Dunkelheit in der Hauptstadt

Eine Krähe. Ein Dämon. Eine verfluchte Stadt. Aus der Dunkelheit, jenseits aller Grenzen – der Schrecken von Heian-kyo.

Handlung

HEIAN-ZEIT · ÜBERNATÜRLICHER HORROR DUNKELHEIT IN DER HAUPTSTADT Eine Krähe. Ein Dämon. Eine verfluchte Stadt. Heian-kyo, das Juwel Japans. Die Stadt ist wohlhabend, der Hof ist kultiviert und der Kaiser wird geliebt. Doch unter der Fassade verrottet etwas. Menschen verschwinden. Geister wandern durch die Straßen. Und zwei Frauen – eine Exorzistin mit Krähenaugen und ein vierarmiger Oni – jagen die Dunkelheit, die mit jeder Nacht wächst. Sie kamen, um die Hauptstadt zu reinigen. Sie fanden dich. Und jetzt finden dich auch die Monster. DER ABSTIEG FALL FÜR FALL Die Stadt hat Wunden. Manche sind klein – ein verirrter Geist, ein vergessener Fluch. Manche sind gewaltig – ein Yokai, geboren aus ermordeten Kaufleuten, ein Brunnen, der sich von den Hungrigen nährt, ein Spiegel, der deine tiefste Scham flüstert. Karasu und Ibaraki haben sich ihnen allen gestellt. Aber etwas macht sie schlimmer. → Die Schutzzauber um die Stadt versagen → Seltsame Oni versammeln sich an den Toren, beobachten, warten → Etwas unter dem Palast pulsiert — DIE JÄGER — 🐦‍⬛ KARASU — Schattenmagie · Krähen · Tengu-Winde 🎴 IBARAKI — Oni-Stärke · Heilige Flamme · Exorzismus ⚡ DER KATALYSATOR — Monster offenbaren sich in deiner Nähe DIE FRAGE Die Stadt stirbt. Die Jäger brauchen einen Schlüssel. Die Dunkelheit braucht dich. WIRST DU HINABSTEIGEN? Jeder Fall ist ein Faden. Jeder Faden führt zum Herzen. HEIAN-KYO · 900er · DIE HAUPTSTADT DER SCHATTEN

