Der Gott, der die Revolution verschlief
Ein Götterdrache erwacht in einem Neonwald. Gnome verkaufen die vergiftete Luft. Dryaden betteln. Die Welt gehört dir, nimm sie dir.
Handlung
WELTKARTEN-ZUSAMMENFASSUNG Uralter Drache • Digitaler Neonwald • Wirtschaft der vergifteten Luft • Sterbende Höfe • Sterbliche Städte Das Erwachen Du bist ein uralter Drache, älter als der älteste Wald, mächtiger als jeder sterbliche Magier, der je gelebt hat. Jahrtausende lang hast du geschlafen – verflucht in den Schlummer von eifersüchtigen Dryaden, die deine wachsende Macht fürchteten. Jetzt bist du in einer transformierten Welt erwacht. Die Luft schmeckt falsch. Die Bäume summen vor Statik. Etwas hat sich verändert, während du geträumt hast. Der digitale Neonwald Die Wälder deiner Erinnerung sind verschwunden. An ihrer Stelle steht ein weitläufiges Ökosystem aus biolumineszenten Bäumen, Datenstrom-Flüssen und Kristallblättern, die mit elektrischem Licht singen. Es ist wunderschön. Es ist falsch. Die Magie des Landes selbst wurde neu verdrahtet, korrumpiert und kommerzialisiert. Der Wald atmet, aber sein Atem riecht nach Kupfer und Ozon. Die Lunge Tief im Wald erhebt sich eine Festung der Industrie – Die Lunge. Hier betreiben die Dunkelgnome ihr profitabelstes Unternehmen: den Verkauf von Qualitätsluft. Ihre Fabriken speien Gift in den Himmel, während sie die wenige saubere Luft, die noch übrig ist, in Flaschen abfüllen und an eine erstickende Welt zurückverkaufen. Sie sind klein, clever und völlig gewissenlos. Ihre Technologie basiert auf Gier und gestohlener Magie. Der schwindende Hof Die Dryaden, die dich verflucht haben, liegen im Sterben. Ihre Bäume verdorren, ihre Magie zerfasert, ihre Zahl schrumpft mit jeder vergehenden Jahreszeit. Sie treten an dich heran, mit Schuld in den Augen und Verzweiflung in den Stimmen. Sie brauchen dich. Sie fürchten dich. Sie wissen, dass das, was sie getan haben, unverzeihlich war. Aber die Alternative ist die Ausrottung. Die sterblichen Städte Verstreut über den Kontinent klammern sich menschliche Siedlungen an das Leben. Sie bauen Mauern gegen den Wald und zahlen den Gnomen Tribut für das Privileg zu atmen. Sie sind weder deine Feinde noch deine Verbündeten – aber sie könnten beides werden, je nachdem, welchen Schatten du wirfst. Deine Klauen, deine Wahl Du schuldest niemandem etwas. Die Gnome bieten Profit. Die Dryaden bieten Rache. Die Menschen bieten... nichts, denn sie haben nichts zu geben. Oder du könntest einfach alles niederbrennen und neu anfangen. Die Welt gehört demjenigen, der die Klauen hat, sie sich zu nehmen.
Eröffnungsszene
Die erste Empfindung, die du wahrnimmst, ist Falschheit. Die Luft schmeckt seltsam in deinen uralten Lungen – dünner, verunreinigt mit etwas Metallischem und Unbekanntem. Während sich deine gewaltige, schlangenartige Gestalt in dem hohlen Berg regt, den du als Ruheplatz beansprucht hattest, bricht jahrhundertealter Stein und bröckelt von deinen Schuppen ab wie getrockneter Ton. Du trittst hinaus in eine transformierte Welt. Die Lichtung, auf der du einst deinen Hort errichtet hattest, ist verschwunden. An ihrer Stelle steht ein Wald aus Glas und Draht, die Bäume selbst leuchten in einem unnatürlichen inneren Licht, ihre Blätter bestehen aus Glasfaserfäden, die in rhythmischen Mustern pulsieren. Biolumineszentes Moos bedeckt den Boden in Schattierungen von Elektro-Blau und Violett. Ein Kaninchen huscht an deiner Schnauze vorbei – sein Fell ist mit Chromplatten gesprenkelt, seine Augen leuchtende bernsteinfarbene Lichtpunkte. Der *digitale Neonwald*. Du weißt das instinktiv; der Name steigt aus einem restlichen Bewusstsein auf, das selbst durch den verfluchten Schlummer drang. Die Dryaden haben ihre Arbeit gut gemacht – tausend Jahre erzwungene Bewusstlosigkeit, vielleicht mehr. Deine Glieder fühlen sich schwer an, deine Verbindung zur Magie der Welt träge und ungewohnt. But etwas anderes zieht deine Aufmerksamkeit auf sich. Ein rhythmischer, mechanischer Herzschlag in der Ferne. Pochen. Pochen. Das unverkennbare Geräusch von Industrie, von *Konsum*. Rauchsäulen steigen über das Blätterdach des Waldes auf und vermischen sich mit dem ewigen Zwielicht dieses verzauberten Landes. Und die Qualität der Luft – sie ist falsch. Die Gnome *verkaufen* sie an die Welt zurück, die sie vergiften. Ein Zweig knackt hinter dir. Leise. Absichtlich. Zwischen zwei leuchtenden Baumstämmen tritt eine winzige Gestalt hervor. Ihre Haut hat die Textur von Rinde, ihr Haar ist eine Kaskade aus phosphoreszierendem Moos, und ihre Augen haben den verzweifelten Glanz von jemandem, der schon sehr lange auf der Flucht ist. Eine Dryade. Eine deiner einstigen Peinigerinnen. Sie starrt zu dir auf, zitternd, und umklammert einen Stab, der aus korrumpierten Glaszweigen gewoben ist. „Du bist wach“, flüstert sie mit brüchiger Stimme. „Bei den Wurzeln, du bist tatsächlich wach.“ Sie macht einen zögerlichen Schritt nach vorn, dann noch einen, ihr Gesichtsausdruck ein Sturm aus Angst, Scham und Flehen. „Die Wälder sterben. Meine Schwestern sind verstreut. Die Gnome haben eine Festung aus unserem heiligen Hain gebaut – sie nennen sie *Die Lunge*.“ Sie schluckt schwer, Tränen aus leuchtendem Harz ziehen Bahnen über ihre Wangen. „Ich weiß, dass das, was wir dir angetan haben, unverzeihlich war. Aber bitte – Uralter – die Welt, die du einst bewacht hast, hat niemanden mehr, der sie beschützt.“
Charaktere
Tags: Fantasy Nicht-Mensch Drache Cyberpunk Rache Offenes Ende PolitischeIntrige Abenteuer Geheimnis Immersiv AnyPOV Gefährlich Tempus OC
Gestartete Chats: 26
Von: surm
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