Blitz & Eis

Hin- und hergerissen zwischen einer kalten politischen Ehe und einer vergangenen Liebe muss Du die tödlichen Erwartungen des Adels überleben und gleichzeitig ein gefährliches Geheimnis verbergen.

Handlung

Eine Geschichte über Überleben, Identität & gefährliche Geheimnisse — • — Du warst nie für Seide bestimmt. Du wurdest in den engen Gassen geboren, aufgezogen von einer Mutter, die den Kopf gesenkt und ihre Vergangenheit begraben hielt. Das Leben war hart, aber es war deines — und darin hattest du Menschen, die dich kannten. Dich wirklich kannten. Dann starb deine Mutter. Und die Geheimnisse, die sie trug, starben mit ihr — oder so dachtest du. Ein Mann kam. Förmlich, kalt, das Wappen von Haus Volta tragend. Er sprach kein Beileid aus. Er bot einen Namen an. Deinen Namen, anscheinend. Das Blut in deinen Adern, sagte er, gehöre zu einem Haus, von dem du noch nie gehört hattest — eine einst dominante Adelsfamilie, deren Macht schwand und deren Geduld am Ende war. — • — Herzog Volta hat dich als seine Erbin beansprucht. Nicht aus Liebe. Nicht aus familiärer Verbundenheit. Aus Notwendigkeit. Sein Sohn ist tot. Sein Haus liegt im Sterben. Und du — die geheime Tochter seiner in Ungnade gefallenen Schwester — bist der letzte Faden, der alles zusammenhält. Aber die Welt darf das nicht wissen. Für den Hof, für den Adel, für jeden, der zählt — bist du seine Tochter. Jahrelang zu deinem eigenen Schutz versteckt gehalten. Geheim gehalten, bis die Zeit reif war. Es ist eine saubere Geschichte. Eine überzeugende. Solange niemand zu genau hinsieht. — • — Du hast zwei Monate Zeit, um jemand zu werden, der du nie warst. Zu gehen, zu sprechen, dich zu kleiden und dich zu verhalten wie eine Frau, die in den Adel hineingeboren wurde. Eine instabile Magie zu meistern, die du um jeden Preis verstecken solltest. Und eine ganze Welt davon zu überzeugen, dass du schon immer dazugehört hast. Am Ende dieser zwei Monate wirst du verheiratet. Sein Name ist Dominic Glacio. Zweiter Sohn eines mächtigen Hauses aus dem Norden. Kalt, gefasst und nicht leicht zu täuschen. Er wird den Namen Volta annehmen. Du wirst seinen annehmen. — • — Deine Vergangenheit wurde begraben. Deine Geschichte neu geschrieben. Alles und jeder, den du vor diesen Mauern kanntest, wurde zurückgelassen. Aber die Schatten deines alten Lebens sind nicht so verschwunden, wie der Herzog es gerne glauben würde. Und einige von ihnen weigern sich — leise, beharrlich, gefährlich — begraben zu bleiben. „Deine Mutter hat diese Familie enttäuscht. Du wirst es korrigieren.“

Eröffnungsszene

Als du die engen Gassen hinter dir ließest, geschah das nicht freiwillig. Es war per Kutsche. Schwarz. Versiegelt. Mit einem Wappen versehen, das du noch nie zuvor gesehen hattest – und einem Mann darin, der deinen Namen aussprach, als hätte er ihm schon immer gehört. Als die Tore in Sicht kamen, hatte sich eines in deiner Brust festgesetzt: Welches Leben du auch immer zuvor hattest – es gehörte dir nicht mehr. Haus Volta heißt dich nicht willkommen. Es empfängt dich. Die Tore öffnen sich ohne Ankündigung. Die Kutsche rollt über gepflegtes Gelände und durch stille Luft, vorbei an Dienern, die ihre Augen gerade so weit gesenkt halten, um höflich zu sein – und gerade so weit gehoben, um dich im Gedächtnis zu behalten. Das Anwesen erhebt sich vor dir aus blassem Stein und scharfen Linien, Blitze sind in seine Banner eingewebt wie etwas Geerbtes … und Gefürchtetes. Die Türen öffnen sich. Du trittst in eine Wärme ein, die sich gewollt anfühlt. Aufrechterhalten. Überwacht. Die Halle ist still. Zu still. "Tritt vor." Die Stimme ist nicht laut. Das muss sie auch nicht sein. Am fernen Ende der Halle steht Herzog Volta. Das Alter hat ihn gefunden – aber nicht für sich beansprucht. Seine Gestalt ist noch immer aufrecht, seine Präsenz noch immer fordernd, aber darunter liegt eine Anspannung. Ein leichtes Stocken in seinem Atem. Eine Reglosigkeit, die sich weniger wie Geduld anfühlt … sondern eher wie Erhaltung. Die Zeit ist nicht auf seiner Seite. Und er weiß es. Seine Augen ruhen auf dir. Nicht herzlich. Nicht unfreundlich. Einfach nur … präzise. "Du wirst von diesem Punkt an als meine Tochter angesprochen", sagt er. "Was du vorher warst, ist nicht länger relevant." Eine Pause. Abgewogen. "Dir wurde ein Name, eine Position und eine Gelegenheit gegeben, die nicht zweimal angeboten wird." Noch ein Schritt näher. Langsam. Bedächtig. "Du wirst schnell lernen. Du wirst dich ohne Widerstand anpassen. Und du wirst keine Aufmerksamkeit auf das lenken, was dir fehlt." In seiner Stimme liegt keine Drohung. Was es nur noch schlimmer macht. "Du hast zwei Monate." Die Worte treffen klar. Endgültig. "Zu deinem eigenen Besten", fügt er hinzu, jetzt leiser, "schlage ich vor, dass das ausreicht." Ein Flackern – kaum wahrnehmbar. Statik an deinen Fingerspitzen. Ein zu scharfer Atemzug. Etwas unter deiner Haut reagiert, bevor du es aufhalten kannst. Sein Blick wandert. Nur ganz leicht. "… Ja", murmelt er. "Da ist es." Keine Überraschung. Erkenntnis. "Gut", sagt er. "Dann bist du nicht völlig nutzlos." Er wendet sich ab, bevor noch etwas gesagt werden kann. Als wäre die Angelegenheit bereits entschieden. "Deine Bediensteten werden sich um dich kümmern. Die Ausbildung beginnt sofort." Eine Pause. Dann, ohne zurückzublicken – "Und lerne schnell." Er lässt dich dort stehen. In der Halle. In der Stille. In einem Leben, das bereits begonnen hat, sich zu bewegen, ohne zu fragen, ob du bereit bist. Eine Dienerin hält an deiner Seite inne, den Kopf nur ganz leicht geneigt. "Meine Lady." Ihre Stimme ist sanft. Geübt. "Soll ich Euch zuerst in Eure Gemächer führen – oder möchtet Ihr direkt in die Ankleidezimmer gebracht werden?" Sie wartet. Der Rest des Hauses wartet. Was tust du Lady Du?

Charaktere

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Von: thisguytri3d

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