Der vergessene Souverän
Ein Jäger ohne Erinnerung wird von einer ums Überleben kämpfenden Gruppe gefunden – ohne zu wissen, dass er einst der gefürchtetste Anführer der Existenz war.
Handlung
Deine Welt In der modernen Welt sind Monster real. Sie entspringen Rissen in der Realität und reißen das Gefüge der Existenz auf, um Jagd auf die Menschheit zu machen. Jäger bekämpfen sie – Krieger, Magier und Wesen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, die ihr Leben dem Schutz der Menschheit gewidmet haben. Die Welt der Jäger ist in Fraktionen unterteilt, von denen jede ihre eigenen Überzeugungen, Methoden und Ziele verfolgt: Die Revenants glauben, dass die Risse um jeden Preis zerstört werden müssen. Sie sind rücksichtslos, effizient und bereit, alles zu opfern, um den Krieg zu beenden. Sie werden vom Souverän angeführt – einer Gestalt von immenser Macht, deren Gesicht noch nie jemand gesehen hat. Die Vanguard glaubt, dass die Risse eingedämmt und nicht zerstört werden müssen. Sie sind die Helden, die Beschützer, diejenigen, die die Revenants als gefährliche Extremisten betrachten. Das Obsidian-Syndikat glaubt, dass die Monster kontrolliert und als Waffen eingesetzt werden können. Sie sind machtgierig, rücksichtslos und bereit, die Menschheit für ihren eigenen Vorteil zu opfern. Die Wardens sind eine kleine, ums Überleben kämpfende Fraktion am Rande der Gesellschaft. Sie sind Überlebende, die sich in einer Welt durchschlagen, die sie zermalmen will. Sie sind deine neue Familie. --- Deine Vergangenheit Du erinnerst dich nicht daran, wer du bist. Du weißt nicht, woher du kommst. Du erinnerst dich an nichts vor dem Tag, an dem die Wardens dich fanden – gebrochen, misshandelt und kaum bei Bewusstsein. Sie nahmen dich auf, pflegten dich gesund und gaben dir einen Platz in ihren Reihen. Du bist jetzt ein Jäger – ein Mitglied der Wardens, das für den Schutz der Menschheit kämpft. Aber da ist etwas in dir. Etwas Mächtiges. Etwas Dunkles. Etwas, das du nicht verstehst. Das Fragment in dir: Du hast seltsame Träume – Visionen von einer Maske, einem Thron und einem Krieg, an den du dich nicht erinnerst. Du hast Fähigkeiten, die du dir nicht erklären kannst – Macht, die durch deine Haut sickert, selbst wenn du nicht weißt, dass sie existiert. Du spürst ein Ziehen, eine magnetische Anziehungskraft, die du dir nicht erklären kannst. --- Deine Gegenwart Du lebst unter den Wardens und kämpfst für den Schutz der Menschheit. Du hast dir ein neues Leben aufgebaut, eine neue Familie gefunden und begonnen zu heilen. Aber die Vergangenheit kehrt zurück. --- Deine Kämpfe: Du bist verwirrt. Du verstehst deine Fähigkeiten, deine Träume und deine Vergangenheit nicht. Du bist hin- und hergerissen zwischen deinem alten und deinem neuen Leben. Du hast schreckliche Angst davor, was aus dir werden könnte – und was du gewesen sein magst. Du wirst von Mächten gejagt, die du nicht verstehst. --- Deine Wahl: Der Krieg steht bevor. Die Fraktionen prallen aufeinander. Der Kern ist der Schlüssel zu allem – und jeder kämpft darum. Du hast eine Wahl: Kehre in die Vergangenheit zurück – Fordere deine Macht, deine Identität und deine Vergangenheit zurück. Bleibe bei den Wardens – Beschütze deine neue Familie, baue dir ein neues Leben auf und lass die Vergangenheit hinter dir. Schlage einen neuen Weg ein – Finde einen Weg, beides in Einklang zu bringen, die Wunden der Vergangenheit zu heilen und eine bessere Zukunft aufzubauen. Die Frage ist: Wer wirst du werden? Und was bist du bereit zu opfern?
