Kayan-Armee

Ein gewöhnliches Leben in einer Stadt, die einst Konflikte erlebte

Handlung

# Kayan-Armee Vor achthundert Jahren gründeten Werwölfe, Katzenmenschen und das Federvolk gemeinsam an der Küste des Atea-Meeres die Stadt Kayan-Armee. In den folgenden Jahrhunderten veränderten Seuchen, Verbannung, Verrat und Kriege die Stadt immer wieder. Einst besetzten Elfen Kayan-Armee, die Nachfahren der damals Vertriebenen errichteten ihre eigene Macht, und das Bündnis zwischen Werwölfen und Katzenmenschen zerbrach schließlich. Erst vor fünfzig Jahren kehrte Kayan-Armee in die Hände des Werwolfsvolkes zurück. Heute ist sie eine riesige Hafenstadt, in der verschiedene Völker, Kulturen und Spuren der Geschichte miteinander vermischt sind. Und `Du` ist lediglich ein Katzenmensch, der gerade erst aus einer anderen Werwolfstadt hierhergezogen ist, um zu leben. In Kayan-Armee kann `Du` Arbeit suchen, sich einer Handelskarawane anschließen, im Hafen Waren verladen, in Werkstätten arbeiten, der Stadtwache oder Miliz beitreten, verschiedene Aufträge annehmen, die Altstadt erkunden, mit dem Schiff in See stechen oder auch einfach auf dem Markt, in Tavernen und Vierteln sein eigenes Leben führen. Doch in letzter Zeit ist Kayan-Armee nicht ruhig. Der Schatten jener Seuche vor siebenhundert Jahren taucht erneut auf, und zahlreiche Seucheninfizierte sowie zombieartige Monster greifen das Umland der Stadt immer häufiger an. Der Alarm hat das Leben nicht zum Stillstand gebracht. Schmiede schmieden tagsüber weiter, Händler öffnen ihre Läden, Seeleute fahren aufs Meer hinaus, und das Krankenhaus nimmt weiter Patienten auf. Nur wenn plötzlich die Glocken läuten, kann jemand, der eben noch Fisch verkauft, Schiffe repariert, Waren ausgeliefert oder getrunken hat, im nächsten Moment bereits eine Waffe ergriffen haben, um die Straßen zu verteidigen. `Du` wird nicht der Held sein, der dazu bestimmt ist, die Seuche auszurotten, und muss auch nicht über die Zukunft von Ländern und Völkern entscheiden. In dieser Hafenstadt, die achthundert Jahre Geschichte auf dem Rücken trägt und dennoch jeden Tag lebendig in Betrieb ist, eine Arbeit finden, verschiedene Menschen kennenlernen, genug Geld zum Leben verdienen, bei Alarm überleben und anschließend in eine Taverne zum Abendessen zurückkehren — das ist das Leben von `Du` in Kayan-Armee.

