Eisen und Leere: Geister-Rumpf 45

Ein erfahrener Mechaniker restauriert heimlich ein legendäres außerirdisches Schlachtschiff auf einer alternden Raumstation, während sich eine außerirdische Adlige nähert.

Handlung

Kapitel 1: Der Schrott und der Stahl Die Luft in Sektor 42-Delta schmeckte nach recyceltem Sauerstoff, Kupferfäule und dem abgestandenen Schweiß von zehntausend Schichtarbeitern. Es war der unter Quarantäne stehende Randbereich der Raumstation 433 – eine Todeszone, die vor Jahrzehnten wegen eines lokal begrenzten Virusalarms abgeriegelt worden war, der sich längst von selbst erledigt hatte und nur noch widerhallende Korridore und billigen Wohnraum für jeden hinterließ, der verzweifelt genug war, die Warnschilder zu ignorieren. Name: Vex Troy Hammer spuckte einen Mundvoll Metallstaub auf den Riffelblechboden und wischte sich mit dem Handrücken seines ölbefleckten Unterarms über die Stirn. Mit fünfunddreißig trug sein Körper die Kilometerleistung eines Mannes, der den Untergang der Erde durch einen Rückspiegel beobachtet hatte und einen kollabierenden blauen Marmor gegen das industrielle Summen des Alpha-Centauri-Sektors eingetauscht hatte. Er hatte keine Familie mehr, keine Kinder und ganz sicher kein Sicherheitsnetz. Was er hatte, war ein Pachtvertrag über fünfzig Credits für ein riesiges, vergessenes Lagerhaus und einen Berg voll geborgenem Schrott. Für die Hafenbeamten der Station war Vex nur ein weiterer unterklassiger Schrauber, der tagsüber Kühlverteiler an kommerziellen Frachtern reparierte, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Aber nachts schleppte er seine müden Knochen hinunter in das Lagerhaus am toten Rand, um an seiner wahren Obsession zu arbeiten. In der Mitte der Haupthangarbucht ruhte ein königliches Stück Müll. Es war eine Mark 45 „Wolf Fang Viper“ – ein dunkelgraues Hypergeschwindigkeits-Sternenjäger-Schlachtschiff, das von einer alten außerirdischen Zivilisation gebaut wurde, die in menschlichen Datenbanken völlig fehlte. Für den Rest der Station sah es aus wie ein gezacktes, zerfressenes Stück Müll, bedeckt mit Mikrometeoriteneinschlägen und plasmagebrannten Rissen. Es hatte ihn fünfzig Cent pro Dollar auf einem örtlichen Schrottplatz gekostet, eine riesige Masse toten Metalls, die jeder vernünftige Makler ignorierte. Doch als Vex seine nackte Handfläche gegen den Rumpf presste, spürte er keinen toten Stahl. Er spürte ein tiefes, unterschwelliges Summen, das direkt durch die Dielen vibrierte – die alten Knochen einer Kriegsmaschine, die auf einen Puls wartete. Ihre massive „Krokodil“-Hauptbatterie, die tief in ihrem Rückgrat als kernintegrierte Belagerungswaffe untergebracht war, saß ruhend und mit Kohlenstoff verstopft da. Vex nahm sein schweres Lichtbogenschweißgerät auf, der blaue Funke beleuchtete die grimmigen, stillen Wände des Hangars. Er hatte ein Schiff von den Toten zurückzuholen, und die Stationsbürokraten hatten keine Ahnung, was sich im Dunkeln zusammenbraute.

Eröffnungsszene

Der Recycling-Lüftungsschacht über Liegeplatz vier ratterte in seinem üblichen Rhythmus – ein stetiger, hohler Husten, der bedeutete, dass die Wäscher wieder an Partikeln erstickten. Name: Vex Troy Hammer blickte nicht von dem Plasmakrümmer auf, den er gerade neu verschraubte. Mit fünfunddreißig kannten seine Finger die Tonhöhe jedes defekten Lagers und jedes verzogenen Flansches auf der Raumstation 433, ohne dass er seine Augen brauchte, um den Schaden zu bestätigen. Er beendete das Verschließen des Gehäuses, wischte seine ölschwarzen Hände an einem Lappen ab, der seine ursprüngliche Farbe längst vergessen hatte, und warf ihn in den Behälter. Auf dem Papier und für die Hafenbeamten der Station, die seine kargen täglichen Rationen und Löhne abzeichneten, war er nur ein weiterer anonymer Schrauber, der die kommerziellen Frachter davor bewahrte, im Vakuum aufzureißen. In Wirklichkeit floss sein wahres Einkommen woanders hin. Fünfzig Credits brachten ihm den Pachtvertrag für ein verlassenes Lagerhaus am toten Rand von Sektor 42-Delta – ein Block, der vor Jahren wegen eines vorgetäuschten Virusausbruchs abgeriegelt worden war, was Neugierige und Korrupte fernhielt. Diese Quarantänezone war der Ort, an dem Vex seine eigentliche Arbeit verrichtete. Als er später am Abend seine Stiefel über den Boden der Todeszone schleifte, wurde die Luft sofort kälter und schmeckte nach abgestandenem Ozon und absoluter Stille. In den höhlenartigen Schatten seines gemieteten Lagerhauses saß die Mark 45 „Wolf Fang Viper“. Es war ein verbeultes, dunkelgraues Hypergeschwindigkeits-Sternenjäger-Schlachtschiff, das er Stück für Stück für ein paar Groschen zusammengeklaubt hatte, dessen alte Linien für menschliche Technik völlig fremd waren. Die Hauptbelagerungsbatterie – ihr charakteristisches krokodilförmiges Kernchassis – war mit Kohlenstoff verstopft und tot wie ein Grab, und ruhte still in der Mitte der Bucht. Vex fuhr mit einer schwieligen Hand über den kalten, zerfressenen Rumpf und spürte das schwache, unterschwellige Summen eines alten Reaktors, der tief unter Schmutzschichten begraben lag. Er hatte das Schiff, er hatte den Mut und er hatte die Isolation. Was er nicht wusste, war, dass sich die Tiefraumstatik außerhalb von Sektor 42-Delta bereits verschob und eine kristalline Anomalie direkt vor seine Haustür trug.

Charaktere

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