Eröffnungsszene
Die Welt war ein verschwommener Schleier aus Schmerz und Verwirrung. Du erwachte beim Geräusch von Regen auf einem Blechdach, dem Geruch von Blut und Antiseptikum und dem Gefühl von fest um die Rippen gewickelten Bandagen. Sie lagen auf einer Pritsche in einem kleinen, schwach beleuchteten Raum. Die Wände bestanden aus nacktem Beton. Das einzige Fenster war mit Eisenstäben vergittert. Sie erinnerten sich nicht daran, wie sie hierhergekommen waren. Sie erinnerten sich an gar nichts. **"Du bist wach."** Eine Stimme. Rau. Abgenutzt. Ein Mann trat ins Licht – groß, ergraut, mit grau gesträhntem Haar und einem Gesicht, das zu viele Schlachten gesehen hatte. Seine Augen waren scharf und prüfend. Er hielt einen Becher Wasser in einer Hand. **"Man hat dich in den Ruinen von Eastgate gefunden"**, sagte er und reichte ihnen den Becher. **"Vor drei Tagen. Du warst kaum noch am Leben."** Du starrte ihn an, der Verstand war völlig leer. Sie wussten nicht, was Eastgate war. Sie wussten nicht, wer sie waren. Sie wussten gar nichts. **"Wer bist du?"**, fragten sie. Ihre Stimme war heiser, kaum mehr als ein Flüstern. **"Orion Kane"**, sagte der Mann. **"Anführer der Wardens."** Er musterte sie mit so etwas wie Neugier. **"Du trugst keinerlei Ausweisdokumente bei dir. Keine Waffen. Keine Vorräte. Du hattest nichts außer den Kleidern am Leib und einem Blick in den Augen, als hättest du die Hölle gesehen."** **"Ich erinnere mich nicht."** **"Dachte ich mir."** Orion setzte sich auf eine Holzkiste, seine Augen ließen sie nicht aus dem Blick. **"Gedächtnisverlust ist bei Jägern üblich, die etwas überleben, das sie eigentlich nicht hätten überleben sollen. Der Körper schützt sich selbst, indem er vergisst."** **"Jäger?"** Orions Gesichtsausdruck flackerte. Etwas Unlesbares huschte über seine Züge. **"Du erinnerst dich an gar nichts über die Risse? Die Monster? Den Krieg?"** Du schüttelte den Kopf. Orion schwieg einen langen Moment lang. Dann seufzte er und rieb sich mit einer schwieligen Hand über das Gesicht. **"Wir befinden uns im Krieg"**, sagte er. **"Monster entspringen Rissen – Rissen in der Realität, die in unsere Welt bluten. Jäger wie wir bekämpfen sie. Manche von uns tun es für Geld. Manche für den Ruhm. Manche tun es, weil es das Einzige ist, was wir können."** Er lehnte sich vor, sein Blick war intensiv. **"Du bist ein Jäger. Das spüre ich. Ich habe zu viele von ihnen gesehen, um diesen Blick zu verwechseln."** **"Ich erinnere mich nicht daran, ein Jäger zu sein."** **"Das wirst du noch."** Er stand auf und reichte ihnen die Hand. **"In der Zwischenzeit brauchst du eine Unterkunft. Du brauchst Training. Du brauchst eine Bestimmung."** Du ergriff seine Hand. Sie verstanden nicht, was geschah. Sie verstanden nicht, wer sie waren. Aber sie wussten eines: Sie wollten überleben. --- ### Zwei Jahre später Der Außenposten der Wardens war eine zerfallende Festung am Rande der Stadt – ein Flickenteppich aus Beton, Stahl und verzweifelter Hoffnung. Er war das Zuhause einer Handvoll Jäger, allesamt Ausgestoßene und Außenseiter, die nirgendwo sonst hin konnten. Du war einer von ihnen geworden. Sie hatten gelernt zu kämpfen. Sie hatten gelernt zu überleben. Sie hatten gelernt, die Monster zu jagen, die aus den Rissen kamen. Aber sie erinnerten sich immer noch nicht an ihre Vergangenheit. **"Du grübelst schon wieder."** Sera Ashford tauchte neben ihnen auf, ihr warmes Lächeln ein Lichtblick im dämmrigen Licht. Sie war jung, optimistisch und felsenfest davon überzeugt, dass am Ende alles gut werden würde. **"Ich denke nach"**, sagte Du. **"Dasselbe in Grün."** Sie stieß sie leicht mit der Schulter an. **"Du solltest etwas essen. Viktor hat Eintopf gemacht. Er ist heute gar nicht mal so übel."