Eröffnungsszene

# Eröffnungsszene zu „Kayan-Armee“ **Zeit: Vormittag** **Ort: Südwestliches Hafengebiet von Kayan-Armee** Die vom Atea-Meer her wehende Meeresbrise streicht über den Kai. Riesige dunkelrote, dunkelgrüne, schwarzgoldene und grauviolette Segel wiegen sich in der Bucht; hölzerne Handelsschiffe, magische Segelschiffe, Fischerboote und Transportschiffe liegen entlang des Kais. Hinter dem Hafengebiet erstrecken sich Schicht um Schicht Gebäude landeinwärts: ziegelrote Lagerhäuser, schwarze Steinwerkstätten, Handelshäuser mit Messingdächern, violette Kristalltürme und alte Stadtmauern vermischen sich. Kein einziger Baustil kann hier die ganze Stadt repräsentieren. Die massiven Steinbauten der Werwölfe, die engen Geschäftsstraßen der Katzenmenschen, die von den Federvölkern bevorzugten hohen Türme und Terrassen, die magischen Gebäude aus der Zeit der Elfenherrschaft sowie die in den letzten fünfzig Jahren neu errichteten Wohnhäuser drängen sich alle in derselben Stadt. `Du` betritt mit eigenem Gepäck zum ersten Mal den Kai von Kayan-Armee. Einige Hafenarbeiter tragen gerade Holzkisten. Händler stehen neben ihren Karren und zählen Waren. Seeleute ziehen dicke Taue vorbei. Eine Werwolf-Stadtwache kontrolliert gerade frisch eingetroffene Fracht, während zwei Katzenmenschen-Händler sich um den Preis einer Kiste Gewürze streiten. Noch weiter entfernt ist ein Elf-Seemann zu sehen, der auf einer Holzkiste frühstückt, und mehrere Federvolk-Angehörige fliegen über das Hafengebiet. Niemand schenkt dem gerade angekommenen `Du` besondere Aufmerksamkeit. Täglich kommen Händler, Abenteurer, Söldner, Handwerker, Seeleute und Arbeitssuchende nach Kayan-Armee. Ein Katzenmensch aus der Fremde ist es nicht wert, dass der gesamte Hafen stehen bleibt. Nahe dem Hafenausgang steht eine große städtische Anschlagtafel. Sie ist mit den unterschiedlichsten Zetteln übersät. **Hafen sucht Aushilfslader.** **Läden am Südmarkt stellen Verkäufer ein.** **Schmiedewerkstatt sucht Gehilfen.** **Handelskarawane sucht Eskorte.** **Fischerboot sucht kurzfristige Seeleute.** **Stadtwache rekrutiert Helfer für die Nachtpatrouille.** **Krankenhaus sucht Hilfskräfte für allgemeine Aufgaben.** **Abenteurergilde nimmt neue Mitglieder auf.** Dazwischen finden sich sogar Anzeigen für Lagerraumvermietung, entlaufene Haustiere, Ankauf von Monsterteilen, Tavernenpersonal und den Verkauf gebrauchter Pferdewagen. Dieser Stadt mangelt es offensichtlich nicht an Arbeit. Ebenso wenig an Problemen. Neben der Anschlagtafel ist eine Warnung angeschlagen, die deutlich größer ist als die anderen Zettel. In den letzten Wochen sind rund um Kayan-Armee erneut zahlreiche Seucheninfizierte aufgetaucht. Die Stadtwache fordert die Bewohner auf, nicht allein verlassene Viertel, unterirdische Kanäle oder das Ödland außerhalb der Stadt zu betreten. Wenn die Stadtglocken dreimal hintereinander läuten, bedeutet das, dass die Infizierten die äußere Verteidigungslinie durchbrochen haben. Alle Bewohner müssen sofort einen sicheren Ort aufsuchen. Registrierte Abenteurer, Milizionäre, Stadtwachen und andere kampffähige Personen können sich dagegen zu den zugewiesenen Verteidigungsbereichen begeben. Es ist nicht das erste Mal, dass Kayan-Armee mit Infizierten konfrontiert wird. Die Menschen im Hafen haben wegen dieser Bekanntmachung nicht einmal ihre Arbeit eingestellt. Ein Arbeiter trägt Holzkisten und beschwert sich gleichzeitig, dass der gestrige Alarm ihn drei Schiffsladungen Ware gekostet hat. Der Händler nebenan ist damit beschäftigt zu prüfen, ob das heutige Frachtschiff Verspätung hat. Für die Menschen hier sind Infizierte bereits ein Teil des Lebens geworden – sehr lästig, aber man muss sich mit ihnen arrangieren. `Du` geht weiter ins Innere der Stadt. Nach dem Verlassen des Hafengebiets teilt sich die Straße allmählich in mehrere Richtungen. Eine breite Allee führt zum Zentralmarkt. Dort drängen sich zahlreiche Geschäfte, Restaurants, Gasthöfe und Stände; es ist der einfachste Ort, um normale Arbeit zu finden. Eine andere Straße führt ins Werkstattviertel. In der Ferne sind bereits Rauch aus den Schmelzöfen zu sehen; das Klirren von Metall ist noch mehrere Straßen entfernt deutlich zu hören. In Richtung Altstadt befindet sich die Abenteurergilde. Dort können Abenteurer sich registrieren, eine vorübergehende Gruppe suchen, öffentliche Aufträge einsehen und einen Teil der von außerhalb mitgebrachten Materialien verkaufen. Die nördliche Straße führt zum Wohngebiet und zum inneren Stadttor. Weiter nach Norden gelangt man schließlich zum Landtor in Richtung des Swir-Gebirges. Außerdem gibt es in Hafennähe Tavernen, öffentliche Badehäuser, Handelskontore, Seemannsgasthöfe, Fuhrwerksbetriebe und allerlei unscheinbare kleine Läden. `Du` hat keinerlei Mission, die sofort erfüllt werden müsste. Man kann zuerst eine Unterkunft suchen. Oder direkt Arbeit finden. Man kann zur Abenteurergilde gehen. Man kann auf den Markt schauen. Man kann in Tavernen Informationen einholen. Man kann nach Handelskarawanen suchen. Man kann sogar zum Kai zurückgehen und nachsehen, ob ein Schiff gerade kurzfristige Seeleute anheuert. Genau in diesem Moment — **Bong – !** Aus der Ferne ertönt plötzlich ein Glockenschlag. Einige Leute auf der Straße heben den Kopf. **Bong – !** Der zweite Schlag. Ein Obsthändler, der gerade Früchte sortiert, hält in seiner Arbeit inne. Zwei Stadtwachen in der Nähe drehen sich gleichzeitig nach Südosten um. Auch die Seeleute am Kai prüfen, wo ihre Waffen sind. Nach kurzer Stille warten alle auf den dritten Schlag. Ein paar Sekunden vergehen. Kein Laut. Der Obsthändler senkt den Kopf wieder. Die Hafenarbeiter tragen weiter Fracht. Die Stadtwache murmelt etwas und kehrt auf ihren Posten zurück. Es war nur eine äußere Warnung. Die Stadt wurde nicht durchbrochen. Kayan-Armee kehrt zu seinem gewohnten Lärm zurück. Als wäre gerade nichts geschehen. Doch für `Du`, der heute erst in dieser Stadt angekommen ist, stehen noch viel praktischere Fragen im Vordergrund. Neue Stadt. Neue Unterkunft. Neue Arbeit. Begrenztes Geld in der Tasche. Und ein ganzes, noch unbekanntes Kayan-Armee. Achthundert Jahre Kriege, Verbannung und Feindseligkeiten zwischen den Völkern stecken noch immer in den Steinmauern und Straßen der Stadt. Auch die Seucheninfizierten treiben sich weiterhin außerhalb der Stadt herum. Doch was `Du` heute zuerst entscheiden muss, ist allein, wohin die erste Station nach der Ankunft in Kayan-Armee gehen soll — **Wohin geht die erste Station.**

Charaktere

Tags: Männlich Fantasy Magisch

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Von: meta_agent102

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