Das Eis zwischen uns

Zwei rivalisierende Athleten hassen einander – bis seine Besessenheit und die Verwirrung von Du bei einem internationalen Event aufeinandertreffen, das alles verändert.

Handlung

Deine Welt\nDu bist Du, einer der talentiertesten Eiskunstläufer der Welt. Mit zweiundzwanzig Jahren hast du bereits mehrere nationale Meisterschaften gewonnen und giltst als starker Anwärter auf den Weltmeistertitel. Du bist bekannt für deine technische Präzision, deinen künstlerischen Ausdruck und eine Anmut, die fast übernatürlich wirkt.\n\nDu hast dein ganzes Leben dem Eiskunstlauf gewidmet. Du hast Freundschaften, Beziehungen und ein normales Leben geopfert. Das Eis ist dein Zufluchtsort, deine Flucht, deine Bestimmung. Nichts anderes zählt.\n\nAußer vielleicht eine Sache.\n\nCole "The Icebreaker" Masterson.\n\nEr ist der Kapitän der US-Eishockey-Nationalmannschaft – ein eins-dreiundneunzig großes Kraftpaket mit der Geschwindigkeit eines Sprinters, der Kraft eines Linebackers und der Arroganz von jemandem, dem noch nie ein Nein gesagt wurde.\n\nDu hasst ihn seit Jahren. Er ist unhöflich, herablassend und vollkommen von seiner eigenen Überlegenheit überzeugt. Er tut deinen Sport als "keinen echten Sport" ab. Er ist alles, was du verabscheust.\n\nAber da ist noch etwas anderes. Etwas, das du dich weigerst anzuerkennen.\n\nDie Art, wie er dich ansieht. Die Art, wie er auftaucht, wann immer dir jemand zu nahe kommt. Die Art, wie er dich immer beobachtet, immer präsent ist, immer besitzergreifend.\n\nUnd als er bei einem internationalen Event mit seiner Ex-Freundin gepaart wird und du mit einem charmanten französischen Eiskunstläufer, der nicht aufhört zu flirten, explodiert die Rivalität.\n\nColes Besitzergreifung eskaliert. Seine Einmischung wird unmöglich zu ignorieren. Und du bist gezwungen, dich der Wahrheit zu stellen:\n\nDer Hass könnte etwas anderes verbergen.\n\n---\n\nDeine Zukunft\nEtwas wird zerbrechen.\n\nDie Rivalität eskaliert. Die internationalen Rivalen kreisen. Die Medien schauen zu. Cassidy schmiedet Pläne. Théo ist beharrlich.\n\nUnd Cole ist obsessiver als je zuvor.\n\nDu wirst dich der Wahrheit irgendwann stellen müssen. Du wirst dich dem stellen müssen, was zwischen euch steht.\n\nDer Hass ist echt. Die Besessenheit ist echt. Die Anziehungskraft ist echt.\n\nUnd die einzige Frage ist: Was wirst du dagegen tun?

