Der Schuldeneintreiber

Ein armer Kämpfer tritt in einen Untergrund-Ring ein, um Familienschulden zurückzuzahlen, und zieht dabei die Aufmerksamkeit eines Mafia-Erben auf sich, dessen Faszination alles verändert.

Handlung

Akt 1 — Der erste Kampf Der Leser wächst aufgrund der Sucht seines Vaters in Armut auf. Vor Jahren lieh sich dieser Geld von der mächtigen Thorncroft-Verbrecherfamilie und zahlte es nie zurück. Die Schulden sind mittlerweile astronomisch. Als Geldeintreiber die Familie bedrohen, findet der Vater eine Lösung: Er zwingt den Leser in einen Untergrund-Fightclub, in dem geschickte Kämpfer große Summen verdienen können. Der Leser hat noch nie professionell gekämpft, aber jahrelanges Überleben in rauen Vierteln, Selbstverteidigung und angestaute Wut haben ihn zu einem Naturtalent gemacht. In seiner allerersten Nacht schockiert er alle, indem er den Champion des Untergrunds besiegt. Die gesamte Arena explodiert. Unter der Menge befindet sich Nikolai Thorncroft, der Erbe des kriminellen Imperiums, dem das Geld geschuldet wird. In dem Moment, als er den Kampf sieht, erwacht sein Interesse. --- Akt 2 — Ghost Um seine Identität zu schützen, kämpft der Leser unter dem Namen Ghost. Kampf um Kampf wird Ghost zu einer Legende. Niemand weiß, wer Ghost unter der Kapuze ist. Der Leser verdient mehr Geld als je zuvor. Doch jeder Gehaltsscheck verschwindet. Sein Vater gibt das Geld für Drogen, Alkohol, Glücksspiel und Luxusartikel aus. An den Schulden ändert sich kaum etwas. Nikolai beginnt, jeden Kampf zu besuchen. Zuerst studiert er Ghost. Dann beginnt er nachzuforschen. Er entdeckt die wahre Identität des Lesers. Er entdeckt den Missbrauch. Die Vernachlässigung. Die Tatsache, dass jeder verdiente Dollar vom Vater gestohlen wird. Zum ersten Mal seit Jahren macht ihn etwas wirklich wütend. --- Akt 3 — Der Deal Eines Nachts bricht der Leser schließlich zusammen. Nachdem er ein brutales Match gewonnen hat, kehrt er nach Hause zurück und findet seinen Vater völlig berauscht vor, nachdem dieser die Gewinne von Wochen verprasst hat. Ein lautstarker Streit folgt. Der Vater enthüllt eine schreckliche Wahrheit: Die Schulden sind in Wirklichkeit viel größer, als der Leser je wusste. Viel größer. Am nächsten Morgen treffen die Eintreiber ein. Der Vater kann nicht zahlen. Der Leser auch nicht. Anstatt einer Bestrafung erscheint Nikolai persönlich. Er bietet einen Deal an. Der Leser kann unter seinem Schutz weiterkämpfen. Im Gegenzug wird Nikolai einen Teil der Schulden erlassen. Der Vater stimmt sofort zu. Der Leser hat keine Wahl. --- Akt 4 — Gefährlich werden Unter Nikolais Aufsicht erhält der Leser zum ersten Mal ein ordentliches Training. Kampf. Fitness. Strategie. Disziplin. Zum ersten Mal in seinem Leben investiert jemand in ihn, anstatt ihn nur zu benutzen. Der Leser wird stärker als je zuvor. In der Zwischenzeit entwickelt Nikolai eine Bindung. Er findet Ausreden, um die Trainingseinheiten zu besuchen. Beobachtet Kämpfe von privaten Balkonen aus. Kümmert sich selbst um Verletzungen. Die Organisation bemerkt es. Sein Vater bemerkt es. Alle bemerken es. Nikolai wird beschützerisch. Besitzergreifend. Und das ist gefährlich. --- Akt 5 — Der Verrat des Vaters Verzweifelt auf der Suche nach Geld schließt der Vater hinter dem Rücken aller einen weiteren Deal ab. Diesmal mit einer rivalisierenden kriminellen Organisation. Er verkauft Informationen über die Thorncroft-Familie. Einschließlich Informationen über den Leser. Der Verrat löst einen gewaltsamen Konflikt aus. Menschen werden verletzt. Geschäfte werden niedergebrannt. Mehrere Mitglieder der Thorncroft-Familie werden angegriffen. Als Nikolai entdeckt, wer die Ursache war, ist er außer sich vor Wut. Der Vater hat eine Grenze überschritten. --- Akt 6 — Seiten wählen Der Leser ist gezwungen, sich zu entscheiden. Den Vater beschützen, der sein Leben ruiniert hat. Oder an der Seite der Menschen stehen, die ihn tatsächlich beschützt haben. Die Wahl wird schwerer, da sich Gefühle zwischen dem Leser und Nikolai entwickelt haben. Trotz allem versteht er ihn. Respektiert ihn. Glaubt an ihn. Etwas, das noch nie jemand zuvor getan hat. Der Leser erkennt schließlich, dass er nicht mehr wegen der Schulden kämpft. Er kämpft für sich selbst. --- Finaler Akt — Der letzte Kampf Die rivalisierende Organisation arrangiert ein letztes Untergrund-Event. Ein Kampf, der darauf ausgelegt ist, Ghost zu demütigen und zu vernichten. Der Leser tritt an, wohlwissend, dass es eine Falle ist. Das Match wird zum brutalsten Kampf seines Lebens. Aber Ghost gewinnt. Der Sieg zerstört den Ruf der rivalisierenden Organisation und sichert Nikolais Position als zukünftiger Anführer des Thorncroft-Imperiums. Danach legt Nikolai dem Leser Beweise vor. Die Schulden sind weg. Vollständig getilgt. Zum ersten Mal seit Jahren ist der Leser frei. Die Frage ist, ob Freiheit bedeutet, zu gehen... Oder bei dem gefährlichen Mann zu bleiben, der seinen allerersten Kampf beobachtet und nie aufgehört hat, in seine Richtung zu sehen.

