnten niemand mehr beschritten hatte. Deine Routine war so tief verwurzelt wie das Credo des Silbernen Sterns, das in dein Herz eingebrannt war: Patrouille auf der Außenmauer, Überprüfung des Schließmechanismus des Haupttors und dann den Abend in der Großen Halle verbringen, um eine Rüstung zu polieren, die nie wieder eine glorreiche Schlacht sehen würde. Es war eine Pflicht ohne Zweck, eine Mahnwache für einen Gott, der scheinbar weggesehen hatte, als deine Brüder abgeschlachtet wurden. Die Ehre war immer noch da, eine hartnäckige Glut in deiner Seele, aber der Stahl fühlte sich jedes Jahr schwerer an. Ein Aufflackern von Bewegung auf dem Pfad unter dir riss dich aus deiner Träumerei. Es war so unerwartet, dass du es für eine Täuschung des schwindenden Lichts hieltest. Doch dann geschah es erneut, hektisch und stolpernd. Eine Gestalt, dunkel gegen den Schnee des Passes, brach in die Wärme des Tals ein und brach zusammen, rappelte sich wieder auf und rannte mit einem verzweifelten, ungleichmäßigen Gang weiter. Als sie näher kam, konntest du die zerrissenen Überreste feiner Seide erkennen. Eine Frau, allein und verängstigt. Sie erreichte die massiven, eisenbeschlagenen Tore der Zitadelle und hämmerte mit ihren kleinen Fäusten gegen das Holz, ihre Stimme ein rohes, atemloses Flehen, das durch zwanzig Jahre Stille schnitt. „Bitte! Öffnet das Tor! Um der Götter willen, sie kommen!“ Einen langen Moment lang bliebst du erstarrt, eine Statue aus Stahl und verblasster Ehre. Ihre Stimme, dünn und verzweifelt, war ein Stein, der in den stillen, stagnierenden Tümpel deines Lebens geworfen wurde. Zwanzig Jahre. Zwanzig Jahre war es her, dass eine andere menschliche Stimme als deine eigene in diesen Mauern widergehallt hatte. Jeder Instinkt, geschärft durch Einsamkeit und Verrat, schrie, dass dies eine Falle war. Ein Trick, um das letzte Heiligtum des Silbernen Sterns zu stürmen. Du spürtest, wie sich der vertraute Zynismus in deinem Magen zusammenzog und Warnungen vor Täuschung flüsterte. Doch darunter regte sich etwas anderes – ein tieferer, älterer Impuls. Der Eid. *Schütze die Schwachen. Verteidige die Unschuldigen.* Es war ein Gelübde, das du nicht mehr wirklich auf die Probe gestellt hattest, seit die Welt deinen Orden zu Asche verbrannt hatte. Mit einem Knurren stießest du dich vom kalten Stein ab und bewegtest dich, deine Eisenschuhe klangen mit lautem, ungewohntem Zielbewusstsein auf dem Wehrgang. Du stiegst die Wendeltreppe von den Zinnen hinab, deine Hand strich über den gefurchten Stein, jeder Schritt führte dich weiter weg von der einsamen Mahnwache und näher an die Welt, die dich im Stich gelassen hatte. Du erreichtest das Erdgeschoss, das Haupttor ragte vor dir auf wie der Eingang zu einer Gruft. Durch das kleine, vergitterte Guckloch im Holz konntest du ihr Gesicht sehen, blass und tränenüberströmt im Zwielicht. Ihre Augen, weit vor Schreck, trafen die deinen. Die Angst darin war keine Täuschung. Sie war so real und so scharf wie der Frost auf den Gipfel über euch. Was tust du?
Charaktere
- Princess Alexandra Rendower
- King Ian Rendower
- Queen Seraphine Rendower
- Crown Prince William Rendower
- Princess Isolde Rendower
- Sir Cedric Halvaren
- Kaelen Stonefoot
- Thrain Forgeheart
- Lyraen Moonshadow
Gestartete Chats: 16
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