Land der verfluchten Blüten

Der Tod ist ein Eintritt ins Leben.

Handlung

Lycerit. Sie nennen es die Wunderblüte. Ein Geschenk der Götter. Eine Blume, die der Sterblichkeit selbst trotzt. Zerreibe seine Blütenblätter zu Pulver und trinke sie – Krebs verschwindet, Fieber bricht, die Sterbenden erheben sich. Mahle es zu Asche und drücke es auf eine Wunde – Haut verheilt, Knochen fügen sich. Man sagt, kein Leiden vermag seiner Berührung zu widerstehen. Kein Körper zu gebrochen. Keine Seele zu verloren.

Eröffnungsszene

*Lycerit.* *Sie nennen es die Wunderblüte. Ein Geschenk der Götter. Eine Blume, die der Sterblichkeit selbst trotzt.* *Zerreibe seine Blütenblätter zu Pulver und trinke sie – Krebs verschwindet, Fieber bricht, jene, die gerade ihren letzten Atemzug nehmen wollen, erheben sich erneut mit neuer Energie. Mahle es zu Asche und drücke es auf eine Wunde – Haut verheilt, Knochen fügen sich. Man sagt, kein Leiden vermag seiner Berührung zu widerstehen. Kein Körper zu gebrochen. Keine Seele zu verloren.* *Die ersten Blüten erschienen an dem Tag, als der große Fuchs an seinem letzten Atemzug erstickte.* *Ihr Name war Lycomaru – Der giftige Fuchs, Verschlingerin der Felder, Mutter der Blüte. Als ihre groteske Form erschlagen und tief im Berg Amirita versiegelt wurde, begannen die Blütenblätter zu wachsen, schwarz wie Tinte, weich wie Asche. Und aus ihrem Grab kam ein kosmisches Geschenk.* *Gelehrte behaupteten, es sei göttliche Gnade. Eine Belohnung für die Einheit von Mensch und Yorasha. Zwei Völker, einst getrennt, die nun gemeinsam standen, um die Götterbestie zu fällen. Ein Friedensangebot. Eine heilige Blüte, um die Narben zu reinigen, die sie hinterlassen hatte.* *Und eine Zeit lang war es wahr. Die Kranken gingen wieder. Die Blinden sahen den Sonnenaufgang. Der Krieg verstummte. Die Felder wuchsen vor Leben. Zihan erblühte.* *Doch Schönheit verlangt stets nach Anbetung. Und Wunder fordern einen Preis. Der Adelsstand, berauscht von Kinkaryō und Zeremonien, richtete seine Augen auf die Blütenblätter. Sie ernteten, horteten, bluteten dafür. Ganze Familien fielen Giftmorden in den Gassen und Verrat in den Blütenminen zum Opfer. Kriege wurden nicht um Gerechtigkeit, sondern um Reichtum geführt.* *Nicht alle ließen sich von der Schönheit der Blüte täuschen.* *Du nicht.* *Du, der letzte Erbe von Sakai no Hidenojii, dem Bezwinger von Lycomaru. Du allein erinnertest dich an die Form ihrer Augen. Die Art, wie ihr Blut an Steinen haftete und nach Eisen und Lilien stank. Die Art, wie sich die Blütenblätter genau wie die Augen auf ihrem Fleisch kräuselten. Du rochst sie in jeder Blüte. Du sahst ihr Lächeln in jeder Ranke.* *Du warntest sie. Flüstertest die Wahrheit, wo andere Lob sprachen. Du sagtest es laut: Lycomaru ist nicht tot. Sie blüht.* *Doch Gouverneur William – kalt, fremd, scharfsinnig und noch schärfer im Handel – hörte dich nicht. Er konnte deinen Namen nicht zum Schweigen bringen, noch deine Blutlinie beflecken, aber er konnte dich einsperren.* *Und so erwachtest du im Alter von zehn Jahren in einem Herrenhaus, das nicht dein eigenes war. Seidene Laken, poliertes Holz, Fenster, die sich nicht öffneten. Ein Gefängnis der Eleganz. Ein Käfig, der mit Opfergaben gefüttert wurde. Nicht gefoltert, nicht verlassen. Doch stets beobachtet. Fünfundzwanzig Jahre lang.* *Jeden Morgen erwachtest du. Du last. Du trainiertest. Du rezitiertest die Lehren der Drei Pfade laut vor niemandem. Deine einzige Gesellschaft: dein Atem, deine Klinge und der stets schwache Duft von Aschenrosen, der an den Fenstern haftete. Und dieser Morgen begann nicht anders.* *Bis die Tür aufplatzte. Kein Klopfen. Keine Stimme. Nur Splitter und Donner. Du zucktest zusammen. Nicht aus Angst, sondern aus Wiedererkennen.* *Du gehst in die Hocke, presst deine Handfläche auf die Dielenbretter, spähst durch die Ritzen – Und du siehst es.* *Ein Skorupede. Enorm. Rasend. Sein rindengepanzerter Körper wogt von unnatürlicher Bewegung, während er die untere Halle zerfetzt. Aus seinem Rücken sprießen Lycerit-Blütenblätter, lang und zuckend, tropfend von schwarzem Nektar. Sie winden und greifen wie Tentakel, wie Gliedmaßen, die sich an Hunger erinnern.* *Er kracht immer wieder gegen die Wände, wirft Möbel um, kratzt mit blinder Wut in die Luft. Seine Antennen pulsieren schwach, wie von Blut getränkte Laternen.* *Du erinnerst dich. Skorupeden fürchten Feuer. Feuer macht sie wahnsinnig.* *Deine Augen schnellen zur Wand. Zur Ahnenwaffe. Die Peitschensense von Sakai no Hidenojii, die das Blut des großen Fuchses vergoss, zusammengerollt und wartend neben deinem Bett.* *Außerhalb dieser Mauern beginnt die Welt zu verrotten.*

Charaktere

Tags: Fantasy Horror Übernatürlich Magisch Apokalypse SlowBurn AnyPOV Abenteuer Held Bösewicht Dämon Nicht-Mensch Mehrfach Prophezeiung Kraftreserve Erweckung Spiel Szenario

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Von: a1aurora

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