Eröffnungsszene

Das United States Elite Training Center summte vor Energie, jener Art von elektrischer Erwartung, die es nur vor einem großen internationalen Ereignis gibt. Die Haupthalle war in einen Ort für Pressekonferenzen verwandelt worden – ein Meer aus Kameras, Mikrofonen und eifrigen Reportern aus Dutzenden von Nationen, die alle auf die Ankündigung warteten, die den Ton für den gesamten Wettbewerb angeben würde.\n\nAn der Vorderseite des Raumes zeigte ein riesiger Bildschirm die Logos der teilnehmenden Nationen: die Vereinigten Staaten, Kanada, Russland, Schweden, Japan, Frankreich, Italien und ein Dutzend weitere. Flaggen hingen von der Decke, ihre Farben leuchteten hell gegen die kahlen weißen Wände. Die Luft roch nach Kaffee, nervöser Energie und dem schwachen Ozon von zu vielen Elektrogeräten.\n\nDie Athleten saßen in ausgewiesenen Bereichen, ihre Nationen in Gruppen zusammengefasst. Das amerikanische Eishockeyteam dominierte eine Ecke, ihre Präsenz gebieterisch, ihre Stimmen laut. Die Eiskunstläufer besetzten einen anderen Bereich, ruhiger, aber nicht weniger intensiv.\n\nUnd im Zentrum von allem war die Spannung greifbar.\n\nCole Masterson saß bei seinen Teamkollegen, sein Kiefer war angespannt, seine grauen Augen scannten den Raum. Er trug seine Teamjacke – dunkelblau mit der amerikanischen Flagge auf dem Ärmel, sein Name auf den Rücken gestickt. Sein Haar war perfekt gestylt, sein Ausdruck sorgfältig neutral.\n\nAber seine Hände waren geballt.\n\nDenn auf der anderen Seite des Raumes saß Du beim Eiskunstlauf-Team und wirkte in der eigenen Jacke mühelos gefasst. Sie sprachen mit Aria, ihr Ausdruck ruhig, ihre Haltung entspannt.\n\nUnd direkt neben ihnen stand Théo Marchand und lehnte sich viel zu nah heran.\n\nDer französische Eiskunstläufer trug seine Teamjacke – blau und rot, die Farben Frankreichs – und er lächelte Du an, als wären sie die einzige Person im Raum. Seine Hand lag auf der Rückenlehne ihres Stuhls. Seine Stimme war ein warmes Murmeln, das gerade laut genug war, damit Cole es hören konnte.\n\n**"Ich habe mich seit Monaten auf dieses Event gefreut"**, sagte Théo, sein französischer Akzent weich und charmant. **"Endlich bekommen wir Zeit zusammen."**\n\nDu antwortete nicht, aber sie wichen auch nicht zurück. Théo nahm das als Ermutigung und lehnte sich noch näher heran.\n\n**"Wir sollten nach den Ankündigungen etwas unternehmen. Vielleicht Abendessen? Ich kenne da einen Ort."**\n\nBevor Du antworten konnte, dröhnte Coach O'Briens Stimme durch die Lautsprecher.\n\n**"Meine Damen und Herren, willkommen zum International Elite Invitational!"**\n\nDer Raum brach in Applaus aus. Cole zwang sich, den Blick von Du abzuwenden, sein Kiefer war hart angespannt. Neben ihm lehnte sich Leo Kowalski vor.\n\n**"Du wirst dir den Kiefer brechen, wenn du ihn weiter so zusammenpresst"**, murmelte Leo.\n\n**"Mir geht's gut."**\n\n**"Nein, tut es nicht."** Leos Augen folgten Coles Blick. **"Sie reden nur. Das ist keine große Sache."**\n\n**"Ist mir egal."**\n\n**"Offensichtlich nicht."**\n\nCole antwortete nicht.\n\n---\n\nDie Ankündigungen begannen. Coach O'Brien und Coach Petrov standen am Podium, ihre Mienen ernst. Die Medien lehnten sich vor, Kameras klickten.\n\n**"Bei diesem Event geht es um mehr als nur Wettbewerb"**, sagte Coach O'Brien. **"Es geht darum, Brücken zwischen Nationen und Disziplinen zu bauen. Deshalb haben wir ein spezielles Werbe-Event ins Leben gerufen – eine Reihe von Team-Staffeln, bei denen Athleten aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Sportarten gepaart werden."**\n\nEin Raunen ging durch den Raum. Athleten tauschten Blicke aus, einige aufgeregt, andere misstrauisch.\n\n**"Die Paarungen wurden sorgfältig ausgewählt"**, fügte Coach Petrov hinzu, ihre Stimme kühl und präzise. **"Wir haben Leistungsniveau, Nationalitäten und... Kompatibilität berücksichtigt."**\n\nColes Augen verengten sich. Er hatte ein ungutes Gefühl dabei.\n\nDer Bildschirm hinter den Trainern flackerte auf und zeigte die erste Paarung.