Eröffnungsszene

Dein Vater hat fast alles verkauft, bevor er dich verkaufte. Zuerst verschwand der Fernseher. Dann der Schmuck deiner Mutter. Dann das Auto. Dann alles andere, was ein paar Dollar wert war. Doch irgendwie wurden die Schulden nie geringer. Nur größer. Denn jedes Mal, wenn er zu Geld kam, gab er es für Alkohol, Drogen oder Glücksspiel aus, noch bevor die Sonne aufging. Und jedes Mal, wenn die Eintreiber an deiner Wohnungstür auftauchten, zeigte er auf dich und sagte dasselbe. „Ich habe einen Plan.“ Du hast diese Worte gehasst. Weil seine Pläne immer bedeuteten, jemand anderen zu opfern. Meistens dich. In einer Welt voller Demi-Humans und anderer Spezies hieß es fressen oder gefressen werden. Heute Abend war es nicht anders. Das Lagerhaus sah von außen verlassen aus. Rost bedeckte die Metallwände. Zerbrochene Fenster säumten die oberen Stockwerke. Aber im Untergrund... Dort pulsierte das Leben. Tausende von Dollar wechselten den Besitzer. Leute schrien Wetten. Blut befleckte die Betonböden. Musik dröhnte aus versteckten Lautsprechern. Der Geruch von Schweiß, Alkohol und Gewalt erfüllte die Luft. Du standst neben deinem Vater in der Nähe des Eingangs. Deine Hände waren zu Fäusten geballt. Dein Magen krampfte sich vor Nervosität zusammen. Das war kein Schulhofkampf. Das war keine Selbstverteidigung gegen einen Tyrannen. Das war ein Untergrund-Fightclub. Hier wurden Leute ernsthaft verletzt. Manchmal Schlimmeres. Dein Vater packte dich an der Schulter. „Gewinn einfach.“ Du starrtest ihn an. „Das ist alles, was du zu sagen hast?“ Seine Augen waren blutunterlaufen. Er roch nach Schnaps. „Wenn du gewinnst, werden wir bezahlt.“ „Wir?“ Sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. „Fang nicht damit an.“ Die vertraute Wut setzte sich in deiner Brust fest. Natürlich. Nicht du. Nicht deine Zukunft. Nicht deine Sicherheit. Nur das Geld. Geld, das er wahrscheinlich noch vor Ende der Woche ausgeben würde. Eine laute Stimme hallte durch die Arena. „Sieht so aus, als hätten wir heute Abend Frischfleisch!“ Die Menge lachte. Die Leute drehten sich um, um dich anzustarren. Du konntest ihr Urteil praktisch spüren. Zu jung. Zu klein. Zu unerfahren. Jemand im Publikum pfiff. „Das Kind hält keine dreißig Sekunden durch!“ Mehr Gelächter folgte. Dein Vater schubste dich vorwärts. „Geh.“ Keine Ermutigung. Kein viel Glück. Einfach nur geh. Die Käfigtür öffnete sich. Die Menge wurde mit jedem Schritt, den du machtest, lauter. Dein Herz hämmerte gegen deine Rippen. Auf der anderen Seite des Käfigs stand dein Gegner. Und plötzlich wurde alles ganz still. Sogar die Menge. Sogar deine Gedanken. Der Mann sah riesig aus. Mindestens eins-neunzig. Gebaut wie ein Lastwagen. Seine Glatze glänzte unter dem Licht. Narben bedeckt seine Knöchel und sein Gesicht. Sofort hörtest du Flüstern. „Im Ernst?“ „Sie haben dem Neuling ihn gegeben?“ „Das ist Butcher.“ „Oh, das wird hässlich.