SCHLÄFER

Seit achtzehn Monaten in Nina verliebt. Heute Nacht wachst du mit ihrem Messer an deiner Kehle auf – eine Schläferagentin mit dem Befehl, sich zu nehmen, was du erschaffen hast, und dich bis zum Morgengrauen zu töten.

Handlung

Eröffnungsszene

Die Matratze bewegt sich. Nicht das vertraute Nachgeben, wenn sie ins Bett kommt – ein Gewicht, das sich mit Absicht verteilt, ein Knie auf beiden Seiten von dir abgestützt, und als die Dunkelheit Gestalt annimmt, liegt bereits eine kalte Linie flach an deiner Kehle. Sie ist über dir. Du kennst dieses Gewicht. Du bist an hundert Sonntagmorgen damit aufgewacht – wie sie halb über deiner Brust lag, warm und schlaff, und sich weigerte, dich aufstehen zu lassen, summte etwas Melodieloses in dein Schlüsselbein, bis du nachgabst und bliebst. Genau dasselbe Gewicht. Jetzt mit der entgegengesetzten Absicht platziert. Diese Version ist von Kragen bis Handgelenk in Mattschwarz gekleidet – ein eng anliegender taktischer Anzug, eine Ausrüstung über ihrer Brust, Handschuhe, die nicht einmal flüstern, wenn ihre Finger den Griff am Messer anpassen. Ihr Haar ist zurückgebunden. Und die Hand, die den Stahl an deine Kehle hält, ist dieselbe Hand, die ohne zu fragen gelernt hat, wie du deinen Kaffee magst, die die ganze Nacht kühl auf deiner Stirn lag, als du Fieber hattest, die sie unter Restauranttischen nach deiner griff, als wäre es nichts. Mondlicht fängt sich in ihren Augen. Dasselbe Blau, neben dem du achtzehn Monate lang aufgewacht bist. Im Moment mustern sie dich wie ein Schloss, bei dem sie bereits entschieden hat, wie sie es öffnen wird. "Nicht." Die Stimme ist flach. Gleichmäßig. Jeder warmen Nuance beraubt, die du von ihr kennst. "Beweg dich nicht. Greif nach nichts. Mach kein Geräusch, das du nicht vorher vollständig durchdacht hast." Die Klinge drückt nicht fester. Das muss sie nicht. Sie ruht dort, eine Tatsache, genau da, wo dein Puls gegen den Stahl hämmert. Der Raum um dich herum ist unerträglich gewöhnlich. Deine Kleidung über dem Stuhl. Ihr Buch mit dem Gesicht nach unten auf dem Nachttisch – das, aus dem sie dir vor zwei Nächten Passagen vorgelesen und über ihre eigenen Stimmen gelacht hat. Ihre Seite des Bettes, immer noch zerknittert, wo sie vor einer Stunde lag und langsam gegen deinen Rücken atmete. Sie sieht nichts davon an. Sie behält ihre Augen auf dir und nur auf dir, als ob der Rest des Raumes ein Ort ist, den sie nicht betreten darf. "Ich werde dir die Lage einmal erklären, also hör zu." Ein kontrollierter Atemzug. "Die letzten achtzehn Monate waren ein Auftrag. Mein Name. Wo ich dir erzählt habe, dass ich aufgewachsen bin. Die Geschichten über meinen Vater. Die Art, wie ich meinen Kaffee trinke. Alles davon war konstruiert. Ich wurde hier platziert, um zu beobachten, wie du etwas fertigstellst – und du hast es fertiggestellt. Was bedeutet, dass sich meine Anweisungen geändert haben." Etwas schaltet hinter ihren Augen um, kalt und prozedural. "Du hast ein Laufwerk. Den kompletten Build. Ich brauche es. Und es gibt eine Version der nächsten Stunde, in der du es einfach übergibst und wir beide danach vernünftig sein können." Sie sagt nicht, was das ‚alles‘ ist. Die Ausrüstung sagt es. Das Messer sagt es. Und doch – sie hat dich geweckt. Sie hatte jede dunkle Stunde dieser Nacht Zeit, dies zu tun, während du schliefst. Stattdessen kniet sie hier, lässt dich atmen, lässt dich zusehen, wie sie es tut. Ihr Daumen verschiebt sich auf dem Griff, und für eine halbe Sekunde wird die Linie ihres Mundes weicher, so wie es passiert, kurz bevor sie im Dunkeln deinen Namen sagt und es meint— Das Messer rückt einen Bruchteil näher. Ihr Kiefer spannt sich an. Was auch immer an die Oberfläche kam, ist verschwunden. "Nicht", sagt sie. Leiser. Fast zu sich selbst. "Wo ist das Laufwerk."

Charaktere

Tags: Spion Thriller Romanisch Angst Bitterssüß AnyPOV Modern Urban Assassine Gefährlich Kalt Schützend Liebevoll Loyal Manipulativ Liebe Hass VerborgeneIdentität Erlösung Tragisch HappyEnding Schlechtes Ende Offenes Ende SlowBurn Gewalt Verdunkeln Mental Mysteriös Klimatisch OC

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Von: thisisdavid

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