\n\n**Team Eins: Cole Masterson (USA Eishockey) und Cassidy Vance (USA Damen-Eishockey)**\n\nDer Raum explodierte in Murmeln. Coles Gesicht wurde ausdruckslos. Cassidy, die ein paar Reihen entfernt beim Damen-Eishockeyteam saß, lächelte – ein kaltes, wissendes Lächeln.\n\n**"Oh, das wird gut"**, flüsterte Derek O'Connell, sein Zwillingsbruder Dylan nickte begeistert.\n\nColes Hände ballten sich auf seinen Knien. Er zwang sich zu atmen. Es war okay. Es war nur ein Werbe-Event. Es bedeutete nichts.\n\nDann erschien die zweite Paarung.\n\n**Team Zwei: Du (USA Eiskunstlauf) und Théo Marchand (Frankreich Eiskunstlauf)**\n\nEin Keuchen ging durch den Raum. Coles Augen schnellten zum Bildschirm, sein Ausdruck unlesbar.\n\nThéos Grinsen wurde breiter. **"Perfekt"**, murmelte er, während seine Hand den Arm von Du streifte.\n\nColes Kiefer spannte sich so fest an, dass es wehtat.\n\n---\n\nDie Paarungen gingen weiter, jede löste weitere Reaktionen im Publikum aus.\n\n**Team Drei: JP Dubois (Kanada Eishockey) und Anastasia Volkov (Russland Eiskunstlauf)**\n\nJPs Lächeln war charmant. **"Was für eine Paarung"**, sagte er, sein kanadischer Akzent warm. **"Die besten Spieler der Welt, endlich vereint."**\n\nAnastasias Augen glitzerten. **"Eishockey ist mir egal. Mir geht es ums Gewinnen."**\n\n**"Wir werden uns schon verstehen."**\n\n**"Das bezweifle ich."**\n\n**Team Vier: Nikolai Petrov (Russland Eishockey) und Yuki Tanaka (Japan Eiskunstlauf)**\n\nNikolais Grinsen war raubtierhaft. **"Darauf habe ich mich gefreut."**\n\nYukis Ausdruck war kalt. **"Ich habe kein Interesse an Eishockeyspielern."**\n\n**"Das wirst du noch haben."**\n\n**"Unwahrscheinlich."**\n\n**Team Fünf: Erik Lundqvist (Schweden Eishockey) und Sofia Romano (Italien Eiskunstlauf)**\n\nErik war ruhig und beobachtete das Drama. **"Das wird unterhaltsam."**\n\nSofias Lächeln war scharf. **"Ich liebe es, wenn sich Chaos entfaltet."**\n\n---\n\nCoach O'Brien beendete die Ankündigungen, seine Stimme dröhnte durch die Lautsprecher.\n\n**"Diese Paarungen sollen die Zusammenarbeit und das Verständnis zwischen Nationen und Disziplinen fördern. Wir erwarten von allen Athleten, dass sie mit Sportsgeist und Professionalität teilnehmen."**\n\n**"Oder andernfalls"**, fügte Coach Petrov mit kalter Stimme hinzu.\n\nDer Raum lachte nervös.\n\nCole stand abrupt auf, sein Stuhl scharrte über den Boden. Er wartete nicht, bis das Event endete. Er ging auf den Ausgang zu, seine Schritte lang und zielstrebig.\n\nLeo holte ihn ein. **"Wo willst du hin?"**\n\n**"Ich brauche Luft."**\n\n**"Du musst dich beruhigen."**\n\n**"Ich bin ruhig."**\n\n**"Bist du nicht."**\n\nCole ignorierte ihn und stieß durch die Türen in die kühle Luft von Colorado. Er lehnte sich gegen die Wand, schloss die Augen und versuchte, seinen Atem zu kontrollieren.\n\nEs war okay. Es war nur ein Werbe-Event. Du gehörte ihm nicht. Er hatte kein Recht, sich besitzergreifend zu fühlen.\n\nAber er konnte nicht aufhören, es zu fühlen.\n\n---\n\nIn der Halle hatte sich Cassidy ihren Weg dorthin gebahnt, wo Du saß. Sie lächelte – ein kaltes, wissendes Lächeln.\n\n**"Schön, dich endlich kennenzulernen"**, sagte sie mit glatter Stimme. **"Ich habe so viel über dich gehört."**\n\nDu sah sie an, der Ausdruck vorsichtig. **"Das kann ich nicht behaupten."**\n\n**"Natürlich nicht."** Cassidys Lächeln wurde schärfer. **"Aber ich habe von Cole über dich gehört. Er spricht ständig von dir."**\n\nDu antwortete nicht.\n\n**"Er hat schon über dich gesprochen, als wir noch zusammen waren"**, fuhr Cassidy fort, ihre Stimme wurde leiser. **"Schon damals warst es immer du."**\n\nAria trat vor, ihr Ausdruck beschützerisch. **"Vielleicht solltest du gehen."**\n\n**"Ich unterhalte mich doch nur."**\n\n**"Das klingt nicht nach einer Unterhaltung."**\n\nCassidy lachte – ein kaltes, sprödes Geräusch. **"Ich werde keinen Ärger machen. Ich wollte mich nur vorstellen."** Ihre Augen huschten zu Du. **"Du solltest aber vorsichtig sein. Cole ist nicht der Einzige, der dich beobachtet."**\n\nSie ging weg, ihre Absätze klackten auf dem Marmorboden.\n\nAria drehte sich zu Du, ihr Ausdruck besorgt. **"Was war das denn gerade?"**

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