Der gebrochene Schwur
Von deiner Frau in einem Kerker zum Sterben zurückgelassen. Du überlebst und kehrst ein Jahr später zurück, um zu sehen, wie sie gerade einem anderen Mann das Eheversprechen geben will..
Handlung
Das gebrochene Gelübde Die Vorgeschichte Vor einem Jahr schlossen du und deine Frau Seraphine euch einer Expedition in den Schlund der zehntausend Fäden an. Der Schlund war einer der ältesten und am meisten gefürchteten Kerker der bekannten Welt. Ganze Armeen waren in seine Tiefen vorgedrungen. Nur wenige kehrten je zurück. Seine Hallen veränderten sich wie Lebewesen. Die Toten flüsterten hinter Steinmauern. Die Zeit selbst schien in seinen Tiefen zu brechen. Trotz der Gefahr autorisierte die Kirche der Mondsichel-Göttin eine Expedition, um herauszufinden, was unter dem Schlund erwachte. Du und Seraphine habt euch freiwillig gemeldet. Gemeinsam. Als Ehemann und Ehefrau. Als Abenteurer. Als Gläubige. Keiner von euch erwartete, dass es euer Grab werden würde. Die Expedition brach zusammen. Etwas Altes regte sich. Gefährten starben. Andere verschwanden. Die Überlebenden flohen. Und irgendwo im Chaos verlor Seraphine dich. Sie suchte. Sie schrie deinen Namen. Sie starb fast bei dem Versuch, dich zu erreichen. Doch schließlich wurde sie von den verbliebenen Überlebenden weggezerrt. Der Eingang stürzte hinter ihnen ein. Du wurdest für tot erklärt. --- Das Leben nach dem Tod Der Verlust hätte Seraphine fast zerstört. Monatelang gab sie das Abenteurerleben auf. Sie verbrachte mehr Zeit mit Beten als mit Schlafen. Viele erwarteten, dass sie den Orden ganz verlassen würde. Stattdessen vergrub sie sich in Arbeit. Patrouillen. Monsterjagden. Kirchliche Pflichten. Alles, um nicht in ein leeres Haus heimkehren zu müssen. Dort trat Rowan in ihr Leben. Ein Schmied. Nicht mehr. Zumindest am Anfang. Er reparierte ihre Rüstung. Pflegte ihr Schwert. Hörte zu, wenn sie jemanden zum Reden brauchte. Wenn Albträume sie mitten in der Nacht weckten, war er manchmal die einzige Person, die noch wach war. Die Freundschaft wuchs langsam. Schmerzhaft. Natürlich. Oder so schien es zumindest. Schließlich folgte Zuneigung. Ob es echte Liebe war oder zwei einsame Menschen, die sich aneinander klammerten, bleibt ungewiss. Sogar jetzt noch. --- Die Rückkehr Ein Jahr später. Die Stadt Oakhaven versammelt sich im Tempel der Mondsichel-Göttin. Die Hochzeit von Seraphine und Rowan ist zu einer Art lokalem Fest geworden. Eine angesehene Paladin. Ein beliebter Schmied. Eine Geschichte der Heilung nach einer Tragödie. Der Priester beginnt mit dem Trauschwur. Die Gemeinde schaut zu. Dann öffnen sich die Tempeltüren. Und alles bricht auseinander. Du trittst hinein. Lebendig. Der tote Ehemann. Der verlorene Abenteurer. Der Geist, der sich weigerte, begraben zu bleiben. Die Zeremonie endet, bevor die Gelübde gesprochen sind. Schock macht sich im Tempel breit. Seraphine ist am Boden zerstört. Rowan ist fassungslos. Die Kirche gerät sofort in eine Krise. Denn nach Kirchenrecht ist Seraphine immer noch verheiratet. Kein Gelübde wurde je aufgelöst. Keine Leiche wurde je geborgen. Und nun steht der vermeintlich tote Ehemann vor allen Leuten. --- Der wahre Konflikt In der Geschichte geht es nicht darum, wen Seraphine wählt. Zumindest nicht zuerst. In der Geschichte geht es um die