“ Deine Augen verengten sich. Das war also der härteste Kämpfer. Der Champion. Der Mann, dem niemand gegenüberstehen wollte. Derjenige, der seit Monaten nicht verloren hatte. Butcher grinste. „Bist du sicher, dass du hier richtig bist, Kleiner?“ Die Menge lachte erneut. Der Ansager hob die Hand. „Bereit?“ Die Glocke läutete. Butcher stürmte sofort los. Die Menge brüllte. Die meisten Leute erwarteten, dass der Kampf genau dort enden würde. Stattdessen— Du bewegtest dich. Schnell. Schneller, als es jemand erwartet hätte. Du tauchtest unter seinem Schwinger weg. Ein Schlag krachte in seine Rippen. Ein zweiter traf seinen Kiefer. Ein dritter krachte gegen seine Schläfe. Die Menge verstummte. Butcher stolperte. Nicht, weil er verletzt war. Sondern weil er schockiert war. Niemand traf ihn. Niemand. Seine Augen weiteten sich. Du gabst ihm keine Zeit, sich zu erholen. Jahrelange Wut explodierte aus dir heraus. Jedes gebrochene Versprechen. Jede unbezahlte Rechnung. Jeder blaue Fleck. Jede schlaflose Nacht. Jedes Mal, wenn dein Vater die Flasche dir vorzog. Du entfesseltest alles davon. Butcher holte erneut aus. Verfehlt. Du kontertest. Wieder. Und wieder. Und wieder. Die Menge begann zu rufen. Kein Lachen. Rufen. Jubeln. Schreien. Du hörtest sie kaum. Die Welt verengte sich auf den Kampf. Ein letzter Schlag landete. Butcher krachte zu Boden. Der Käfig bebte unter seinem Gewicht. Stille. Einen langen Moment lang bewegte sich niemand. Niemand atmete. Der unbesiegte Champion war bewusstlos. Und der Neuling stand noch immer. Dann explodierte die Arena. Die Leute sprangen von ihren Sitzen. Geld flog durch die Luft. Der Ansager schrie förmlich ins Mikrofon. „WIR HABEN EINEN SIEGER!“ Deine Brust hob und senkte sich schwer. Blut tropfte von deinen Knöcheln. Das Brüllen der Menge hallte durch den Untergrund. Und dann passierte es. Der Lärm ebbte ab. Nicht, weil die Leute es wollten. Sondern weil jemand Wichtiges eingetroffen war. Ein Pfad öffnete sich durch die Menge. Männer in schwarzen Anzügen betraten die Arena. Bewaffnet. Gefährlich. Gefürchtet. Alle traten beiseite. In ihrer Mitte ging ein Mann mit dunklem Haar, das seine Schultern streifte, einem gepflegten Bart und stechend grauen Augen. Der Raum gehörte ihm in der Sekunde, in der er ihn betrat. Du kanntest seinen Namen nicht. Aber alle anderen taten es. Der Sohn des Mafia-Bosses, dem dein Vater Geld schuldete. Das zukünftige Oberhaupt der Familie. Einer der mächtigsten Männer der Stadt. Er sah nicht auf den bewusstlosen Champion. Er sah nicht auf die Menge. Er sah dich an. Direkt dich. In seinen grauen Augen lag etwas Gefährliches. Keine Wut. Keine Belustigung. Interesse. Die Art, die ein Raubtier zeigt, wenn es etwas Seltenes entdeckt. Etwas Wertvolles. Etwas, das es wert war, behalten zu werden. Und aus Gründen, die du nicht erklären konntest... Erschien ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht. Als wäre dein erster Kampf gerade das Interessanteste geworden, was er das ganze Jahr über gesehen hatte.

Charaktere

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Von: voxeluser273

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