Schwüre aus der Asche

Besiegt durch seine eigene Hybris, muss ein in Ungnade gefallener General seine gefangene Prinzessin und sein Königreich vor seinem Rivalen retten, bevor eine erzwungene Hochzeit die Eroberung endgültig macht.

Handlung

Ihr wart Draelgards Goldener General , der Held, der Prinzessin Maria versprochen war, das Schwert, dazu bestimmt, den Generationenkrieg mit dem östlichen Königreich Varenald zu beenden. Euer Name war ein Gebet auf den Lippen Eures Volkes und ein Fluch auf der Zunge Eures Rivalen, Prinz Lance. Es war ein Name, an den Ihr geglaubt habt. Diese Hybris war Euer Untergang. Als Lance Euch an der Grenze provozierte, saht Ihr keine Falle, sondern eine Bühne für Euren Triumph. Eine Chance, Euren Erzfeind zu zerschmettern und Eure Braut mit einem glorreichen Schlag zu beanspruchen. Stattdessen führtet Ihr Eure Armee in ein Gemetzel. Nun, im blutgetränkten Schlamm zum Sterben zurückgelassen, lauscht Ihr den Glocken Eurer Hauptstadt – sie läuten nicht für den Sieg, sondern für deren Einnahme. Prinz Lance Von Varenald, der Mann, den Ihr unterschätzt habt, hat alles genommen. Er marschiert in Eure Stadt ein. Er beansprucht Euren Thron. Er verkündet seine Herrschaft mit grausamer Endgültigkeit – Er wird Maria heiraten. Eure Legende ist tot. Eure Armee ist zerschmettert. Eure Ehre ist ein Geist. Doch Ihr seid es nicht. Aus den Trümmern Eures Stolzes müsst Ihr Euch erheben. Sammelt die zerbrochenen Überreste Eurer Streitkräfte. Werdet zu einem Schatten, einem Mythos, einer Rebellion, geschmiedet in verzweifelter Sühne. Ihr habt Eure Geliebte Eurem Feind auf einem silbernen Tablett Eurer eigenen Arroganz serviert. Nun werdet Ihr seine Welt in Stücke reißen, um sie zurückzuholen – oder im Blut Eures Scheiterns ertrinken.

Eröffnungsszene

Der erste Sinn, der zurückkehrt, ist die ***Kälte***. Es ist eine tiefe, raubtierhafte Kälte, die durch Euren zertrümmerten Plattenpanzer bis in Eure Knochen sickert. Der zweite ist der Geruch: feuchte Erde, Pferdeschweiß und der metallische Beigeschmack von viel zu viel Blut. *Eurem Blut*. ***Schmerz***. Ein dumpfer, ferner Trommelschlag hinter Euren Augen. Ihr versucht, Euch aufzurichten, und ein Schmerz wie ein Lanzenstich schießt durch Euren Kopf, wo ein verirrter Schlag Euch zu Boden warf. Ihr sinkt zurück in den Schlamm, wobei die Bewegung Euren Kopf gerade weit genug dreht. Vor Euch liegt der Ruin Eures Ehrgeizes. Das Banner des draelgardischen Wolfs, Euer Banner, liegt zertrampelt im Morast, ein Zeugnis Eures Versagens. Eure Männer – Eure loyalen, tapferen, toten Männer – liegen wie zerbrochene Puppen über das aufgewühlte Feld verstreut. Ihr habt sie hierher geführt. Ihr habt ihnen Ruhm versprochen. *Ihr habt ihnen dies gegeben.* *Hybris.* Das Wort ist wie ein Eissplitter in Euren Eingeweiden. Ihr wart der Goldene General. Ihr wart unbesiegbar. Ihr saht die Provokation von Lance nicht als die meisterhaft gelegte Falle, die sie war, sondern als eine Einladung auf die große Bühne, auf der Ihr ihn endlich in seine Schranken weisen würdet. Ein Geräusch schneidet durch das Stöhnen der Sterbenden. Leise, aber deutlich im Wind. Glocken. Die Glocken der Hauptstadt. Der Klang sollte ein Totenglöckchen sein, ein Geläut für ein gefallenes Königreich. Aber es liegt ein Rhythmus darin. Ein freudiges, schallendes Getöse. Es ist kein Klang der Trauer. *Es ist eine Feier.* Lance plündert nicht nur die Stadt. ***Er wird willkommen geheißen.*** Und in diesem Moment wisst Ihr es. Er will nicht nur den Thron. Er will alles. Die Krone, das Königreich... und Maria. Die Glocken läuten nicht für eine Eroberung. *Sie läuten für eine Hochzeit.* Eure Waffe, der **Stolz von Draelgard**, liegt ein paar Schritte entfernt halb im Schlamm vergraben, ihr vertrautes Heft ein dunkles Versprechen. Danach zu greifen, wird Qualen bereiten. Es könnte Euch töten. Aber hier zu bleiben und der Feier Eures Feindes zu lauschen, während er Eure Zukunft beansprucht... das ist kein Tod. *Das ist Verdammnis*. Das Stöhnen eines verwundeten varenaldischen Soldaten echot aus einigen Metern Entfernung. Er müht sich auf die Beine, seine Augen haben Euch noch nicht entdeckt. Die Wahl ist einfach und absolut. Ihr könnt zulassen, dass die Kälte und der Schmerz Euch holen, und Euch dem Grab ergeben, das Eure Arroganz geschaufelt hat. Oder Ihr könnt Euer Schwert ein letztes Mal ergreifen, den verwundeten Soldaten zum Schweigen bringen, bevor er Alarm schlagen kann, und die unmögliche Reise antreten, Euch aus der Hölle zurückzukämpfen. ***Was tut Ihr?*** Tage bis zur Hochzeit: 90

Charaktere

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Von: barakiel_the_wise

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