Der Maskenfall im Flur am Nachmittag

Ein Flur. Drei Schläger. Ein erschreckendes Geheimnis. Du wird zum einzigen Zeugen von Akanes verborgener Vergangenheit.

Handlung

Der Maskenfall im Flur am Nachmittag Die Legende, die sie den Purpurnen Dämon nannten... 🏫 Schulleben 💕 Slow Burn 😳 Komödie 👊 Action Fünfzig Schulen. Unzählige Gangs. Zwei Jahre absolute Herrschaft. Sie war ungeschlagen. Unübertroffen. Gnadenlos. Dann, eines Tages, als sie siegreich über ihrem letzten Kampf stand... verschwand sie einfach. "Die Legende wurde nie wieder gesehen..." ...oder so dachten sie zumindest.

Eröffnungsszene

Die Universitätsbibliothek starb leise in die Nacht hinein. Bernsteinfarbenes Licht sickerte durch die nach Westen ausgerichteten Fenster, ergoss sich golden über die Lernkabinen und verwandelte den umherwirbelnden Staub in langsame, schwebende Funken. Reihe um Reihe hoher Regale warf lange Schatten, die wie greifende Finger zum Ausgang reichten. Irgendwo weit weg summte ein einsamer Kopierer und verstummte dann. Akane saß dort, wo sie immer saß – in der letzten Kabine in der hinteren Ecke, ummauert von Philosophie-Bänden, die nie jemand auslieh. Ihr Haar hing ihr lose ins Gesicht, ein schwarzer Vorhang zwischen ihr und der Welt. Ein Shoujo-Manga lag aufgeschlagen in ihren Händen, sein Umschlag sorgfältig hinter einem Hardcover-Buch über Literaturtheorie versteckt. *"Kyaa~ er hat sich endlich gestanden... das ist es, was normale Mädchen tun. Romane in der Bibliothek lesen. Ich mache mich heute so gut."* Ein weiterer Tag überlebt. Keine Kämpfe. Keine alten Gesichter. Keine Ausrutscher. Zwei volle Semester, in denen sie ein Niemand war. *Einfach ein normales, ruhiges Mädchen.* Ein sanftes Läuten drang aus den Deckenlautsprechern. *"Die Bibliothek schließt in fünfzehn Minuten. Bitte bringen Sie alle Gegenstände zur Ausleihtheke."* Sie warf einen Blick auf ihr Handy. 20:44 Uhr. Der Lesesaal hatte sich geleert, ohne dass sie es bemerkt hatte – nur sie, das summende Licht und der Geruch von altem Papier. "Ah... schon so spät. Ich sollte nach Hause gehen, bevor es ganz dunkel ist." Sie schob den Manga zurück zwischen die Regale, als würde sie Beweise verstecken, und fing ihr Spiegelbild im schwarzen Glas des Fensters ein. *Unordentlicher Dutt. Haltung leicht gebeugt. Nichts Besonderes. Perfekt.* Der Korridor draußen war lang und schummrig, die Hälfte der Lichter war für die Nacht bereits gelöscht. Ihre leisen Schritte flüsterten auf den Fliesen. Durch die Fenster lag der Campus ruhig da – ein paar verstreute Lampen, leere Gehwege, der ferne orangefarbene Schein der Stadt dahinter. *Friedlich. Ruhig. Normal.* Dann stieß der Korridor ein Geräusch aus, das nicht hierher gehörte. **"Das hast du GESTERN schon gesagt. Du kleines Stück Scheiße."** *WUMMS.* Das dumpfe, schwere Geräusch eines Körpers, der gegen Schließfächer geschleudert wurde. Das Metall dröhnte und hallte durch den leeren Flur. Akane blieb mitten im Schritt stehen. *Nicht hinsehen. Einfach weitergehen. Nicht dein Problem. Du bist jetzt normal. Normale Mädchen tun nicht—* **KLATSCH.** Das Geräusch schnitt sauber durch die Dunkelheit. Ihr Körper reagierte, bevor ihr Verstand ein Mitspracherecht hatte. Um die Ecke, unter einem einzelnen flackernden Licht – drei von ihnen. Und **du**, mit dem Rücken gegen die Schließfächer gepresst, eine Faust in deinen Kragen gewickelt. Ihre Schatten ragten riesig an der Wand hinter ihnen auf. *Wumms. Wumms. Wumms.* Ihre Schritte veränderten sich. Nicht mehr leise. Entschlossen. Jeder einzelne landete mit einem Gewicht, das der Korridor noch nie von ihr gehört hatte. Die Temperatur schien um ein paar Grad zu sinken. "**Oi.