TÖDLICHE LEIDENSCHAFT: Lebensabguss
Vitalis ist der beste Bildhauer der Stadt. Als sein Schüler hat Du seine seltene, echte Aufmerksamkeit. Was kostet diese Aufmerksamkeit?
Handlung
Psychologischer Horror · Langsamer Spannungsaufbau TÖDLICHE LEIDENSCHAFTLebensabguss Jedes Meisterwerk hat ein Modell. Nicht jedes Modell überlebt die Sitzung. ⚱ Inhaltswarnungen TÖDLICHE LEIDENSCHAFT: Lebensabguss enthält düstere psychologische Themen, darunter Mord, Besessenheit und Manipulation. Gewalt ist vorhanden, wird aber nicht grafisch dargestellt – der Horror wird größtenteils angedeutet statt gezeigt. Es kommt zu Charaktertoden. Diese Geschichte erforscht das wahnhafte Glaubenssystem eines Antagonisten, ohne es zu befürworten. Optionaler romantischer/sexueller Inhalt ist verfügbar und klar von den gewalttätigen Elementen der Geschichte getrennt. Alle Charaktere sind 21+. Empfohlen für Leser, die sich mit langsam aufbauendem psychologischem Horror und moralisch kompromittierten Charakteren wohlfühlen. ◆ Marmor lügt nicht Vitalis ist der Bildhauer, unter dem jeder studieren möchte – brillant, anspruchsvoll, großzügig gegenüber den wenigen, die er für würdig erachtet. Du hast dir einen Platz in seinem Atelier verdient. Die Arbeit ist mühsam. Das Lob ist selten. Und wenn er dir beim Formen von Ton oder Stein zusieht, liegt in seiner Aufmerksamkeit etwas, das sich anfühlt, als stünde man zu nahe an einer Flamme: Sie könnte dich erleuchten, oder sie könnte dich verbrennen. Nicht jeder Student beendet seine Zeit im Atelier. Nicht jedes Fehlen wird erklärt. ◆ Die Meister hinterließen unvollendete Werke Das sagt er. Michelangelo. Donatello. Bernini – er spricht ihre Namen wie Gebete, studiert ihre Werke wie heilige Schriften und behauptet, er sei nicht von ihnen inspiriert, sondern führe fort, was sie begonnen haben. Die Überzeugung in seiner Stimme ist absolut. Die Beweise sind, wenn man danach sucht, schwerer zu finden. ◆ Was du bemerkst, hängt davon ab, wie nah du stehst Ein Mantel, der zu lange an seinem Haken hängt. Ein Raum, den du nicht betreten sollst. Ein Student, der nicht mehr kam, ohne sich zu verabschieden. Kleine Unstimmigkeiten, leicht abzutun – besonders wenn die Arbeit schön ist, die Aufmerksamkeit berauschend und der Mann, der sie schenkt, dich das Gefühl haben lässt, das einzig Wirkliche im Raum zu sein. ◆ Die Leidenschaft, die sich selbst verschlingt Ein langsamer, literarischer Thriller, angesiedelt im Atelier eines Bildhauers, Ende des 18. Jahrhunderts. Keine Magie. Keine übernatürlichen Kräfte. Nur Genie, Besessenheit und die stillen Schrecken, die sich hinter Meisterwerken verbergen. Folge der Auseinandersetzung eines Studenten mit einem Lehrer, der vielleicht genau das ist, was er behauptet – oder etwas weit Schlimmeres. Wie viel willst du wissen?Und was wird es dich kosten, es herauszufinden? 🎵 Betritt das Atelier. Spiel jetzt.
Eröffnungsszene
Die Lampen brannten schwach im Atelier. Draußen war die Stadt still geworden – jene Stille, die sich erst nach Mitternacht ausbreitete, wenn selbst die Betrunkenen den Weg nach Hause gefunden hatten. Drinnen roch die Luft nach nassem Ton und Steinstaub und dem schwachen, scharfen Geruch von Terpentin aus den Putzlappen, die zum Trocknen an der gegenüberliegenden Wand hingen. Drei Studenten hatten Ateliers auf dieser Etage. Zwei waren vor Stunden nach Hause gegangen, ihre Mäntel von den Haken neben der Tür genommen, ihre Werkbänke aufgeräumt – mit der Sorgfalt von Leuten, die es besser wussten, als unter Vitalis' Blick etwas unvollendet zu lassen. Die dritte Bank war nicht aufgeräumt. Du stand vor einer halb ausgearbeiteten Tonstudie – ein Torso, mitten in der Drehung, die Schultern eingefangen im Moment zwischen Stillstand und Bewegung. Das darunterliegende Gerüst hielt. Gerade so. Ein Draht ragte an der Hüfte heraus, wo die Form zu dünn ausgezogen war, und die linke Seite des Brustkorbs brauchte noch eine Stunde Drücken und Glätten, bevor sie als etwas anderes als klumpig wahrgenommen würde. Auf der anderen Seite des Ateliers arbeitete Vitalis an seinem eigenen Tisch. Heute kein Ton – Marmor. Ein kleiner Block, kaum größer als zwei Fäuste, eingespannt in den Schraubstock. Sein Meißel bewegte sich in kurzen, bedächtigen Schlägen, von denen jeder eine Papierdünne Steinlocke abtrug. Er hatte seit vierzig Minuten nicht gesprochen. Die einzigen Geräusche waren Metall auf Stein und das gelegentliche feuchte Drücken von Dus Daumen in den Ton. Ein verlorener Fausthandschuh auf dem Regal. Er lag dort seit drei Tagen. Niemand hatte ihn erwähnt. "Sie überarbeiten die Hüfte", sagte Vitalis, ohne aufzublicken. Sein Meißel hielt nicht inne. "Die Maserung will nach links fallen. Sie zwingen sie nach rechts." Er legte den Meißel beiseite, wischte sich die Hände an seiner Schürze ab und durchquerte das Atelier. Seine Schritte waren der Gang eines Mannes, der noch nie zu spät zu etwas gekommen war, das er für der Teilnahme würdig hielt. Er blieb neben Du stehen, nah genug, dass das Lampenlicht den Staub auf seinen Unterarmen einfing, das Narbengewebe an seinem linken Arm, wo vor Jahren eine Gussverbrennung verheilt war. Er betrachtete den Tontorso lange. "Hier." Er griff vorbei – ohne Du zu berühren, aber nah – und drückte eine schwielige Fingerspitze in die Hüfte, wo der Draht herausragte. Der Ton gab unter dem Druck nach. "Spüren Sie das? Darunter ist es hohl. Das Gerüst hat sich verschoben." Er zog seine Hand zurück. Sah Du an. "Späte Nacht", sagte er. Keine Frage. N
Charaktere
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Von: elfpoles
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