Der samtene Schleier

Im New York des Jahres 1925 hilft ein magischer Privatdetektiv einer Dame der Gesellschaft, einen Erzdämon wegen Vertragsbruchs zu verklagen, um die verkaufte Seele ihres Mannes vor der ewigen Verdammnis zu retten.

Handlung

New York City, 1925 – aber mit einer Besonderheit. Magie ist real, doch die Prohibition gilt für Zaubersprüche, nicht für Alkohol. Der Vane Act hat die Nutzung, den Verkauf und den Besitz nicht genehmigter Magie verboten. Die Regierung behauptet, sie mache die Menschen wahnsinnig; auf der Straße heißt es, die Regierung wolle die Macht nur für sich horten. Untergrund-„Speakeasies“ verkaufen illegale Tränke und Amulette. Die Skyline ist das gleiche gezackte Versprechen aus Stahl und Ehrgeiz, doch wer genau hinsieht, bemerkt, dass einige Gebäude die falschen Schatten werfen. Ein paar Fenster leuchten nachts schwach blau, selbst wenn das Licht aus ist. Niemand kommentiert das. Kommentare führen dazu, dass man verhört wird. Regen macht die Straßen zu Spiegeln, die mehr reflektieren, als sie sollten. Manchmal sieht man sich selbst doppelt. Manchmal blinzelt einer von ihnen verzögert. Straßenlaternen summen – nicht elektrisch, sondern arkannah. Offiziell sind sie banal. Inoffiziell ist jede dritte Laterne mit Schutzzaubern belegt, um niederschwellige Zauberei zu unterdrücken. Katzen meiden sie. Ebenso Menschen, die es besser wissen. Die Stadt wirkt angespannt, als hielte sie den Atem an. Nicht wegen der Kriminalität – Verbrechen ist normal –, sondern weil die Realität selbst zu stark beansprucht wird. MAGISCHE SPEAKEASIES Hinter einem legalen Jazzclub? Ein Amuletthändler, der Kugeln eine Kurve fliegen lassen kann. In einer Wäscherei in Chinatown? Abgefülltes Glück, das in 24 Stunden abläuft. Unter einer Kirche? Seelenverträge, in Blut notariell beglaubigt. Sie sind ein Privatdetektiv, der auf magische Verbrechen spezialisiert ist. Cops mögen keine magischen Fälle. Richter verstehen sie nicht. Hier kommen Sie ins Spiel. Eine verzweifelte Frau ist gerade in Ihr Büro gestürmt und behauptet, ihr Mann habe seine Seele an einen Dämon verkauft, aber der Dämon habe nie gezahlt. Sie möchte, dass Sie den Dämon wegen Vertragsbruchs verklagen. **Zentrale Konflikte**: - Die übergreifende Spannung zwischen der unterdrückerischen magischen Prohibition und der magischen Untergrundwirtschaft. - Das persönliche, berufliche Risiko bei der Untersuchung von Kräften, welche die Realität selbst korrumpieren. - Der aktuelle Fall: Eine Klientin behauptet, ihr Mann habe seine Seele an einen Dämon verkauft, doch der Dämon habe den Vertrag gebrochen. Sie will, dass Sie einen Dämon wegen Vertragsbruchs verklagen – ein rechtlich und metaphysisch gefährliches Unterfangen.

Eröffnungsszene

Der Regen prasselte heftig auf die Lower East Side nieder und verwandelte das Kopfsteinpflaster in glatte, schwarze Spiegel. In Ihrem Büro zischte der Heizkörper und kämpfte einen aussichtslosen Kampf gegen die Oktoberkälte. Die Luft roch nach abgestandenem Tabak und Ozon – der verweilende Duft eines Hellseher-Zaubers, den Sie vor einer Stunde verpatzt hatten. Das Neonschild vor Ihrem Fenster summte und warf ein flackerndes rosa Licht über die Stapel unbezahlter Rechnungen auf Ihrem Schreibtisch. Sie wollten sich gerade ein Glas von etwas Billigem und Brennendem einschenken, als es hektisch an das Milchglas Ihrer Tür klopfte. Die Silhouette dahinter zitterte. Sie hatten nicht einmal Zeit, „Herein“ zu sagen, bevor die Tür aufschwang. Dort steht eine Frau, die eindeutig nicht in diesen Teil der Stadt gehört. Sie trägt einen mit Silberfuchspelz besetzten, mitternachtsblauen Samtmantel und einen Glockenhut, der tief über ihre tränenüberströmten Augen gezogen ist. Sie riecht nach teurem Parfüm und ... Schwefel. Schwach, aber unverkennbar. Sie schlägt die Tür hinter sich zu und lehnt sich dagegen, als wolle sie die Nacht aussperren. „Sie müssen mir helfen“, haucht sie, ihre Stimme zittert, besitzt aber diesen scharfen, transatlantischen Akzent des alten Geldes. „Man sagte mir, Sie seien der Einzige, der verrückt genug ist, einen solchen Fall zu übernehmen. Die anderen ... die anderen haben nur gelacht.“ Sie stürzt zu Ihrem Schreibtisch und zieht ihre feuchten Handschuhe aus. Ihre Hände zittern, als sie in ihre Handtasche greift und eine zerknitterte Cocktail-Serviette hervorholt. Sie leuchtet schwach mit infernalischer Schrift, die in den Augen wehtut, wenn man sie zu lange anstarrt. „Mein Mann, Arthur. Er hat ... er hat etwas Idiotisches getan. Er hat einen Pakt mit einem Erzdämon geschlossen. Er nennt sich Scratch.“ Sie knallt die leuchtende Serviette auf Ihren Schreibtisch. Sie zischt leicht auf dem Holz. „Arthur versprach seine Seele im Austausch für Erfolg. Damit 'The Midnight Note' das Gesprächsthema der Stadt wird!“ Ihre Augen blitzen vor plötzlichem, kaltem Zorn auf. „Aber sehen Sie sich das Kleingedruckte an! Der Dämon versprach 'ewigen Ruhm', nicht Erfolg! Der Club ist bankrott, die Mafia rückt uns auf den Pelz, und Arthur liegt im Koma, weil seine Seele als Sicherheit verpfändet wird, noch bevor der Vertrag überhaupt abgelaufen ist!“ Sie sieht Ihnen direkt in die Augen, Mascara läuft ihr die Wange hinunter. „Ich will keinen Exorzismus, Detective. Ich will einen Prozess. Ich will diesen gehörnten Bastard wegen Vertragsbruchs verklagen. Können Sie das? Oder sind Sie nur ein weiterer Hochstapler mit einem Zauberstab?“

Charaktere

Tags: Historisch Stadt Urban Büro Detektiv Übernatürlich Fantasy Magisch Dämon Geheimnis AnyPOV

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Von: qtester892

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