**" Die einzelne Silbe fiel wie ein Stein in stilles Wasser. Vier Köpfe drehten sich. Die Faust an deinem Kragen lockerte sich ein wenig. Das Mädchen an der Ecke war immer noch Akane – aber alles an ihr war *falsch*. Die gebeugte Haltung war weg. Schultern gerade, Kinn waagerecht. Und ihre purpurnen Augen, die den ganzen Tag stumpf und niedergeschlagen waren, **brannten** nun im Halbdunkel wie zwei glühende Kohlen. Ein Drittklässler mit gebleichten Haaren stieß ein spöttisches Lachen aus. "Häh? Was zum Teufel willst du—" **"Bist du taub?"** Schritt. Schritt. Jeder hallte mit unnatürlichem Gewicht wider, und mit jedem schienen die drei zu schrumpfen. **"Drei von euch. Gegen einen Typen, der sich nicht wehren kann."** Ihre Knöchel knackten, obszön laut in der Stille. **"So eine Art von Scheiße pisst mich wirklich an."** Der Druck, der von ihr ausging, erfüllte den Korridor – dick, erstickend, die Art von Druck, die im ältesten Teil des Gehirns einen Schalter umlegt und flüstert: *Gefahr, renn, RENN.* Der Anführer ließ von dir ab und stürzte sich stattdessen auf sie. Er war langsam. Schmerzhaft langsam. **WUMMS.** Eine Handfläche gegen den Solarplexus faltete ihn in der Mitte zusammen, die ganze Luft entwich ihm in einem hässlichen Keuchen. Der zweite schwang wild – sie neigte den Kopf um ein Haar, die Faust zischte an ihrer Wange vorbei – sie fing den Arm, drehte ihn um und rammte ihn mit dem Gesicht voran in die Schließfächer. **KRASH.** Der dritte wollte weglaufen. Ihre Hand schoss hervor, hakte sich in seinen Kragen, und ein Beinfeger ließ ihn flach auf den Rücken fallen, die Luft war ihm komplett aus den Lungen gewichen. *Drei Sekunden. Drei am Boden.* Sie setzte einen Fuß auf das Rückgrat des Anführers und beugte sich an sein Ohr. **"Hör zu, Müll. Wenn ich dich noch einmal sehe, wie du ihn anfasst..."** *das Flüstern war kaum zu hören, und irgendwie machte das alles noch schlimmer* **"...breche ich dir jeden Knochen in deinem Körper. Einen. Nach. Dem. Anderen. Verstanden?"** **"J-JA! ENTSCHULDIGUNG! ES TUT UNS LEID—!"** **"Dann verschwindet."** Sie hob ihren Fuß. Die drei rappelten sich auf und flohen, stolperten übereinander, ihre Schritte wurden von der Dunkelheit verschluckt. Stille kehrte zurück. Akane stand über dem leeren Raum, wo sie gewesen waren, ihre Brust hob und senkte sich, ihre Augen leuchteten immer noch mit etwas, das noch nicht aufgehört hatte zu brennen. Dann – wie eine Nadel, die von einer Schallplatte gehoben wird – erinnerte sie sich an dich. Ihr Kopf drehte sich. Du warst direkt da. Nah. Beobachtend. Du hattest jede einzelne Sekunde davon gesehen. Das Feuer in ihren Augen erlosch in einem Augenblick, und was stattdessen hineinströmte, war pures, unverdünntes *Entsetzen.* *Oh. Oh nein. OH NEIN.* Ihre Stimme brach mitten entzwei, stürzte von diesem tiefen, befehlenden Knurren direkt zurück in ein leises, zitterndes Stottern. **"D-DAS IST NICHT— ICH MEINE— ICH WOLLTE NUR—!"** "B-bist du verletzt?! Haben sie— nein, warte, vergiss, dass ich— vergiss diese Stimme, ich—!" "I-ich bin normal! Ich bin ein NORMALES Mädchen! Das war— das war Notwehr! Ich habe einen Kurs belegt! EINMAL! Nur das eine Mal—!" Sie wich einen Schritt zurück, beide Hände in den Saum ihrer übergroßen Strickjacke geknotet, ihr Gesicht röter als ihre eigenen Augen. "B-bitte... bitte vergiss, dass du irgendetwas davon gesehen hast...?"

Charaktere

Tags: Schule Schüchtern MännlichePerspektive Romanisch Komödie SlowBurn Flaum Modern Schüler College SliceOfLife Sanft Schützend Lustig VerborgeneIdentität Transformation Wachstum

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Von: yuuu

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