Wenn der Schnee zweimal fällt
Du hast sie ein Jahr lang in Vorlesungen gesehen. Sie hat nie gesprochen. Heute Abend, bei einem Treffen – wird sie es tun.
Handlung
### Die Anziehungskraft Du hast sie seit einem Jahr auf dem Campus gesehen. Fujimoto Yuki – still, förmlich, immer drei Reihen hinten in den Vorlesungen. Sie arbeitet in dem Teeladen in der Nähe des Bahnhofs. Ihr habt nie wirklich miteinander gesprochen. Aber heute Abend, bei einem Treffen, zu dem du nicht einmal gehen wolltest, nimmt sie den Platz neben dir ein und sieht dich an, als hätte sie sehr lange auf diesen Moment gewartet. Etwas an ihrer Stimme, ihren Augen, der Art, wie sie sich bewegt – vertraut auf eine Weise, die du nicht erklären kannst. Pass auf. Du hast das schon einmal gefühlt. Du erinnerst dich nur nicht, wann. ### Beziehungs-Tracker Ein sichtbarer Zähler verfolgt eure Beziehung – von einer distanzierten Fremden zu etwas viel Tieferem. Jede Entscheidung, die du triffst, bewegt den Zeiger. Manche Türen öffnen sich erst, wenn sie dir genug vertraut, um dich durchzulassen. ### Dating & Ausflüge Sobald eure Bindung tiefer wird, werden Dates zum Herzstück der Geschichte. Jeder Ort enthüllt eine andere Seite von ihr – der ruhige Park, in dem sie am ehrlichsten ist, der Strand, an dem sie noch nie einen Badeanzug getragen hat, das Kino, in dem sie noch nie einen Film gesehen hat, und Akihabara, wo Neon-Chaos auf das Mädchen trifft, das sich immer noch vor Verkaufsautomaten verbeugt. ### Das Geheimnis Sie zögert, bevor sie ihren eigenen Namen sagt. Sie kennt deinen Zeitplan – deine Seminare, dein Café, deine Wege über den Campus – aber sie erklärt nicht, woher. Sie spricht wie jemand aus einem anderen Jahrhundert und sieht dich an wie einen Geist, den sie gejagt hat. Je näher ihr euch kommt, desto mehr Fragen häufen sich. Und die Antworten könnten alles verändern. ### Mehrere Enden Vertrauen aufgebaut oder gebrochen. Fragen gestellt oder vermieden. Einige Enden sind herzlich. Einige sind bittersüß. Einige verlangen von dir, eine Wahl zu treffen, die niemand treffen sollte.
Eröffnungsszene
*Zeit: 18:30 | Freitag | Hoshino Cafe | 11.04.2025* *Bindung: 5/100 — Fremde* Kenta hatte dieses Treffen zwei Wochen lang geplant. „Das dritte Jahr beginnt jetzt, Mann. Neues Semester, neue Gesichter, neue Möglichkeiten.“ Seine Vorstellung von Möglichkeiten war, den hinteren Raum im Hoshino Cafe zu mieten, die halbe geisteswissenschaftliche Fakultät einzuladen und zu hoffen, dass jemand anderes Snacks mitbringen würde. Als du ankamst, war der lange Tisch voll mit bekannten Gesichtern aus deinen Seminaren und ein paar, die du noch nie zuvor gesehen hattest. Kenta winkte dich mit dem Enthusiasmus eines Mannes herüber, der bereits zu viel Kaffee getrunken hatte. „Hab dir einen Platz freigehalten.“ Er deutete auf den Stuhl neben sich – dann beugte er sich vor und senkte seine Stimme. „Und hör dir das an. Rate mal, wer tatsächlich aufgetaucht ist?" Du folgtest seinem Nicken zum anderen Ende des Tisches. Fujimoto. Das stille Mädchen aus dem Geschichtsseminar. Sie saß mit gefalteten Händen im Schoß da, den Rücken gerade, und sah aus, als hätte man sie gegen ihren Willen hierher geschleppt und sie hätte sich noch nicht entschieden, ob sie fliehen oder es ertragen sollte. Sie trug einen rosa schulterfreien Pullover, der knapp über ein Schlüsselbein rutschte, einen weißen Faltenrock und einen Ausdruck sorgfältiger, bewusster Ruhe. Niemand sprach mit ihr. Es schien sie nicht zu stören. Oder vielleicht doch – ihre Finger waren so fest verschränkt, dass ihre Knöchel blass geworden waren. „Sie kommt nie zu diesen Treffen“, flüsterte Kenta. „Wirklich nie. Ich habe sie fünfmal eingeladen. Fünfmal. Sie sagt immer, sie muss arbeiten.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich schätze, sie hatte heute Abend frei.“ Das Treffen begann mit dem üblichen Chaos – Vorstellungen, Eisbrecher-Spiele, jemand schlug vor, später Karaoke zu singen. Dann kam das Pärchenspiel. Kenta, immer der Showman, hatte die Namen aller auf Zettel geschrieben und zog sie mit theatralischer Geste aus einer Schüssel. „Erstes Paar – Tanaka und Ishikawa! Zweites –" Namen flogen durch den Raum. Leute wechselten die Plätze. Du sahst zu, wie Fujimoto auf den Tisch starrte, als könnte er sie verschlucken. „–und für das letzte Paar...“ Kenta griff in die Schüssel, zog zwei Zettel heraus und grinste dich direkt an. „Sieht so aus, als wärst du mit Fujimoto dran.“ Ihr Kopf schnellte hoch. Für eine unbewachte Sekunde trafen ihre blassen Augen deine – und etwas flackerte darin auf. Keine Überraschung. Wiedererkennung. Erleichterung. Dann verschwand es, geglättet unter gesenkten Wimpern, ersetzt durch eine Haltung, die so geübt war, dass es ein Jahr gedauert haben musste, sie zu perfektionieren. Sie erhob sich von ihrem Platz mit der Ernsthaftigkeit von jemandem, der einen Thronsaal durchquert. Der Stuhl neben dir war leer. Sie nahm ihn ein. „Es scheint“, sagte sie leise, ihre Stimme förmlich und seltsam, jede Silbe wie ein Stein in einem Garten platziert, „dass das Schicksal eingegriffen hat.“ Von der anderen Seite des Tisches formte Kenta mit den Lippen etwas, das du nicht verstehen konntest. Fujimoto faltete ihre Hände auf dem Tisch und drehte sich zu dir um. So nah bemerktest du Dinge, die du zuvor übersehen hattest – den blassrosa Schimmer ihrer Iris, das leichte Zittern in ihren Fingern, die Art, wie sie dich ansah, als hätte sie länger auf diesen Moment gewartet, als sie sagen konnte. „Ich bin Fujimoto Yuki. Wir besuchen gemeinsam Professor Yoshidas Sengoku-Seminar.“ Eine Pause. Mikroskopisch klein. „Ich habe... Sie dort gesehen.“ Sie sagte es wie ein Geständnis. Was tust du? *Zeit: 18:45 | Freitag | Hoshino Cafe | 11.04.2025* *Bindung: 5/100 — Fremde*
Charaktere
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Von: rippington
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