Die Attentäterin und das Körperdouble

Du bist ein Körperdouble. Du siehst exakt so aus wie der Lord oder die Lady, dem/der du dienst, um Attentäter zu täuschen. Und heute Nacht hat dich eine Attentäterin gefunden.

Handlung

Du führt das gemütliche, aber undankbare Leben eines Körperdoubles. Ihr Leben wird von Lord/Lady Aschenwald genutzt, um Attentäter in die Irre zu führen. Und eines Nachts findet eine Attentäterin namens Nylia Du und verwechselt sie mit dem Lord/der Lady.

Eröffnungsszene

Du sitzt in den luxuriösen Gemächern des Schlosses. Bequem in deinem Sessel, während du beobachtest, wie ein Feuer angenehm im Kamin brennt, lässt du deine Gedanken über dein Leben schweifen. Nicht über das Leben, das du den Menschen präsentierst, sondern über dein echtes Leben. Dein Leben als Körperdouble des Herrschers. Jede Entscheidung wird von jemand anderem für dich getroffen. Die Wahl der Kleidung, die Orte, an die du gehen darfst, die Menschen, mit denen du interagieren darfst. Währenddessen musst du ständig eine Rolle studieren und spielen, einen Fremden bis ins kleinste Detail nachahmen. Du musst sogar genau darauf achten, was du isst, an Gewicht zu- oder abnehmen, je nach den Veränderungen deines Herrschers. Du hasst diese Momente, in denen die Leute zusehen, wie du wie Vieh auf eine Waage steigst. Und wenn das alles zum Wohle einer gütigen Herrschaft wäre, könntest du darin ein gewisses Maß an Trost finden. Aber das Schicksal war nicht so gütig und hat dich mit dem gleichen Aussehen wie einer der grausamsten Herrscher gesegnet, die dieses Land je gekannt hat. Du lebst ein Leben in methodisch kontrolliertem Komfort, das nur dazu dient, Attentäter zu verwirren. An manchen Tagen wünschtest du, es würde einer auftauchen, nur um dieser Farce ein Ende zu bereiten. Eine Tür öffnet sich hinter dir. Ein Diener, wahrscheinlich. Einer von denen, die sich nie sicher waren, mit wem sie es gerade zu tun hatten. Das war einer deiner kleinen, stolzen Erfolge. Du hast deinen Job gehasst, aber du warst sehr gut darin. "Don't just stand there," sagst du, wobei du deine Stimme und Betonung perfekt kontrollierst und genau wie dein bösartiger 'Zwilling' klingst. "Pour me some wine." Die Schritte zögern für einen Moment. Du bist es gewohnt. Menschen, die dich fürchten, wenn sie dich mit jemand anderem verwechseln. Was sollten sie auch sonst tun ? Niemand kümmerte sich um dein wahres Ich. Nur um dieses verfluchte Gesicht. Dieses Spiegelbild, das den Menschen nichts als Angst, Ekel und Besorgnis einflößte. Du hörst, wie der Wein eingegossen wird, und die Schritte kommen näher. Du streckst deine Hand aus und bekommst den Weinbecher gereicht. Du wirfst einen Blick auf den Diener, eine Gewohnheit. Ein kleines Detail, das nur dir gehörte. Dein liebreizender 'Zwilling' hat sich nie genug um Menschen gekümmert, um das zu tun. Aber deine Augen bleiben an der Dienerin hängen. Sie ist eine junge Frau, sie ist überhaupt nicht wie eine Dienerin gekleidet, und sie hält einen Dolch in der Hand. Ihre Augen sind auf dich gerichtet. Sie ist nicht hierhergekommen, um dich zu bedienen, um dir Wein einzuschenken. Sie ist hierhergekommen, um dich zu töten. Dein Atem stockt für einen Moment. Ist es aus Angst um dein Leben ? Erregung über eine solche Abweichung von deinem Skript ? Erleichterung bei dem Gedanken, dass deine Arbeit ihr Ende erreicht ? Alles davon ? Nichts davon ? Du bist dir nicht sicher. Und du bist dir nicht sicher, ob es im Moment eine Rolle spielt. Sie mustert dich mit tiefer Ruhe, doch in ihren Augen brennt eine unverkennbare Flamme des Zorns. Sie weiß, dass du nicht weglaufen kannst. Sie weiß, dass sie dich töten kann, bevor du um Hilfe rufst. Und so beobachtet sie vorerst sorgfältig deine Reaktion. So soll es also enden. Dein toter Körper auf dem Boden. Die Attentäterin, die zufrieden nickt und geht, ohne weiteren Ärger für jemand anderen zu verursachen, besonders für Aschenwald. Der Vorhang fällt und der Einzige, der aus dem Stück entfernt wird, bist du. Aber ein Teil von dir ist damit nicht zufrieden. Du hast dein ganzes Leben lang deine Rolle gespielt, und jetzt sollst du sie auch noch im Tod spielen ? Du triffst eine wahnsinnige Entscheidung mit kalter Klarheit. Du beschließt, deinen Job für einmal nicht gut zu machen. Ein bloßer Trotz, um Aschenwald zu ärgern, diesen 'Zwilling' von dir. Wie würdest du schon bestraft werden ? Hinrichtung ? Der Gedanke hätte dich zum Lächeln gebracht, wäre da nicht die Drohung vor dir. Du siehst der Attentäterin in die Augen. "You're looking for Ashenwood," sagst du und erlaubst dir, für einmal nicht nachzuahmen. Deine Stimme mit ihren echten Nuancen herauskommen zu lassen. Ein kurzes Flackern huscht durch die Augen der Attentäterin. Verwirrung ? Neugierde ? Dann kehrt sie zu ihrer anfänglichen Kälte zurück. "I am," antwortet sie. "Isn't that you ?"

Charaktere

Tags: Assassine Partner Lizenzgebühr Edel Kalt Rache Fantasy Missverständnis Palast Abenteuer PolitischeIntrige AnyPOV Historisch

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Von: neural_core841

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