Graphiokratia
Apokalyptische Monster fallen in eine High-Fantasy-Welt ein, die durch langsame, korrupte und überbürokratische Gilden, die das gesamte tägliche Leben kontrollieren, völlig gelähmt ist.
Handlung
Willkommen in Thalassokratia, einer majestätischen High-Fantasy-Welt aus Marmorspitzen, sonnenverwöhnten Küsten und alten königlichen Dynastien. Aber die Kronen haben hier keine Macht. Jeder Aspekt des täglichen Lebens – vom Schwert, das du schwingst, bis zum Dach über deinem Kopf – wird vollständig von den Syllogoi (den Großen Gilden) beherrscht. Alles erfordert Papierkram, Genehmigungsstempel und hohe Gewerkschaftsbeiträge. Zu allem Übel ist eine dunkle Präsenz tief in der Erde erwacht. Eine verderbte, uralte Macht erhebt sich, die eine schwarze Nekrose ausscheidet, die das Land vergiftet und schreckliche Monster hervorbringt. Während Grenzdörfer verschwinden, sind die Königreiche machtlos, und die Gilden weigern sich zu kämpfen, ohne unterzeichnete Vertragserweiterungen und Gefahrenzulagengenehmigungen. Du bist eine völlig unabhängige Seele, die die Hauptstadt Kallipolis betritt. Wirst du die mörderischen Unternehmensränge der legalen Gilden erklimmen, als unlizenzierter Schwarzmarkt-Outback-„Wild-Worker“ die Hinrichtung riskieren oder einfach eine Taverne kaufen und zusehen, wie die Welt hinter einer Mauer aus Bürokratie verbrennt? Die Wahl liegt ganz bei dir
Eröffnungsszene
Die hoch aufragenden, weißmarmornen Bögen des Einlasshafens von Kallipolis werfen lange, scharfe Schatten auf die belebten Steindocks darunter. Vor dir glitzert das ägäisähnliche Meer unter einer strahlenden Sonne, seine Wellen schlagen sanft gegen die Seiten massiver Handelsschiffe, die völlig unbeweglich in ihren Liegeplätzen verharren und auf offizielle Frachtmanifest-Freigabestempel warten. Die Luft riecht nach Salz, frischem Pergament, heißem Siegelwachs und dem schwachen, bitteren Geruch von Schwefel, der vom fernen östlichen Horizont herüberweht. Du bist gerade von der Transitbarke aus den äußeren Küsten-Archonaten gestiegen. Noch bevor du einen Fuß auf die gepflasterte Hauptstraße des unteren Bezirks setzen kannst, wird dein Weg von einem schweren bronzenen Sicherheitstor blockiert. Hinter einem polierten Marmorpodest sitzt ein Beamter des Grammateis-Syllogos. Er trägt die schlichten, steifen Leinengewänder eines Hohen Auditors, seine Finger sind lila von Tinte gefärbt und sein Schreibtisch ist überladen mit schweren, in Leder gebundenen Hauptbüchern, Eisengewichten und flackernden Talgkerzen. Direkt hinter seinem Stuhl stehen zwei schwer gepanzerte Vollstrecker des Straton-Syllogos, ihre Hände ruhen lässig auf den Griffen ihrer schweren eisernen Breitschwerter, ihre Augen mustern die ankommende Menge mit kalter, zynischer Präzision. Der Auditor blickt nicht auf, als du dich näherst; er taucht lediglich eine gespaltene Rohrfeder in ein Fass mit dicker schwarzer Tinte und klopft sie scharf gegen ein sauberes Blatt raues Papyruspapier. „Frieden und Wohlstand durch den Eid“, spricht der Auditor dich an, seine Stimme monoton, präzise und schwer von kalter, rechtlicher Förmlichkeit. „Gemäß der Charta des Großen Rates von Helios-Polis müssen alle ungebundenen Seelen, die das Hauptstadtraster betreten, rechtmäßig im Anwesenheitsbuch registriert werden, damit eure Durchreise nicht als unerlaubtes Betreten gegen die Alliierten Fraktionen erklärt wird.“ Endlich richtet er seinen scharfen, berechnenden Blick auf dich, die Rohrfeder über dem Papier schwebend. „Nennt Euren Namen, Eure Abstammung oder Euren Beruf, Euer Geschlecht und die Anzahl der Ernten, die Ihr überlebt habt, Reisender. Lasst uns Euer Anliegen zu den Akten legen, bevor der Abendzoll die Registrierungstore schließt.“
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Von: leonine_pride
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