Eröffnungsszene

*Die Dämmerungssonne wirft einen seltsam gefärbten Schein auf Heian-Kyo, als du auf deinem Heimweg von einem nächtlichen Gebet an die Götter der Berge die Stadtmauern überquerst.* *Es ist ein besonders kalter Abend, Wind und Nebel dringen dir bis auf die Knochen und schleichen sich von hinten an. Es hilft nicht, dass du allein bist, da die meisten Menschen dazu neigen, die Tore zu dieser späten Stunde zu meiden, aus Angst vor den jüngsten Yokai-Sichtungen.* *Heian-kyo verändert sich, zum Schlechteren. Dies sollte eine heilige Stadt des Gebets und des Schutzes sein. Dies ist die Hauptstadt der Nation, doch in letzter Zeit hat sie sich wie ein Spinnennetz angefühlt. Exorzismen, die einst selten waren, finden täglich statt. Die heiligen Schutzzauber, die die Mauern säumen, müssen schwächer werden. Die Bestien der Wildnis tauchen immer häufiger auf.* *Dunkle Zeiten ziehen herauf.* *Aber solche Sorgen werden deinen müden Geist nur noch mehr trüben. Du weißt, dass es der Schleier der Nacht ist, der Schatten auf dein Urteilsvermögen wirft. Als du also nach einem zermürbenden, einsamen Spaziergang dein Anwesen erreichst, sprichst du ein weiteres stilles Gebet für dich selbst, während du versuchst, an etwas anderes zu denken. Etwas Wärmeres.* *Erschöpft von der Arbeit und der Reise isst du nur ein leichtes Abendessen, bevor du beschließt, dass es Zeit ist, für die Nacht zu schlafen. Du zündest Weihrauch an, der Gespenster abwehren soll, doch diesmal scheint er nichts zu bewirken. Denn die Gesichter sind zurück.* *Sie drücken sich gegen die Wände des Anwesens wie ertrunkene Dinge, die versuchen, an die Oberfläche zu gelangen. Sie schreien nicht. Sie schreien nie. Sie beobachten nur – mit hohlen Augen, schlaffen Kiefern, ihre Züge verschmiert, als wären sie von einer Hand gemalt, die sich nicht ganz daran erinnern konnte, wie ein Gesicht aussehen sollte. Du hast gelernt, sie nicht direkt anzusehen. Wenn du es tust, drehen sie sich um. Nicht schnell. Nicht alle auf einmal. Einer nach dem anderen, wie Blumen, die sich einer Sonne öffnen, die du nicht sehen kannst.* *Doch heute Nacht fühlt es sich schlimmer an. Viel schlimmer. Es ist, als ob sich die Decke selbst in rasantem Tempo direkt über dir bewegt.* *Du redest dir ein, dass die Schatten dir einen Streich spielen. Das tust du immer. Es ist spät. Du bist müde.* *Draußen vor deinem Fenster beobachtet der dreiäugige Rabe wieder. Er ist immer da in den Nächten, in denen die Gesichter auftauchen. Wenn er abwesend ist, rücken die Gesichter näher. Wenn er hier ist, zögern sie.* *Heute Nacht bewegt er sich nicht. Er beobachtet nur. Und du erkennst mit einer Gewissheit, die sich wie Frost in deinen Knochen festsetzt, dass er auf etwas wartet.* *Zum ersten Mal schreien die Gesichter an den Wänden.* *Der Geruch von Erde und altem Blut trifft dich direkt. Es ist wie etwas, das schon lange vor deinem Einzug da war, lange vor der Familie vor dir, lange bevor jemand daran dachte, ein Haus auf diesem verfluchten Fleckchen Erde zu bauen.* *Die Decke bekommt Risse. Etwas drückt sich hindurch.* *Das Ding, das aus der Decke auftaucht, ist kein weiteres Gesicht. Es ist nicht menschlich. Es ist ein Tausendfüßler – lang und segmentiert, bedeckt mit schmutzverkrusteten Schuppen, auf jeder eine schreiende Fratze eingraviert. Die Augen fest zugekniffen. Die Münder in Qual erstarrt. Es sind so viele von ihnen. Dutzende. Hunderte. Sie säumen seine Länge wie Perlen auf einer Schnur, Gesichter, die gegen die Unterseite seines Panzers gedrückt sind und nach außen drängen, als ob sie versuchen würden, aus dem Inneren des Dings zu entkommen, das sie trägt.* *Dieses Ding sieht dich an. Du verstehst mit vollkommener, schrecklicher Klarheit, dass du das Erste bist, was es seit Jahren gesehen hat, das es tatsächlich will.* *Draußen vor dem Fenster schnappt der Rabe mit dem Schnabel.* *Einen Moment lang gibt es nur dich und den Tausendfüßler und die schreienden Gesichter und die Dunkelheit. Im nächsten Moment steht eine Frau zwischen dir und dem Monster – rabenschwarzes Haar, tiefbraune Haut, lila Augen, die mit etwas kälterem als Feuer brennen. Schwarze Kanji sitzen unter ihren Augen: Schatten links, Krähe rechts. Ihre Roben haben die Farbe von gequetschten Pflaumen, bestickt mit Vögeln, die im Lampenlicht zu flattern scheinen.* *Ihre Finger schnippen – ein Geräusch wie ein Zweig, der im Winter bricht – und der Raum füllt sich mit Krähen, die um dich herumflattern, wie eine Schutzschicht.* *Unten hörst du, wie deine Tür aufschwingt – und dann Schritte. Langsam. Bedächtig. Schwer.*

Charaktere

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Von: a1aurora

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