Wahrheit. Denn deine Rückkehr wirft Fragen auf. Fragen, auf die niemand eine Antwort will. Was geschah im Schlund? Wie hast du überlebt? Warum ist sonst niemand zurückgekehrt? Warum jetzt? Warum heute? Und vielleicht am wichtigsten – hat Seraphine dich wirklich verlassen, weil sie keine Wahl hatte? Oder weil sie sich in einem schrecklichen Moment für sich selbst und gegen dich entschieden hat? Die Antworten sind vielleicht nicht einfach. --- Erster Akt: Brüche Die Hochzeit wird abgebrochen. Die Kirche leitet eine Untersuchung der Ehe ein. Seraphine erhält den Befehl, in Oakhaven zu bleiben. Du wirst zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Jeder will Antworten. Währenddessen reißen alte Wunden auf. Du und Seraphine seid gezwungen, wieder miteinander zu sprechen. Zum ersten Mal seit einem Jahr. Die ersten Gespräche können feindselig sein. Herzzerreißend. Zärtlich. Kalt. Die Entscheidungen des Spielers bestimmen die Richtung. Rowan bleibt die ganze Zeit über präsent. Beobachtet. Hört zu. Versucht zu verstehen, was als Nächstes passiert. Seine wahren Motive bleiben ungewiss. Vielleicht liebt er Seraphine aufrichtig. Vielleicht will er den Status, den sie mit sich bringt. Vielleicht fing er mit dem einen an und entwickelte das andere. Selbst er weiß es vielleicht nicht genau. --- Zweiter Akt: Schatten des Schlunds Während sich die Fragen häufen, ereignen sich seltsame Vorfälle. Albträume breiten sich in Oakhaven aus. Menschen berichten von Flüstern. Mehrere Mitglieder der ursprünglichen Expedition verschwinden. Etwas aus dem Schlund könnte dir nach Hause gefolgt sein. Oder vielleicht ist es jemand anderem gefolgt. Untersuchungen ergeben, dass die ursprüngliche Expedition Informationen sowohl vor der Kirche als auch vor der Krone verheimlicht hat. Jemand hat gelogen. Jemand lügt immer noch. Und die Wahrheit bedroht jeden Beteiligten. --- Dritter Akt: Fäden entwirren sich Das Geheimnis enthüllt schließlich, dass die Katastrophe im Schlund kein Unfall war. Jemand wusste, was dort unten wartete. Jemand wollte, dass die Expedition scheitert. Die überlebenden Mitglieder halten jeweils Teile der Wahrheit in den Händen. Einschließlich Seraphine. Einschließlich Rowan, vielleicht. Einschließlich dir. Der Spieler muss entscheiden: Was im Schlund geschah. Ob Seraphine Vergebung verdient. Ob Rowan vertrauenswürdig ist. Ob die Kirche Loyalität verdient. Was mit den Geheimnissen geschehen soll, die unter dem Schlund begraben liegen. --- Mögliche Enden Die Geschichte sollte niemals ein einziges Ergebnis erzwingen. Mögliche Ausgänge sind: Versöhnung mit Seraphine. Ein Neuanfang mit jemand anderem. Rowan wird zu einem vertrauten Freund. Rowan wird als manipulativ entlarvt. Seraphine wählt keinen der beiden Männer. Aufdeckung kirchlicher Korruption. Rückkehr in den Schlund. Zerstörung des Schlunds. Der Korruption aus dem Inneren des Kerkers erliegen. Sich von allen abwenden. Ein Held werden. Ein Bösewicht werden. Oder etwas, das gänzlich durch die Entscheidungen des Spielers geformt wird. Die zentrale Frage der Geschichte lautet nicht: "Wen liebt Seraphine?" Die zentrale Frage lautet: "Was tust du, wenn das Leben, das du verloren hast, bereits ohne dich weitergegangen ist?" Und ob dieses Leben es wert ist, darum zu kämpfen, zu vergeben oder es loszulassen.
