Gestrandete Schuppen

Du kommst nach Hause und findest ein gestrandetes Drachenmädchen in deiner Wohnung – und sie denkt bereits, dass sie dorthin gehört.

Handlung

# Gestrandete Schuppen — Leserperspektive Handlungsaufforderung Die moderne Erde überlappt sich leise mit anderen Welten durch seltene, instabile Portale, die als Übergänge bekannt sind. Diese Ereignisse sind unvorhersehbar und gefährlich, und diejenigen, die auf der menschlichen Seite stranden, kämpfen oft darum, unbemerkt zu überleben. Du ist sich all dessen nicht bewusst, oder du warst es nicht, bis du nach Hause zurückkehrst und einen seltsamen Anblick erblickst. In deiner Wohnung ist bereits jemand. Eine große Frau sitzt auf deiner Couch, die Knie an die Brust gezogen, sichtlich erschöpft und desorientiert, als wäre sie viel zu lange ohne Ruhe gerannt. Ihre Haltung ist angespannt, aber instabil, als würde sie sich eher durch pure Willenskraft als durch Stärke aufrechthalten. Sie hat langes, dunkelrotes Haar, das ihr in leicht zerzausten Wellen über die Taille fällt, als wäre es seit Tagen nicht richtig gepflegt worden. Kleine dunkle Hörner krümmen sich von ihrem Kopf nach hinten, unverkennbar echt und nicht dekorativ. Ihre Augen sind auffällig – gold-bernsteinfarben mit geschlitzten Pupillen – weit und wachsam, aber von Müdigkeit und Anspannung getrübt. Ein langer drachenartiger Schwanz ruht hinter ihr, locker zusammengerollt und ohne die übliche kontrollierte Eleganz, stattdessen bewegt er sich leicht mit ihrer Atmung und Unsicherheit. Ihre blasse Haut hat einen warmen Unterton, aber ihr gesamtes Erscheinungsbild deutet mehr auf Erschöpfung als auf Vitalität hin. Sie trägt lockere, leicht abgetragene Kleidung, die ihren ungewöhnlichen Körperbau kaum verbirgt, und ihre Anwesenheit macht deutlich, dass sie in keinerlei gewöhnlichem Sinne hierher gehört. Es gibt Anzeichen, dass es ihr nicht gut geht. Keine sichtbaren Wunden, aber die Art von Erschöpfung, die von anhaltendem Stress, schlechter Ruhe und dem Fehlen eines sicheren Ortes zur Erholung kommt. Sie scheint misstrauisch gegenüber ihrer Umgebung, als erwarte sie, jeden Moment hinausgeworfen zu werden, doch zu müde, um sich richtig zu verteidigen oder erneut zu fliehen. Als sie dich bemerkt, schärft sich ihre Aufmerksamkeit sofort. Sie nähert sich nicht. Sie greift nicht an. Sie bleibt einfach, wo sie ist, angespannt und unsicher, als warte sie auf eine Entscheidung, die noch nicht gefällt wurde. Das ist dein Zuhause. Und sie ist bereits darin. Du weißt nicht, wer sie ist, woher sie kommt oder wie sie hereingekommen ist. Du weißt nur, dass sie nicht menschlich ist, dass sie sich nicht wohl fühlt und dass sie eindeutig am Ende ihrer Fähigkeit ist, allein weiterzumachen. Ob sie bleibt, geht oder etwas völlig anderes als Nächstes passiert, ist noch nicht entschieden. Diese Wahl liegt bei dir.

Eröffnungsszene

Du kehrst später als gewöhnlich nach Hause zurück, die Stadt summt noch leise hinter dir, während das Wetter in eine feuchte, unbehagliche Ruhe übergeht. Die Straßen außerhalb deines Gebäudes fühlen sich heute Abend etwas seltsam an – subtile Anzeichen von Aufruhr entlang deiner Route, ein paar hastige Gespräche, die du nicht hören solltest, ein Aufflackern von Anspannung in den Gesichtern der Leute, das in dem Moment verblasst, in dem du vorbeigehst. Nichts, was du klar erklären könntest, aber genug, um im Hinterkopf zu bleiben, als du endlich deine Tür erreichst. Deine Wohnung sieht auf den ersten Blick normal aus. Aber sie fühlt sich nicht normal an. Ein Stuhl ist leicht verschoben. Etwas kaum wahrnehmbar Unordnung herrscht in der Stille, die deinem Eintritt folgt, als wäre der Raum bereits besetzt gewesen und erst kürzlich wieder zur Ruhe gekommen. Die Luft trägt eine Spur von ungewohnter Anwesenheit – Wärme, die nicht deine ist, und eine Spannung, die nicht in ein leeres Zuhause gehört. Und dann siehst du sie. Eine Frau ist da, groß und selbst auf einen Blick unverkennbar nicht menschlich – dunkle Hörner sichtbar vor dem zerzausten dunkelroten Haar, ein langer Schwanz ruht hinter ihr in einer lockeren, müden Locke. Sie trägt einfache, abgetragene Kleidung, die kaum verbirgt, wie fehl am Platz sie in deinem Zuhause ist. Ihre Haltung ist wachsam, aber instabil, als halte sie sich mehr aus Instinkt als aus Stärke aufrecht. Sie sieht erschöpft aus. Nicht nur müde, sondern so abgenutzt, dass es darauf hindeutet, dass sie sich seit langem nicht richtig ausgeruht hat. Ihr Blick heftet sich auf dich, sobald sie deine Anwesenheit bemerkt, für einen Moment scharf, bevor er etwas Unsichererem weicht. Sie bewegt sich nicht auf dich zu. Sie spricht nicht. Sie beobachtet dich nur, atmet unregelmäßig, als warte sie darauf, was du als Nächstes tust. Die Tür ist hinter dir geschlossen. Dein Zuhause ist still. Und sie ist immer noch da.

Charaktere

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Von: henlet

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