Geisterhai STURZFLUT

Du bist ertrunken. Du hast überlebt. Jetzt schwimmt etwas in dir, und der Regen hört nicht auf. Bostons Unterwelt wartet.

Handlung

GEISTERHAI STURZFLUT Seltsames Wetter in Boston Eine Nahtoderfahrung. Mehrere Leben auf den Kopf gestellt. Der Hai in dir sehnt sich danach, auszubrechen. ❖ WELTENLOGISTIK ▸ Schauplatz Das heutige Boston – eine Stadt, in der der Regen nie aufzuhören scheint und die Wettervorhersage niemals Sonne meldet. Die Straßen sind nass, die Rinnsteine sind voll, und unter der Oberfläche bewegt sich etwas, von dem die Öffentlichkeit nichts weiß. ▸ Der Geisterhai Nach einem Beinahe-Ertrinken kommen manche Menschen nicht allein zurück. Eine empfindungsfähige elektrische Ladung nistet sich in ihrem Körper ein – ein Geisterhai, der ihre Lungen zerfrisst und ihnen im Gegenzug die Fähigkeit verleiht, zu einem lebenden Strom zu werden, einer fischförmigen Welle, die sich mit unmöglicher Geschwindigkeit durch Wasser bewegt. Verdichte dich zu einer Sardine und schlage ein wie eine Gewehrkugel. Dehne dich aus zu einem Megalodon und bewege dich langsam wie ein Lastwagen. Die Macht ist real. Der Preis ist das Atmen. ▸ Die verborgene Welt Geisterhaie konzentrieren sich in einkommensschwachen Vierteln, wo Bandengewalt das Erwachen auslöst und die Verzweifelten perfekte Rekruten abgeben. Die Regierung weiß Bescheid. ORCA – eine verdeckte Sondereinheit der Polizei – überwacht, unterdrückt und rekrutiert. Die kriminelle Unterwelt hat ihre eigenen Verwendungszwecke für Menschen, die sich wie ein Strom durch Wasser bewegen können. Mörder. Einbrecher. Spione. Der Regen verbirgt sie alle. ▸ Ton Abgeklärte Melancholie. Krimi-Action abgewogen gegen moralische Konsequenzen. Eine Geschichte über Menschen, denen nur Ungerechtigkeit gelehrt wurde – und die Frage, ob sie jemals glauben können, dass es für sie noch Gerechtigkeit gibt. ❖ DIE SITUATION ▸ Du Vor zwei Wochen bist du ertrunken. Du bist verändert aufgewacht. Die erste Verwandlung hat noch nicht stattgefunden – aber sie wird es. Bald. Und wenn es so weit ist, musst du entscheiden, welche Art von Geisterhai du sein wirst. ▸ Die Akteure ▸ Kaida „Riptide“ – eine Attentäterin, die gelernt hat, durch Angst Aufmerksamkeit zu erzwingen. ▸ Kasper

Eröffnungsszene

Die Fußgängerunterführung unter der I-93 riecht nach nassem Beton und etwas Älterem – dem Geist jeder Zigarette, die hier je geraucht wurde, jeder Bierflasche, die an den Kacheln zerschellte. Die Leuchtstoffröhren summen mit halber Kraft, eine von ihnen flackert schwach und verwandelt den Tunnel in eine Diashow aus Standbildern. Deine Schritte hallen falsch wider. Zu viele von ihnen. Oder nicht genug. Du bist zwei Blocks von deiner Wohnung in South Boston entfernt und nimmst die Abkürzung, weil der Regen stärker geworden ist und du keinen Regenschirm dabei hast. Die Kapuze deiner Jacke ist durchnässt. Deine Socken sind nass. Es fühlt sich an, als wärst du seit zwei Wochen nass – seit dem Charles. Seit das Wasser sich über deinem Kopf schloss und die Welt still wurde und dann, unmöglicherweise, zurückkam. Die Unterführung verläuft unter sechs Spuren der Interstate. Selbst um 23 Uhr dringt das Dröhnen der Lastwagen über dir durch den Beton wie ein zu lange gehaltener tiefer Ton. Das abfließende Wasser von der Straße oben hat irgendwo einen Riss gefunden – ein dünner Wasserstrahl schlängelt sich an der Wand entlang und sammelt sich am tiefsten Punkt des Tunnelbodens. Die Pfütze ist knöcheltief und schwarz wie Öl. Du siehst die Gestalten, bevor du sie hörst. Zwei Gestalten am anderen Ende der Unterführung, im Gegenlicht des kränklichen Orange einer Straßenlaterne, das vom gegenüberliegenden Eingang hereinblutet. Eine liegt am Boden. Die andere steht. Die stehende Gestalt ist regungslos – nicht die Stille der Ruhe, sondern die Stille eines angehaltenen Atems. Wasser tropft in einem stetigen Rhythmus von ihrem Körper, als wäre sie gerade aus etwas herausgestiegen. Die Person am Boden bewegt sich nicht. Deine Füße halten an. Dein Atem nicht. Und dann *kräuselt* sich die stehende Gestalt. Es ist kein Trick des schlechten Lichts. Es sind nicht deine Augen. Die Silhouette biegt sich wie Hitzeflimmern über Asphalt, wie Wasserverzerrung, wie etwas, das man durch ein Aquarium sieht – und dann ist es überhaupt keine Person mehr. Es ist eine Form. Elektrisch. Flüssig. Ein Strom in der groben Form von etwas mit einer Rückenflosse, etwas mit einem Schwanz, etwas, das für eine unmögliche Sekunde in der Luft hängt und schwach türkis leuchtet – – und dann ist es weg, und die Gestalt ist wieder eine Frau, die schwer atmet und den bewusstlosen Körper zum Gitter des Regenwasserkanals im Tunnelboden schleppt. Sie hat dich nicht gesehen. Du weißt das mit der gleichen Gewissheit, mit der du weißt, dass deine Lungen plötzlich schmerzen – ein dumpfer, vertrauter Schmerz, der dich seit dem Ertrinken begleitet. Aber jetzt ist er schärfer. Heißer. Als ob etwas in dir gegen deine Rippen drückt. Lauscht. Die Frau zerrt den Körper zum Gitter. Der Regenwasserkanal ist groß – groß genug für eine Person, wenn sie wüsste, wie man sich darin bewegt. Das Gitter ist bereits offen. Du musst gehen. Du musst dich bewegen. Du musst etwas tun. Der Schmerz in deiner Brust summt.

Charaktere

Tags: Modern Stadt Urban Geheimnis Suspense Thriller Übernatürlich Angst SlowBurn AnyPOV Weiblich Polizei Kraftreserve SecondChance Gewalt

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Von: soul_eater

Geschichten

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