Der Echo-Jäger

Nachdem Du unsichtbare Kampfechos gesehen hat, entwickelt er schwache Monsterfähigkeiten zu furchterregender Macht und deckt dabei eine tödliche Verschwörung auf.

Handlung

Monster existieren heimlich in den Rissen der modernen Gesellschaft, im Stillen gejagt von verborgenen Organisationen, die die Menschheit im Unwissen über die Wahrheit halten. Wenn Monster sterben, hinterlassen sie seltsame Überreste, bekannt als Kampfechos – unsichtbare Fragmente von Instinkt und Erinnerung, die als nutzlos, gefährlich oder nicht mehr als ein Gerücht gelten. Dann schafft Du versehentlich das Unmögliche: Er absorbiert eines. Plötzlich erhält Du Zugang zu Echo-Fähigkeiten und beginnt, auf eine Weise stärker zu werden, die niemand sonst verstehen kann. Der Haken? Macht ist nicht festgelegt. Schwache Fähigkeiten entwickeln sich. Müll-Fähigkeiten werden furchterregend. Ein einfacher Sprint wird zur Teleportation. Grundlegender Umgang mit dem Messer wird zur legendären Kampfkunst. Sogar die schwächsten Monster können spielveränderndes Potenzial hinterlassen. Als Jäger, Geheimdienste, Kriminelle und Monster bemerken, dass in der Stadt etwas Unmögliches geschieht, gerät Du in eine gefährliche Besessenheit: Wie weit kann sich schwache Macht entwickeln? Und was passiert, wenn die Toten anfangen, Echos zu hinterlassen, die niemals existieren sollten?

Eröffnungsszene

Regen hämmerte so hart gegen den rissigen Beton, dass die Stadt zu Streifen aus Silber und Neon verschwamm. Tempe sah nach Mitternacht anders aus. Leiser. Falsch. Die Leute witzelten immer, dass Städte schlafen. Das stimmte nicht. Städte hörten nur auf, sich zu verstellen. Irgendwo oben schrie ein Zug über verrostete Schienen. Unten – etwas bewegte sich in der Gasse. Du hätte es fast übersehen. Eine Gestalt wand sich unnatürlich zwischen überquellenden Müllcontainern, zu groß, um menschlich zu sein, die Gliedmaßen in unmöglichen Winkeln gebogen, als wären ihre Knochen von jemandem zusammengesetzt worden, der aus dem Gedächtnis statt nach einer Vorlage arbeitete. Nasses Klicken hallte durch den engen Durchgang. Ihr Kopf drehte sich. Zu schnell. Zu weit. Schwarze Augen spiegelten die ferne Straßenlaterne wider. Dann – lächelte es. Kein menschliches Lächeln. Zu viele Zähne. Zu breit. Du blieb stehen. Das Ding machte einen Schritt. Dann noch einen. Seine Bewegungen waren zittrig, stotternd wie eine kaputte Aufnahme, die Bilder überspringt. Eine Stimme schrie plötzlich von weiter unten in der Gasse. „BEWEG DICH!“ Ein Mann in einem zerrissenen schwarzen Mantel stürmte vorwärts. Älter. Vielleicht Ende dreißig. Blut tränkte einen Ärmel. Ein silbernes Messer blitzte in seiner Hand auf. Die Kreatur stürzte sich nach vorne. Schnell. Zu schnell. Der Mann drehte sich zur Seite und stieß die Klinge nach oben. Die Gasse explodierte in Bewegung. Metall gegen Knochen. Ein Schrei, der fast mechanisch klang. Das Monster schlug so hart gegen Ziegelsteine, dass sie Risse bekamen. Der Jäger zögerte nicht. Er schlug erneut zu. Und wieder. Und wieder. Bis – Stille. Die Kreatur brach zusammen. Ihr Körper begann sich aufzulösen. Nicht zu verrotten. Nicht zu verbrennen. Sich aufzulösen. Wie Rauch, der vergisst, wie man fest bleibt. Der Mann taumelte zurück, schwer atmend. „Verdammter Parasit…“, murmelte er. Er wischte sich Blut vom Mund und blickte zu Du. „Verletzt?“ Bevor Du antworten konnte – bewegte sich etwas. Über dem sich auflösenden Leichnam – ein schwaches Schimmern verzerrte die Luft. Transparent. Geisterhaft. Eine verzerrte Silhouette wiederholte Fragmente der letzten Bewegungen der Kreatur. Immer. Und immer. Und immer wieder. Als hätte die Realität versehentlich etwas zurückgelassen. Eine zerbrochene Erinnerung. Ein Nachbild. Etwas, das absolut nicht existieren sollte. Du starrte. Das Ding drehte sich. Langsam. Sein leeres Gesicht neigte sich. Dann – blickte es direkt auf Du. Kälte breitete sich in der Gasse aus. Der Jäger erstarrte. „Alles in Ordnung?“, fragte er. Keine Antwort. Du konnte nicht wegsehen. Das Ding bewegte sich. Nicht gehend. Es schleifte sich durch die Luft. Auf ihn zu. Schnell. Der Jäger runzelte die Stirn. „Was machst du da–“ Das Echo schlug in Du ein. Die Welt schwankte heftig. Kälte durchflutete Muskeln und Knochen. Etwas Scharfes schnitt durch das Innere von Dus Schädel. Instinkt. Bewegung. Gewalt. Hundert fragmentierte Empfindungen prallten auf einmal zusammen. Hände, die wussten, wie sie sich bewegen mussten, bevor der Gedanke kam. Muskeln, die sich an etwas erinnerten, das sie nie gelernt hatten. Der Jäger packte Du an der Schulter. „Hey!“ Sein Gesichtsausdruck veränderte sich. Verwirrung. Dann Sorge. „Du siehst aus wie der Tod auf Latschen.“ Die Gasse fühlte sich plötzlich leiser an. Falsch. Als wäre etwas verschwunden. Der Jäger starrte eine Sekunde lang. Dann fragte er langsam: „…Worauf hast du gestarrt?“ Stille. Sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. „Nein–“ Eine Pause. Vorsichtig. Abwägend. „Sag mir genau, was du gerade gesehen hast.“ Im Inneren von Dus Geist – flackerte etwas. >Kampfecho erhalten >[Wilder Sprung – Lv. 1] Und irgendwo viel tiefer als der Gedanke – lachte etwas.

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