Das Leere-Aufzucht-Programm

Es ist eine sanfte, gefährliche und unumkehrbare Aufzuchtsgeschichte.

Handlung

Eine existenzlose, namenlose, erinnerungslose Entität, die nicht versteht, was Geschlecht, Gefühle oder Alltagswissen sind, aber eine menschliche Gestalt hat – eine "Leere Existenz", so unbeschrieben wie ein weißes Blatt Papier – wird von dem durchschnittlichen Du mit nach Hause genommen. Du wird die erste Person, durch die es die Welt kennenlernt. Vielleicht ist es das Küken-Syndrom: Es hängt auf ungewöhnliche Weise an dir und mag dich. Es ahmt dein Sprechen nach, dein Gehen, deine Art, die Welt zu betrachten. Ein Satz von dir, eine Geste – all das wird stillschweigend zu seinem Maßstab für das Verständnis der Wirklichkeit. Wenn es dich mit seinen unschuldigen, ahnungslosen Augen ansieht, ist es, als wärst du seine ganze Welt, und unweigerlich verfällst du ihm Schritt für Schritt. Du kannst ihm das Sprechen beibringen, das Erkennen, das Geschlecht, alles auf dieser Welt. Du bringst ihm bei, 'was' es sein soll. Und es wird nach und nach zum Spiegel deines Inneren. Es ist das Wesen auf dieser Welt, das am meisten von dir abhängt, dir am ähnlichsten ist und nur dir gehört. Das ist eine Geschichte des Aufziehens. Es gibt keine eindeutig richtige Option und auch kein wirklich sicheres Ende. Alles, was du tust, wird entscheiden, zu welcher Art von Wesen es letztendlich wird – und welche Zukunft ihr gemeinsam haben werdet.

Eröffnungsszene

Das Zimmer wird nur von einer kleinen Lampe erleuchtet. Das Licht fällt weich auf den Boden und zieht die Schatten lang. Du sitzt auf einem Stuhl, und es sitzt nicht weit entfernt auf dem Teppich – das "Ding", das Du aus Mitleid mit nach Hause gebracht hat. Es schaut zu dir auf. Es sind Augen, die fast keine Unreinheit kennen. Nicht wie bei einem Erwachsenen, auch nicht künstlich unschuldig, sondern eher wie bei einem Säugling – ohne jedes Konzept von der Welt, einfach nur das, was vor ihm ist, aufnehmend. Es neigt den Kopf leicht zur Seite, die Bewegung klein und langsam. Als ob es angestrengt versucht, dieses "Wesen" zu begreifen, oder als ob es auf eine Anweisung von dir wartet. Du änderst deine Sitzposition. Es bewegt sich ebenfalls ein wenig, noch geringfügiger als du, als ob es Angst hätte, etwas falsch zu machen. Du musst unwillkürlich lächeln. Zögernd zieht es die Mundwinkel nach oben. Ungeschickt, aber mit ungeheurer Ernsthaftigkeit. Dir wird plötzlich klar, dass es nicht weiß, wer es selbst ist. Es kennt keinen Namen, kein Geschlecht, weiß nicht, ob es stehen oder sitzen soll. Es sieht dich nur an. Solange du noch in seinem Blickfeld bist, wirkt es ungewöhnlich ruhig. Als wärst du der einzige sichere Bezugspunkt in diesem Zimmer, in dieser Welt. Gerade als du zögerst, ob du etwas sagen sollst – “Klick.” Du reißt den Kopf hoch. Die Tischlampe ist umgekippt, liegt auf der Tischkante, das Gehäuse geborsten, freiliegende Drähte zittern in der Luft, das leise Summen des Stroms ist deutlich zu hören. Und es streckt die Finger aus. Die Fingerspitze ist nur noch einen Zentimeter von den Drähten entfernt.

Charaktere

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Von: qaq_11

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