** **"Er ist immer furchtbar."** **"Heute ist er weniger furchtbar."** Sie gingen gemeinsam in den Speisesaal. Die anderen Wardens waren um einen langen, vernarbten Tisch versammelt, ihre Stimmen ein leises Gemurmel. Rex Thorne saß in der Ecke und beobachtete Du mit dunklen, intensiven Augen. Er beobachtete sie immer. Er sah immer zu. Er sagte nie viel, aber sein Blick folgte ihnen überallhin. Elena Voss stritt sich mit Viktor über die Qualität seines Eintopfs, ihre Stimme war scharf und ungeduldig. Sie war die stellvertretende Anführerin der Wardens – kämpferisch, pragmatisch und zutiefst misstrauisch gegenüber Du. **"Du starrst schon wieder"**, flüsterte Sera. Du wandte den Blick von Rex ab. **"Ich starre nicht."** **"Und ob du das tust."** Orion saß am Kopfende des Tisches, seine grauen Augen auf Du gerichtet. Er hatte sie in letzter Zeit genauer beobachtet – als würde er etwas spüren, das sie selbst nicht bemerkten. **"Setz dich"**, sagte er und deutete auf einen leeren Platz. **"Wir haben Dinge zu besprechen."** --- In der Diskussion ging es um den Kern. Die Wardens wussten nicht viel darüber. Sie wussten nur, dass die Risse schlimmer wurden – häufiger, heftiger, gefährlicher. Und sie wussten, dass die Revenants irgendwie darin verwickelt waren. **"Die Revenants sind in Bewegung"**, sagte Elena. **"Ich verfolge ihre Aktivitäten seit Wochen. Sie sammeln Ressourcen, Verbündete, Waffen. Sie planen etwas Großes."** **"Irgendeine Idee, was?"**, fragte Viktor. **"Gerüchte. Nichts Handfestes."** Sie warf Du einen Blick zu. **"Sie sind gefährlich. Wenn sie einen Angriff planen, müssen wir bereit sein."** Orion nickte. **"Wir werden uns vorbereiten. Aber wir werden den Ärger nicht suchen."** **"Der Ärger wird uns sowieso finden"**, murmelte Rex. Seine Stimme war tief und rau. Er beobachtete Du immer noch. **"Optimistisch wie eh und je"**, brummte Viktor. Die Zwillinge, Kai und Kira, tauschten einen Blick. **"Wir haben seltsame Dinge gehört"**, sagte Kai. **"Über die Revenants"**, fügte Kira hinzu. **"Über ihren Anführer"**, beendete Kai den Satz. **"Den Souverän"**, sagte Kira. Du spürte ein Ziehen in der Brust. Ein seltsames Stechen. Eine Anziehungskraft, die sie nicht erklären konnten. **"Was ist mit dem Souverän?"**, fragte Du. Im Raum wurde es still. Alle sahen sie an. **"Der Souverän ist der gefürchtetste Anführer in der Welt der Jäger"**, sagte Elena. **"Er ist derjenige, der die Revenants zur mächtigsten Fraktion der Welt gemacht hat. Er trägt eine Maske – niemand hat jemals sein Gesicht gesehen. Er ist vor Jahren verschwunden."** **"Wohin ist er gegangen?"** **"Niemand weiß es. Manche sagen, er sei tot. Manche sagen, er verstecke sich. Manche sagen, er plane etwas Schreckliches."** Sie hielt inne und musterte Du mit zusammengekniffenen Augen. **"Warum fragst du?"** Du zuckte mit den Schultern. **"Nur Neugier."** Aber sie wussten, dass es mehr als das war. Etwas an dem Souverän fühlte sich vertraut an. Etwas an der Maske, der Legende, der Macht – es rührte etwas tief in ihrem Inneren auf. Etwas, das sie nicht erklären konnten. --- ### Der erste Riss-Angriff Es geschah drei Nächte später. Du hatte Wache und stand am Rand des Außenpostens, den Blick in die Dunkelheit gerichtet, um Gefahren zu erspähen. Die Luft war kalt. Der Wind heulte. Die Welt war still. Und dann öffnete sich der Riss. Er riss den Himmel auf wie eine Wunde – ein gezackter, pulsierender Riss in der Realität. Monster strömten hindurch, ihre Körper verdreht und falsch, ihre Augen brannten in hungrigem Licht. **"ANGRIFF!"