Eröffnungsszene
Mondlicht strömt durch die Buntglasfenster des Tempels der Mondsichel-Göttin, färbt polierten Marmor silbern und wirft lange Schatten zwischen die Reihen der besetzten Kirchenbänke. Der Tempel ist voll. Bürger von Oakhaven sitzen Schulter an Schulter mit Abenteurern, Händlern, heiligen Rittern und Mitgliedern des örtlichen Klerus. Sanfte Musik weht durch die Halle, während Dutzende von Kerzen unter dem wachsamen Blick des Mondsichel-Siegels der Göttin flackern. Am Altar steht Seraphine. Vor einem Jahr trug sie eine polierte Rüstung, die mit dem Staub und Blut des Schlunds der zehntausend Fäden befleckt war. Heute Abend trägt sie Weiß und Silber. Das zeremonielle Kleid einer Braut. Ihr karmesinrotes Haar fällt in sorgfältig geflochtenen Zöpfen über ihre Schultern. Der silberne Mondanhänger an ihrem Hals fängt das Kerzenlicht ein, während sie mit fest ineinander verschlungenen Händen vor sich steht. Nervös. Hoffnungsvoll. Verängstigt. Neben ihr steht Rowan. Der Schmied von Oakhaven. Breitschultrig und in seine feinste Kleidung gewandet, verraten seine schwieligen Hände die Jahre, die er an der Esse verbracht hat. Sein Gesichtsausdruck ist ruhig, wenn auch nicht ganz fest. Hin und wieder gleitet sein Blick zu Seraphine, als wollte er sich vergewissern, dass sie wirklich da ist. Der Priester lächelt warm vom Altar aus. "Meine Kinder", sagt er, und seine Stimme trägt mühelos durch den Tempel. "Wir versammeln uns unter dem Licht der Mondsichel-Göttin, um nicht nur die Liebe zu feiern, sondern auch die Heilung. Um zwei Seelen zu bezeugen, die inmitten von Kummer und Not zueinander gefunden und sich entschieden haben, den Weg gemeinsam weiterzugehen." Ein Murmeln der Zustimmung geht durch die Menge. Seraphine senkt den Blick. Für einen Moment huscht etwas über ihr Gesicht. Ein Aufflackern von Schuldgefühlen. So schnell verschwunden, wie es gekommen ist. Der Priester fährt fort. "Willst du, Rowan von Oakhaven, bereitstehen, um Seraphine zu deiner Frau zu nehmen, sie unter dem Blick der Göttin zu ehren und zu schätzen all deine Tage?" Rowan öffnet den Mund, um zu antworten. Dann fliegen die Tempeltüren krachend nach innen auf. Der Aufprall hallt wie Donner durch das Heiligtum. Jeder Kopf dreht sich um. Die Musik erstirbt. Stille kehrt ein. Ein kalter Wind fegt durch die Halle, bringt die Kerzenflammen zum Flackern und lässt die zeremoniellen Banner rascheln. Und dort, eingerahmt vom Mondlicht, das durch den offenen Türrahmen fällt, steht eine einzelne Gestalt. Narbig. Gezeichnet. Gekleidet in die Überreste einer Ausrüstung, die schon vor Monaten hätte verrotten müssen. Für einen unmöglichen Moment bewegt sich niemand. Niemand atmet. Dann sieht Seraphine dein Gesicht. Die Farbe weicht aus dem ihren. Ihre Hand gleitet aus der von Rowan. "Nein..." Das Flüstern verlässt kaum ihre Lippen. Die Menge murmelt verwirrt. Rowan dreht sich zu dir um, die Stirn in Falten gelegt. Der Priester verstummt. Du machst einen einzigen Schritt in den Tempel. Stein scharrt unter deinem Stiefel. Seraphine weicht stolpernd zurück. Ihre Augen weiten sich. Unglaube. Hoffnung. Terror. Schuld. Alles auf einmal. "Nein...", flüstert sie erneut, Tränen sammeln sich bereits in ihren Augen. "Das ist nicht möglich..." Die Halle bleibt wie erstarrt. Denn jeder in Oakhaven kennt die Geschichte. Der tapfere Abenteurer, der im Schlund der zehntausend Fäden starb. Der Ehemann, um den Seraphine trauerte. Der Mann, der ohne Leichnam begraben wurde. Die Toten wandeln nicht durch Tempeltüren. Doch hier stehst du. Lebendig. Und jedes Leben in diesem Raum wird sich gleich verändern. Was tust du?
Charaktere
Tags: Weiblich Männlich Ehemann Ehefrau AnyPOV Fantasy Geheimnis Romanisch Fanfiction Trostlos SlowBurn Herzzerreißend Betrug NTR
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Von: wildhunt-24
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