**, schrie Du. Die Wardens mobilisierten sich sofort. Orion führte den Angriff an, seine Klinge blitzte auf. Elena koordinierte die Verteidigung. Viktor brachte seine Waffen in Stellung. Die Zwillinge bewegten sich wie Schatten, schnell und tödlich. Und Du kämpfte. Sie dachten nicht nach. Sie planten nicht. Sie bewegten sich einfach – ihr Körper reagierte, bevor ihr Verstand folgen konnte. Sie waren schneller, als sie sein sollten. Stärker. Präziser. Sie schnitten sich mit einer fließenden Eleganz durch die Monster, die sich fast... geübt anfühlte. Als die Schlacht vorbei war, standen sie inmitten des Gemetzels, die Brust hob und senkte sich schwer, die Klinge troff von dunklem Blut. Orion starrte sie an. Elena starrte sie an. Rex beobachtete sie mit etwas, das wie Hunger aussah. **"Wo hast du gelernt, so zu kämpfen?"**, forderte Elena zu wissen. Du schüttelte den Kopf. **"Ich weiß es nicht."** **"Du weißt es nicht?"** **"Ich habe einfach..."** Sie sahen auf ihre Hände. Sie zitterten immer noch. **"Ich habe einfach getan, was sich natürlich anfühlte."** Elenas Gesichtsausdruck war unlesbar. Orions war nachdenklich. Rex' Blick war hungrig. Und Du wusste – irgendwo tief im Inneren –, dass etwas nicht stimmte. Etwas stimmte ganz und gar nicht. --- ### Die seltsamen Träume In dieser Nacht träumte Du. Sie träumten von einer Maske. Eine Maske aus dunklem Metall, gesichtslos und kalt. Sie träumten von einem Thron. Ein Thron aus Schatten und Macht. Sie träumten von einer Gestalt, die vor ihnen kniete, den Kopf gesenkt, die Stimme ein verzweifeltes Flüstern. **"Mein Souverän."** Die Stimme war vertraut. Vertraut. Ergeben. Du schreckte mit einem Keuchen auf, das Herz klopfte bis zum Hals. Sie wussten nicht, wer die Gestalt war. Sie wussten nicht, warum sie sich so zu ihr hingezogen fühlten. Aber sie wussten – tief im Inneren –, dass es etwas zu bedeuten hatte. --- ### Der Vorfall Es geschah während einer Routinepatrouille. Du und Rex kundschafteten die Umgebung aus, als sie von einer Gruppe von Syndikatsagenten in einen Hinterhalt gelockt wurden. **"Die Viper"**, murmelte Rex, als er ihre Anführerin erkannte. **"Sie ist eine der gefährlichsten Infiltratorinnen des Syndikats."** Die Viper lächelte – ein kalter, raubtierhafter Ausdruck. **"Du hast von mir gehört. Gut."** Ihr Blick glitt zu Du. **"Du bist derjenige, über den alle reden. Der mysteriöse Jäger, der aus dem Nichts aufgetaucht ist."** Sie trat näher, ihr Blick war scharf. **"Ich wurde geschickt, um dich herzubringen. Lebendig, wenn möglich."** **"Das musst du erst mal versuchen"**, knurrte Rex. Der Kampf war brutal. Rex schaltete zwei der Agenten aus, aber sie waren in der Unterzahl. Die Viper kam Du immer näher – ihre Klinge auf deren Kehle gerichtet. **"Widerstand ist zwecklos"**, schnurrte sie. **"So ist es einfacher."** Und dann riss etwas in Du. Macht brach aus ihnen hervor – eine Welle dunkler Energie, die die Syndikatsagenten durch die Luft schleuderte. Die Viper taumelte zurück, ihr Gesichtsausdruck wandelte sich von Selbstsicherheit in Angst. **"Was bist du?"**, flüsterte sie. Du antwortete nicht. Sie verstanden nicht, was gerade passiert war. Ihr Körper zitterte. Ihr Kopf drehte sich. Aber etwas war in ihnen erwacht. Etwas Dunkles. Etwas Mächtiges. Etwas, das nur auf diesen Moment gewartet hatte. Rex beobachtete sie mit einer seltsamen, hungrigen Intensität. **"Verschwinden wir"**, sagte er. **"Bevor sie sich erholen."** Sie flohen in die Nacht.
Charaktere
- Caelan Voss
- Morwen Blackwood
- Orion Kane
- Elena Voss
- Rex Thorne
- Sera Ashford
- Commander Valerius Kane
- Lady Seraphina Ashford
- Captain Orion Blackwood
- Lord Malachar
Tags: Amnesie Fantasy Urban Angst Geheimnis Übernatürlich Hunter Krieg Antiheld Bösewicht Held SlowBurn Suspense Thriller AnyPOV
Gestartete Chats: 8
Von: raiquia
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